266 I. Das Kostüm der Byzantiner und der Volker des Ostens.
gehakt wird (vergl. Fig. 129 a. b. <:. <fj. Von diesem Schmuck,welcher „Safa“ heisst, giebt es nach dem Grad seiner Prachtmehrere verschiedene Arten, worunter man die mit Steinen undPerlen verzierte „ Safa luli“ nennt. — Sonst aber begnügen sichjüngere Mädchen auch selbst in den höheren und reicheren Ständendas Haar völlig frei und schlicht zu tragen oder, was jedoch vor-nämlich nur bei verehlichten Weibern vorkommt, es mit demTurban durchaus zu bedecken (Fig. 127 a. b).
3. In nächster Beziehung zu der „Safa“ stehen die „ Misdgi“und der „Kurs“. Die „Mizagi“ ist ein Streifen Musselin von rosaoder schwarzer Färbung, bei einer Länge von fiinfFuss zu einemetwa fingerbreiten Bande mehrfach zusammengelegt, in der Mittemit Flitterwerk, an den Enden mit ähnlichen Flittern, einer Schleifeund kleinen Troddeln von bunter Seide ausgeziert. Seiner bedientman sich als Kopfputz indem man ihn so um die „Rabtah“ schleift,dass die Flittern des Mittelstücks gerade vor die Stirn zu liegenkommen, während man die verzierten Enden über die Schulternnach vorne zieht, wo sie über die Brust frei herab fallen. Es istdies ein sehr allgemeiner Putz. — Der „Kurs“ ist eine kreisrunde,leicht konvex gestaltete Platte von ungefähr fünf bis sechs ZollDurchmesser, die auf den „ Tarbüsch “ geheftet wird (Fig. 129 a).Die vorzüglichste Art desselben, „Kurs almäs“ genannt, bestehtgewöhnlich aus durchbrochener Goldarbeit mit reichem Besatzvon Diamanten; die zweite, minder kostbare Art, „Kurs daliab“,bildet ein dünn ausgetriebenes Goldblech, seltener ein Silberblech,dessen Mitte ein ungeschliffener, nicht-fa§ettirter Edelstein (ent-weder ein Smaragd oder Rubin ) oder nur ein demähnlich behan-delter falscher Stein (von Glas) bedeckt. Abgesehen von der nochsonstigen Verschiedenheit dieses Schmuckes an und für sich, be-nutzen einzelne vornehme Damen, da sie an sein Gewicht gewöhntsind, selbst für die Nacht einen einfachen Kurs.
4. Hieran schliessen sich, mehr zu besonderer Ausstat-tung des Kopfputzes bestimmt, eine Anzahl verschiedenerAgraffen, goldener Ketten mit Gehängen, Perlenschnüre, goldenerRosetten mit Steinen, Perlen u. A. an (Fig. 129 b. r. d. e. Siebenennt man theils nach dem Stoff, aus dem sie bestehen, theilsnach ihrer Form. Dazu zählt unter anderem die „Kussah“ , einGehänge von Diamanten, Smaragden, Rubinen u. dergl. das vornan der „Rabtah“ getragen wird, sodanu, dem ähnlich, der „Ebcneh“,und die aus mehren Peldenschnüren zusammengesetzte „Schawdtch “,der man sich nach Art der Festons bedient; ferner die ,, Rischch“oder „Feder“ (ein Reis in Gold gefasster Demanten); die „Ka-