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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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Geschichtliche Uebersieht.

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m it Glück führte und endigte, zugleich mit reinster Begeisterung dieSache des Protestantismus erfasste, unaufhaltsam siegreich vordrang, siedurch seine wahrhaft edle menschliche Grösse adelte und seinen Helden-tod besiegelte, so auch wirkte er gleich mächtig auf sein Volk, auf dieEntfaltung all er seiner Kräfte zurück. In gerechtem Stolze auf seineErfolge, auf sein Uebergewicht in Deutschland , seine Obmacht über Polen ,z udcm, bei allen Vorrechten des Adels, durch die von seinem Königegegebene Reichstags- und Ritterschaftsordnung zu grösserer Einheitlich-keit gebunden, gefördert durch fernere Erweiterung des Handels, der sichbald bis nach Ostindien erstreckte, des Landbaus, Bergbaus u. s. f., ge-wann denn das Volk bei angestammter Biederkeit, Schlichtheit und Ein-fachheit ein Hochgefühl von Edelsinn, Würde, Ernst und maassvollerEreiheit, das nun, gleichwie es sein Inneres durchdrang, auch seine Aus-drucks form bestimmte.

Jedoch, wie die so schnelle Erhebung im Grunde mit des KönigsPersönlichkeit, mit seiner Wesenheit engst verknüpft war, verlor sie11 ach seinem jähen Falle auch wiederum an Festigkeit. Allerdings konntedies zufolge ihrer so tiefgehenden Begründung, und bei der namhaften^ergrösserung des Staats durch Ländererwerb im westphälischcn Friedenimmerhin nur äusserst langsam, zunächst kaum merklich vor sich gehen.Dennoch kündigte es sich schon unter der Herrschaft seiner TochterChristine (bis 1654) noch während ihrer Bevormundung (bis 1644) undzwar durch den sich nun wieder erhebenden Adel und seinen Einflussan - Auch waren ihr launenhaftes Wesen, ihre leidenschaftliche Eitelkeit,ihre Neigung den Sonderling zu spielen, wie ihr willkürliches Gebahren,'bre wachsende Verschwendung, die sie sogar zur Veräusserung vonKron-gütem veranlasste, und alle daraus hervorgehenden verkehrten Ansichtenl,n d Maassnahmen eben keineswegs geeignet den Staat in seinem Ge-wichte zu erhalten. Ausserdem blieb nach des Königs Tode der faste inzige Zweck des Reichs die Erlangung von Staatsvortheilen, was eben-es nicht wenig beitrug den allgemeinen Aufschwung zu hemmen.Dass es hiernach Karl X. Gustav (bis 1660) glückte, durch seine rast-l°se Kriegsfertigkeit Polen und Dänemark zu bezwingen, ebenso Branden-km'g hart zu bedrängen, vermehrte wohl den Waffenruhm, vermochtesolcher Abschwächung indessen auch nicht wirksam zu begegnen; diesooch um so weniger, da sich den so bedrohten Mächten England undHolland im Verein mit Frankreich und Oesterreich anschlossen, undSchweden (um 1660) eine Stellung anwiesen, die der Erhaltung desGleichgewichts hauptsächlich im Norden vollständiger entsprach.

Doch auch besonders hatte sich seit dem Regierungsantritte Chri-stinens die Lebensweise an sich geändert. Sie, gelehrt, geistvoll dochohne Halt, dem Katholicismus ergeben, französischer Bildung zugeneigt,