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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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261
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Die Bronzeperiode.

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Bronzen (Fig. 249), die manchmal die Form roher menschlicher Dar-stellungen annehmen (F'ig. 250). Zu diesen, fast immer auf der äusserenSeite verzierten Amuleten und Gehängen gehören wohl auch rädchen-artige Zierstücke, die manchmal mit Aufhängeringen versehen, viel-leicht aber auch als Besatzstücke auf Kleider befestigt wurden oderals Gürtelschliessen dienten (F'ig. 251 u. 252). Merkwürdigerweisefand man, z. B. in dem Massengrabe in Auvernier , Steinchen in Formvon Beilen mit Aufhängeloch versehen. Anderwärts, wie auf der Peters-insel im Bieler- und inCortaillod am Neuenburger See kamen durchlochteBronzebleche zum Vorschein, die eine Anzahl Klapperbleche trugen.

F'ibeln oder Sicherheitsnadeln sind in den Pfahlbauten der Schweiz äusserst selten und in bronzezeitlichen Gräbern kommen sie nur ver-einzelt vor. Wir entbehren also dieses für chronologische Bestimmungenso wichtige Objekt fast ganz. An seiner Stelle finden wir die Nadel.Ein F'und von Vallamand zeigt eine flachköpfige Nadel umgebogenund zurückgelegt, so dass eine primitive Art F'ibula entstand. Nichtviel anders sind Fibeln aus Corcelettes bei Grandson und Auvernier

Fig. 253.

Fibel aus Auvernier .

Fig. 254.

Fibel aus Auvernier .

Fig. 256.

Fibel aus Mörigen .

Fig. 255.

Halbkreisförmige Fibel aus Wollishofen .

gebildet (F'ig. 253 und 254). Wollishofen bei Zürich hat eine ein-fache Bogenfibel geliefert (F'ig. 255) und in Mörigen kamen zwei schöneF'ibeln (F'ig. 256) mit gekerbten, raupenartig aussehenden Bügeln vor(F'ibulae a grandi coste). Eine ähnliche Form ist in den Brandgräbernvon Stirzenthal-lvgg gefunden worden.

Auch Gürtelbleche und Gürtelhaken ausBronze, die in der ersten Eisenzeit häufigwerden, sind in unsern Bronzestationen selten.

In Estavayer wurde ein Stück eines Bronze-giirtels gefunden, lvr besteht aus einfachenBronzeblechen, deren Ränder umgebogen sindund die durch Bronzehaften zusammengehaltenwerden. Parallel den Rändern des Gürtels ziehen sich als Verzierung jezwei Reihen eingeschlagener Punkte hin. Andere Bronzebleche sind alsBeschläge für Ledergürtel aufzufassen (F'ig. 257). Der Pfahlbau Mörigen

Fifi. 257.

Gürtelblech aus einem Grabevon Lens (Wallis ).