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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

mehrentheils, die Schuhe gegen Sölden oder Sandalen, welche über ^Spanne gebunden wurden (vergl. Fig. 126 a. b). Ausserdem trugenauch wohl, insbesondere in Venedig und in den grösseren StädtenLombardei , einen langen, weiten, offnen Kock, vor der Brust zugeK Vmit oben weiten sich zur Hand hin verengenden Ermeln, nebst lang ^fallendem Schulterkragen; das Barett mit Flor umwunden. Gelegengab eben dafür auch hier, gleichwie in Deutschland und den uLändern, ein Einzelner den Ton an (vergl. S. 597; S. 655). So

seinenschwär'

anderem einmal in Venedig , wie Vecellio erzählt, der im DiensteStaats vielbewährte Scipio Cosianzo.Dieser betrauerte einen

Söhne, welcher in Flandern starb, in einer Kleidung durchaus von

Schle' er

zem Tuch, in einer Mütze von Sammet mit darum gelegtem ^und in einem langen Mantel von geschornem Tuch, am unterenmit schwarzem (gekraustem) Krepp umzogen, mit daran bcfindlich erpuze, welche, rücklings bis zum Gürtel hängend, längs der Miff® ^Streifen von ebensolchem Krepp benäht war, was eine grosse "^^[jetePersonen im Trauerfalle nachahmte. Auch bei den Weiberndas hauptsächliche Trauergewand ein von den Schultern herabia flanger Mantel, jedoch ausserdem ein schwarzer Schleier, dergestalt^ ^den Kopf geworfen und mindestens so lang, dass er den Iheilden Hüften vollständig umgab. Doch war es noch um 1500, n a ® ein Venedig , durchaus nicht ungewöhnlich statt eines Mantels e ' n ^j e genschlossenen Rock von schwarzem Damast, Sammet oder Seide anzund darunter ein farbiges, gewöhnlich dunkelbraunes Gewand z* 1 .^j c b'ja sich sogar wie sonst zu kleiden. Die Witt wen gingen o emelI ^° te pin schwarzer ,, rascia (Scharsche), mit einem Schleier und einemförmigen Umhang, der vornherab, ähnlich einer Stola, mit weissen ^ . n

hpspf^t war. ip.dp ftphnltpr mit pinpm SHipIt orplhpn fttnff benäht, a .

besetzt war, jede Schulter mit einem Stück gelben Stoff benäht, j n

einer Haube von weisser Gaze, welche das Haar gänzlich verde 6 |..

Venedig aber völlig schwarz, durchaus schmucklos, Hauptmit einem schwarzen Schleier verhüllt. Waren sie gewillt ihre .j^gltschaft aufzuheben, so deuteten sie dies, unter noch längerem s je

der schwarzen Kleidung, durch eine Schleppe an; und beabsic esich wieder zu verheirathen, so konnten sie einigen Schmuck anihr Haar vom Schleier etwas entblössen. c hi^ e1> '

Die Landleute kleideten sich je nach den Gegenden vers ^In der Nähe grösserer Städte, besonders in Oberitalien ,

züglich die Weiber ganz dem dort herrschenden Geschmack, i ^ r0 a

fand, nicht ohne Verwunderung, die Bäuerinnen in der Umg£g cFlorenz und Lucca wie Frauen von Stande gekleidet, dass s ' e j^iitozierlich tanzten wie diese, und die feinsten Schuhe und feinstenhatten. In den von den Grossstädten entfernteren Gebieten