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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
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83
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Die Eiszeit oder das Diluvium.

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ergehen. Es gehört wohl dem zweiten Mann, der in hockenderStellung, die Pfeife rauchend, neben dem ersten gezeichnet ist.Hie Männer befinden sich rechts auf dem Bilde und beobachtenRmus, die in verschiedenen Stellungen gezeichnet sind. Auf derlinken Seite steht ein Eukalyptus und ein Mann mit erhobener Axtscheint ihn besteigen zu wollen. In der rechten obern Ecke be-finden sich Känguruhs. (Vergl. Andree, Ethnographische Parallelen.)

Zuweilen werden die Zeichnungen von den Australnegern mitMuscheln oder Zähnen in Holzstücke eingraviert oder gar in Steingeritzt. Angas fand selbst schwer zugängliche Strandfelsen bei Port Jackson auf diese Weise geschmückt. Känguruhs, Opossums, Haie,besonders menschliche Figuren mit Schilden, Bumerangs u. s. w.Waren dargestellt. Ähnliche Gravierungen fanden sich auch ander-wärts, z. B. in der Nähe von Sidney, wo u. a. Fische in den Sand-stein eingeritzt waren.

Auf der Depuch-Insel, die zur Forestiergruppe gehört, entdeckteStokes eine Bildergallerie anderer Art. Der Fels daselbst ist starkverwittert und zeigt eine rote Farbe. Die Künstler klopften nunBilder in den F'els ein und entfernten dadurch einen Teil der Ver-witterungsschicht, so dass im Grund der Figuren das unverwittertegrüne Gestein sichtbar wurde, wodurch ein schöner Kontrastder grünen Zeichnung zur roten Umgebung derselben zustandekam. Die Wilden haben Tiere und Menschen dargestellt; letztereerscheinen aber weniger gut gemacht, als die Haie, Känguruhs,Hunde u. s. w.

Die Australier sind auch Maler. Auf der Clacks-Insel an derHordostküste wurde ein Felsen zuerst rot grundiert, sodann mitWeissem Thon bemalt. Man kann dort über 150 Figuren bemerken,Worunter Haie, Schildkröten, Känguruhs, Hunde, Kähne, Keulen u. s. f.s *ch befinden. Die rote Farbe wird durch Brennen von einer ArtHion gewonnen. Für Gelb und Weiss lässt sich ebenfalls Thonbenutzen und für das Schwarz die Kohle.

Am obern Genelg entdeckte Grey eine Anzahl Höhlen mitbelsmalereien. Die menschlichen Figuren trugen den australischenHopfschmuck (Oogee). Der Mund fehlte bei allen. Besonders inter-essant war die dritte Höhle. Das Hauptgemälde in derselben,*0 Fuss und 6 Zoll lang, stellte einen Mann dar, der ein talar -ar bges Kleid trug und dessen Haupt von einer Reihe rot, gelb undWeiss gefärbter Bänder umrahmt war. Mund und Nase fehlten, diebinger waren in F'ünfzahl angegeben, die Fiisse auswärts gestellt.Her Mann ist wahrscheinlich kein Australier, aber der Maler ware >n Eingeborener, wie seine Technik beweist.

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