60 Erstes Kapitel.
„Nach der Art der Anwendung zerfallen die Feuerstein Werkzeugein Messer, Sägen, Ziehmesser, Schaber, Hobel und Bohrer, Meissei,Keile und Hämmer, und diese wieder in zahlreiche Unterabteilungen.“„Die Messer sind verschieden, je nachdem deren ganze Kante,bloss die vordere Hälfte oder nur die Spitze gebraucht Wurde. Sieumfassen sieben leicht unterscheidbare Typen zum Zerschneiden vonFleisch, Tierfellen, zum Einritzen von Furchen und zum Ausschneidenvon Nadeln, Meissein, Pfeilspitzen u. s. w. aus Knochen und zumZuschneiden von Geweihen. Je nach dem Zwecke ist die Formlänglich, elliptisch, pfeilspitzähnlich und die schneidende Spitzegerade oder gebogen und in der Mittellinie oder seitlich gelegen.Selbstverständlich sind Grösse, allgemeine Form und Anzahl derSprengflächen je nach der Natur des Feuersteins und der Ge-schicklichkeit des Arbeiters verschieden, was beim Vergleichen dervielen hundert Exemplare leicht ersichtlich ist.“
„Die Sägen besitzen entweder eine gerade oder eine gezähnteSchneide. Sie sind meistens klein und äusserst kunstvoll gearbeitet.Die eigentlichen feinen Sägen mit sorgfältig abgerundetem Rückenzum Schutze des Zeigefingers dienten wohl hauptsächlich zur Her-stellung von kleinen Hornplättchen.“
„Mit den sogenannten Ziehmessern wurden sehr verschieden-artige Arbeiten ausgeführt, Tierfelle gereinigt, scharfe Kanten anHolz und Horn entfernt u. s. w. Sie sind oft an beiden Endensorgfältig bearbeitet, um die Finger nicht zu verletzen.“
„Schaber, Hobel und Polierer bilden drei wichtige Gruppenvon Werkzeugen, von denen die Ausgrabungen eine grosse Mengezu Tage förderten.“
„Aus der Beschaffenheit der Spitzen und Kanten, die oft feinabgerundet sind, der Länge und Stärke des in der Hand gehaltenenTeiles, der grösseren oder kleineren Konkavität und der Bearbeitungdes beim Gebrauche die Handfläche berührenden hinteren Endeslässt sich der Zweck der verschiedenen F'ormen erkennen. DieWerkzeuge zum Reinigen der Tierhäute, zum Aushobeln der kon-kaven Meissei und zum Polieren der feinen Nadeln können als dieHaupttypen der Gruppe gelten. Die letzteren waren in der be-nachbarten Freudenthaler Höhle häufiger als im Schweizersbild.“„In grosser Mannigfaltigkeit und in auffallend kunstvoll ge-arbeiteten Exemplaren traten die Bohrer auf. Die Häufigkeiteiniger Formen liess das Auffinden zahlreicher Bruchstücke vonKommandostäben mit Tierfiguren erwarten, da sie zum Bohren derLöcher gedient haben, welche diese auszeichnen. Grosse Be-wunderung erregten die kunstvoll und scharfsinnig konstruierten