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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
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Zweites Kapitel.

wie möglich in den Boden. Dann bringt er etwas über Kopfhöheam Pfahl mittels eines Seils einen Holzstab an, den er als Hebelbenutzt. Ein Knabe steht auf diesen Hebel und dient als Gewicht.Dann dreht man den Pfahl mittels des Hebels und jener bohrtsich infolge seines Gewichtes in die weiche Unterlage ein. Aufdiese Weise können auch die Pfahlbauer ihre ca. io cm dickenRundhölzer in den Seegrund getrieben haben. Wo der Grund zu hartwar, wurden die Pfähle durchSteinberge gegen das Umfallengesichert.

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Fig. 41.

Ein schweizerischer Pfahlbau. (Idealbild.)

Die über das Wasser emporragenden Pfahlköpfe verbandman durch Querhölzer und auf diese wurden dann dicht nebenein-ander liegende Rundhölzer gelegt. So entstand der Pfahlrost, einPrügelboden, dessen Unebenheiten durch Thon oder Moos ausge-polstert werden konnten. Erst auf den Rost kamen die primitivenHütten zu stehen, deren Dächer wohl nahezu den Boden erreichten(Eig. 41 . Sie waren viereckig; runde Hütten sind bis heutenicht gefunden worden. Die Hüttenwände bestanden aus Flecht-werk, selten aus Holzbalken und die Fugen wurden durch Moosoder Thon ausgefüllt. ln Schussenried war der Boden der