Buch 
Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
Seite
384
JPEG-Download
 

384

Viertes Kapitel.

denen oft zahlreiche Zieraten hangen. Besonders häufig sind dieSchlangen- und Hornfibeln (Fig. 384 u. 385), Golaseccafibeln mitgeradem (Fig. 386 u. 387) und die sogen. Certosafibeln (Fig. 388) mitaufgestelltem Fuss. Selten erscheinen einfache Bügel-, sowie La Tene-fibeln. Am zahlreichsten sind die Gehänge. Sie bestehen zum Teilin breloquen-artigen Bronzen, zum Teil aber in Bernsteinperlen, derenZahl sehr gross ist. Ausserdem kommen unter den Gehängenauch kleine Ringe aus Bronze, amuletartige Stücke u. s. w. vor. DieGürtelbleche gleichen mit ihren getriebenen Leisten und Buckelndenjenigen von Arbedo und Lavorgo. Auf einigen derselben er-scheinen auch eingeritzte oder getriebene Tierfiguren.

Die Waffen bestehen zumeist in Schwertern (Fig. 389 u. 390),doch sind selbst Helme (Fig. 391) zum Vorschein gekommen.

Fin Gräberfeld, das seinem Inhalte nach demjenigen von Moli-nazzo gleicht, befand sich bei Castaneda an der Einmündung desCalancathals ins Misox. Das Dörflein Castaneda liegt etwa einehalbe Stunde oberhalb des schönen und grossen Dorfes Grono , am son-nigen, fruchtbaren Bergabhange, umgeben von Kastanien- und Obst-bäumen. Die Kirche, der Friedhof und einige benachbarte Häuserstehen auf einer kleinen Ebene. Östlich davon, an den Friedhofanstossend, trifft man Baumgärten, in denen man etwa nach Sandgräbt. Bei dieser Arbeit kamen in einer Ausdehnung von 1520 malte Gräber zum Vorschein. Diese waren aus Steinplatten gebildetund mit solchen zugedeckt. Sie lagen in der Tiefe von ca. 1 m.Schon 1875 wurden Grabfunde gemacht, sodann 1878, 1880,1882 u. s. w.

Auch in den Gräbern von Castaneda fand man Thongefässeund Bronzekessel, getriebene Gürtelbleche, Fibeln, meist von Gola-secca- und Certosa-Typus, Spangen, Ringe, ganz besonders aberHängeschmuck aus Bronze und Bernstein .

Etwas jünger, als die eben beschriebenen Grabfelder sind Gräber,welche weiter oben im Misox entdeckt wurden. Schon beim Bauder neuen Bernhardinstrasse (18 181 sollen beim Weiler Breca, ober-halb Mesocco , 24 Gräber zum Vorschein gekommen sein, welcheSkelete und Bronzen enthielten. 1831 fand man (römische?) Münzen.In den achtziger Jahren wurden neue Funde gemacht, die beweisen,dass das Gräberfeld bei Breca noch in römischer Zeit benutztwurde. Es fanden sich nämlich nach freundlichen Mitteilungen vonMajor H. CaviezEl vier Gräber, die 65125 cm tief lagen. Sie warenaus kleinen Steinen gebildet und mit je einer grossen Steinplattebedeckt. Der Inhalt bestand aus La Tene-Fibeln, worunter solchevon einer Form, die bis jetzt nur im Misox gefunden wurde, aus Bronze-