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Viertes Kapitel.
funde nicht mehr. An ihre Stelle sind sehr einfache, zum Teilunschöne Typen getreten. Die kleinen einschneidigen „Rasier-messer“ der Pfahlbauten haben ebenfalls einfachen EisenmesserchenPlatz machen müssen. Überhaupt fällt uns bei den La Tene-Fundendie Seltenheit an eigentlichen künstlerischen Darstellungen auf. DieLeute, welche uns diese Dinge hinterliessen, legten ihr Hauptgewichtauf das Waffenhandwerk; die Künste des Friedens wurden wenigergeübt.
Meissel und Ahlen , Hämmer und Durchschläge, Sägen undFeilen, Nadeln und Nägel aller Arten vervollständigen das Inventardes Handwerkers der Eisenzeit. Die Ackerbauer benutzten eiserneSicheln und auch Sensen sind in La Tene zum Vorschein ge-kommen. Dem Wohnen am See entspricht es, wenn wir einigeAngeln, Bootshaken, Eisenstachel finden. Die Hausgeräte sinddurch Thonscherben, Herdketten, Bronze- und Eisengefässe re-präsentiert. Auch die Schere, deren Form an die heutigen Schaf-scheren erinnert, fehlt nicht, ebenso wenig die Nähnadel. Ja sogareine Nadelbüchse ist gefunden worden.
In einer kriegerischen Niederlassung erwartet man keinenSchmuck; aber wir wissen, dass die Gallier sich mit Kostbarkeitenbehängten, wenn sie in den Kampf zogen und die Bewohner vonLa Tene waren ja gallischen Stammes. Das beweisen z. B. dieSchwerter, die in denselben Formen auf dem helveto-römischenSchlachtfeld von Bibrakte und in den Laufgräben des gallischenAlesia (Alise-Ste-Reine) sich wiederfanden; das beweisen die Fibeln,die wir überall antreffen, wo Kelten der letzten Jahrhunderte vorunserer Zeitrechnung weilten; das beweisen vor allem auch dieMünzen, die gallisch sind u. s. w.
Unter den Toiletten-Gegenständen und Schmucksachen vonLa Tene stossen wir auf Pincetten, Schmucknadeln, Glasperlen undGlasringe, auf Spangen und Ringe aus Gagat , Bronze, Eisen undGold, auf Gürtelhaken, besonders aber auf Fibeln oder Sicherheits-nadeln. Es sind zumeist Mittel-La Tene-Fibeln, die uns im Vereinmit den Schwertern zeigen, dass unsere Station für die mittlereLa lene-Zeit typisch ist, wie wir das an Hand der Gräberfundebesonders gut nachweisen können. Ganz vereinzelt treten ältereFibelformen auf, aber auch Spät-La Tene- und römische P'ibeln sindselten. Wir finden hier also dasselbe Verhältnis, wie bei den Schwer-tern und wir werden etwas Ähnliches bei den Münzen erkennen.
Bevor wir auf die Münzen eintreten, sei noch einiger Objektegedacht, die uns Andeutungen über Sitten und Gebräuche der zuEnde gehenden Eisenzeit geben. Da ist zunächst ein Objekt, das als