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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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Die neolithische oder jüngere Steinzeit.

benutzt werden. In Beni-Hassan (Ägypten ) ist nach Wilkinson einGemälde entdeckt worden, das diesen wagrechten Webstuhl zeigt.Und mit vier in die Erde geschlagenen Pflöcken verfertigten nachKlemm die mexikanischen Weber Tücher von einer Dichtigkeit, dasskein Regentropfen durchzudringen im stände war.

Dass die Pfahlbauer am senkrechten Webstuhl arbeiteten, istwohl keinem Zweifel unterworfen, aber ebenso wenig, dass sie schonentwickeltere Formen desselben kannten, als der bereits beschriebenewar, der ja nur einen Flechtrahmen repräsentierte. Denken wir unsden Weber oder die Weberin in dem Momente ihrer Arbeit, wosie mit dem Eintragsstäbchen alle ungeraden Faden der Kette hebt,um den P'aden durchzuführen, so ist unter demselben ein keilförmigerRaum entstanden, das sogen. Fach. Wurde der Stab nach demZuschlägen des Fadens stecken gelassen, so war es nur nötig, diegeraden Faden einzeln zu heben. Wenn dann die ungeraden Fadenwieder an die Reihe kamen, so wurde einfach der Stab aufgezogenund mit ihm alle ungeraden P'aden. Dadurch war die Arbeit desWebens um die Hälfte erleichtert. Noch bequemer war es, wennjener Stab breit und flach war. Hatte man die geraden Faden zuheben und den Eintrag einzuflechten, so wurde der Stab auf dieflache Seite gelegt. Mussten dagegen die ungeraden Faden gehobenwerden, so stellte man den Stab auf die schmale Seite, also derHöhe nach und das Fach war gebildet.

Mehr Schwierigkeiten bot die künstliche Bildung des zweitenflaches. Man konnte nicht einfach einen zweiten Stab einführen,um die geraden Fäden zu heben, denn der erste Stab war im Wegeund verhinderte die Fachbildung. Da gab eine geistreiche IdeeAnlass zu einer wichtigen Erfindung. Man liess am Webstuhl diegeraden Paden frei hangen, die ungeraden aber über einen vorge-stellten Stab laufen und es entstand ein natürliches fl'ach. Dannknüpfte man jeden P'aden der hinteren Reihe an ein Schnürchen (Litzen)und alle Schnürchen an einen Stab, so dass man sie vor die un-geraden Paden ziehen konnte, und so entstand das zweite, künstlicheflach. Liess man sie zurückfallen, so hatte man wieder das erste,das natürliche fl'ach. Jetzt war die Arbeit kein ganzes oder halbesfl'lechten mehr, sondern ein wirkliches Weben. Diesen Webstuhlhat man im Norden Europas auf den P'äröer und in Island , wiein Skandinavien noch bis zuGrossvaters Zeit benutzt. (Fig. 148und 149 a und b, siehe nächste Seite.)

Eine etwas weitere Entwickelung finden wir im brasilianischenWebstuhl, den das Museum Neuchatel beherbergt T'ig. 150). Beidiesen sind die einen (z. B. die geraden) fl'äden mit einem