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Erstes Kapitel.
prosopen mit langem, schmalem Gesicht. Breit- und Schmalgesichterfinden sich nun sowohl bei Brachy-, als Meso- und Dolichocephalen.So kann man rücksichtlich der Schädelform 6 oder doch 5 Varie-täten von Menschen unterscheiden:
1. Dolichocephale Leptoprosopen = langgesichtige Langschädel;
2. Dolichocephale Chamaeprosopen == breitgesichtige Langschädel;
3. Brachycephale Leptoprosopen = langgesichtige Kurzschädel;
4. Brachycephale Chamaeprosopen = breitgesichtige Kurzschädel;
5. Mesocephale Chamaeprosopen = breitgesichtige Mittelschädel
und vielleicht
6. Mesocephale Leptoprosopen = langgesichtige Mittelschädel.
Diese Varietäten sind durch ganz Europa verbreitet, nur dasZahlenverhältnis der Abkömmlinge der verschiedenen Rassenist je nach den Gegenden verschieden, und darin liegt zum Teil dieErklärung dafür, dass jedes Land eine bestimmte rassenanatomischePhysiognomie zeigt. Es könne auch keinem Zweifel unterliegen,meint Kollmann, dass jene Varietäten in alle Kontinente vorgedrungenseien, um dort zu den von uns als Rassen bezeichneten Abteilungensich zu entwickeln.
Die obgenannten Varietäten sind nun aber nicht nur in derjetzt lebenden Menschheit zu finden, sondern man konstatierte siez. B. auch in den Reihengräbern der Völkerwanderungs-Epoche, inGräbern und Grabhügeln römischer und vorrömischer Zeit, in Pfahl-bauten und Höhlen. Man fand nie und nirgends eine einheitlicheRasse, eine einzige Varietät, sondern soweit sich der Europäerzurückverfolgen Hess, war er rassenanatomisch schon fertig; er warnie im Werden, so tief auch die Forschung in das Dunkel der Vor-zeit eindrang.
Kollmann hat ca. 1500 alte und neue Schädel aus Amerika nach den Gesichtspunkten untersucht, die er für unscrn Kontinentaufgestellt und gefunden, dass die Urbewohner Amerika’s auch keinerassenanatomische Einheit gebildet hätten, sondern dass die Mound-builders und Cliff-Dwellers denselben Rassen angehört haben, wiedie heutigen Amerikaner. Es scheint also sowohl für die alte, wiefür die neue Welt bewiesen zu sein, dass sich seit dem Diluviumdie Rassenmerkmale nicht mehr geändert haben. Der Mensch ist,wie Huxley sich ausdrückt, ein Dauertypus, und das seit der Zeit,aus welcher menschliche Skeletteile auf uns gekommen sind, alsoseit dem Diluvium. Die in Höhlen und Anschwemmungsgebietenaus diluvialer Zeit geborgenen Schädel und Knochen des Menschengehören zu denselben Typen, denselben Rassen, wie wir selbst.