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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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432
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432 Viertes Kapitel.

Marschrichtung und fingen an, den römischen Nachtrab zu verfolgen.Doch lassen wir den römischen Feldherrn selbst den weitern Verlaufder Entscheidungsschlacht erzählen!

Sobald Cäsar dies wahrnahm, zog er sich mit dem Fussvolkeauf den nächsten Hügel und schickte seine Reiterei ab, den vor-rückenden Feind aufzuhalten. Mit den vier alten Legionen bildeteer unterdessen auf der Mitte des Hügels eine dreifache Schlachtlinie,dergestalt, dass die zwei neuen Legionen aus dem diesseitigen Gallien und alle Hilfsvölker über ihm auf dem Gipfel standen, und so Hesser den ganzen Hügel besetzen, das Gepäck auf einen Platz zusammen-werfen und denselben durch die Soldaten der obersten Schlachtreihebefestigen. Die Helvetier waren mit ihrer ganzen Macht nach-geriickt, stellten das Gepäck zusammen, warfen unsere Reiter zurückund kamen in geschlossenen Haufen bis an unser erstes Treffenhinan.

Um die Gefahr für alle gleich zu machen und die Hoffnungzur Flucht zu benehmen, liess Cäsar zuerst sein Pferd, dann alleübrigen entfernen, ermunterte die Seinen zum Treffen und beganndann die Schlacht. Die Soldaten trennten durch die von oben herab-geschleuderten Wurfspiesse mit leichter Mühe die Heerhaufen derFeinde und machten dann sogleich mit gezogenen Schwertern einenAngriff auf die Zersprengten. Zum grossen Nachteile der Gallierin diesem Treffen wurden mehrere Schilde durch einen Wurfspiesszugleich durchbohrt und aneinander geheftet; wenn nun das Eisensich umgebogen hatte, so konnte man ihn weder herausziehen, nochauch mit dem so gehinderten linken Arme bequem genug streiten.Viele warfen daher, nachdem sie den Arm lange hin und her gezerrt,den Schild fort und fochten mit blossgestelltem Körper. Endlichfing der Feind nach einem grossen Verluste an zu weichen und sichauf einen ungefähr 1000 Schritt entfernten Berg zurückzuziehen.Als jene den Berg erreicht hatten und die Unserigen nachfolgten,fielen die Bojer und Tulinger, die mit ungefähr 15000 Mann denNachtrab bildeten und den Rücken deckten, von ihrem Zuge geradein unsere offene Seite und überflügelten uns. Das sahen kaum dieHelvetier von dem Berge, auf den sie sich schon zurückgezogenhatten, so griffen sie wieder an und erneuerten die Schlacht. DieRömer griffen sogleich mit veränderter Stellung in zwei Schlacht-reihen an, so dass das erste und zweite Treffen sich den geschlagenenund geworfenen Helvetiern entgegenwarf, das dritte aber die an-rückenden Bojer und Tulinger in Empfang nahm.

So wurde in unentschiedenem Kampfe lange und heftig gefochten.Endlich konnten die Feinde unserm heftigen Andrang nicht länger