Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
768
JPEG-Download
 

768

II, Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

derer Geltung zu gelangen, als sie eben ihrer grösseren Künste .wegen bedeutend kostspieliger war, mithin aber gerade ihre Din ^beim Heere einen gar ausserordentlichen Kostenaufwand erfordert 1 ^

würde. Diese Erfindung, etwa zwischen 1510 und 1518 vonoder Nürnberg ausgehend, zunächst von dem Nürnberger Hofft' rverbessert, sodann, um den Schluss des Jahrhunderts, von den nur ^Büchsenmeistern Georg Kuhfuss und Caspar Recknagel bedeute ^vollkommnet, bestand in dem, nach ihrem wesentlichen Theil sogen* fRadschloss (ä rouetf Fig. 303 b. c). Bei diesem war unIlll ^^ ä5 jgunter einer bodenlosen Pfanne mit verschiebbarem Deckel em zllbreites, auf dem Umkreise leicht eingekerbtes Rad angebracht,^gewaltsam rückgängiger Bewegung aufgezogen werden konnte, 1 J.^.meist dem Gesicht entgegenstehend, ein Hahn mit einem inschraubten Stück festen Schwefelkies; sämmtliehe Theile durch ^ ^mit einander verbunden, so dass nach vorangegangener Spann o^durch einen Schlüssel geschah, welcher in einen Zapfen passte,_ -^grinmitten des Rades befand durch einen Druck auf den » ^ ^r

gleichzeitig, plötzlich, von der Pfanne der Deckel schnellte, auf 1 ynHahn schlug, das Rad sich drehte, und die dadurch erzeugten ^das Pulver auf der Pfanne entzündeten. Bereits um 1573 em { eSchloss, das fast nie versagte, selbst eine Art von künstlichem »^^ijchWohl mitveranlasst durch dieses Schuss, das im Uebrigen a g : tel is(bis 1533) sogar hie und da als schädlich verboten ward, 'J . zUe r= tnicht lange nachdem es bekannter geworden war, kam, vermut j ä cU ein den spanischen Niederlanden, noch ein zweites Schloss, das S P na cli

Schloss oder Schnapphahn auf, welches seiner Bescha

affenheh

hielt-

A*

zwischen jenem und dem Luntenschloss gleichsam die Mitte ''-t-

rsehende, **

diesem Schloss befand sich der mit Schwefelkies zu vers

liehe Hahn, dem Gesichte zunächst, und ihm gegenüber eine ge-bewegliche Stange mit darauf rechtwinklig ruhender, oberhalb ^ ],jnrundeter, mehrfach gekerbter Platte, welche sich gegen die ez0 gePtsenkte (Fig. 303 d). War es gespannt, und ward der Drücker^ pj a tteso schnellte der Hahn gegen die Platte, Funken sprühend, ie i |1vermittelst ihrer bewegbaren Stange nach rückwärts drängen ^.j eD »u &Besitz von drei verschiedenen Schlössern, pflegte man denn bi» vot'selbst wohl, um für alle Fälle gesichert zu sein, zwei derselben, ^. ge nzugsweise dieses Schloss und das Luntenschloss, miteinander zU deB eI1

ick 1

(Fig. 303 d). Zugleich mit der Verbreitung dieser Schlosser, ^ lU ,jedoch derSchnapphahn gegen dasRadschloss vorerst ^ n( j e R°l ,rrecht aufzukommen vermochte, wurde das damit zu ver mzunehmend vervollkommnet, auch das Ganze hinsichtlich rem a j. jinAusstattung immer kunstvoller, ja vereinzelt sowohl im h