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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1083
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A. Tracht. Waffen u. Bewaffnung (Angriffswaff.) im AUgem. (16001700). 1083

Abgesehen von denBeidenliändern, welche ohne Scheide belassenund ohne Wehrgehänge geführt wurden (S. 762), trat auch in der Weisedas Schwert oder den Säbel zu tragen, eiue Aenderung ein. An-fänglich noch an dem um die Hüften zu schnallenden Schwertriemenfesthaltend (Fig. 351 ff.; Fig. 375 ff.), ward es schon im Verlauf derzwanziger Jahre nicht minder üblich, diesen gegen ein über die rechteSchulter zu hängendes Querbandelier zu vertauschen (Fig. 325 ff.). Seit-dem erhielten sich beide Arten ziemlich gleichmässig bis zur Mitte desJahrhunderts, von da an aber das Querbandelier in steigendem Gradezur Vorherrschaft gelangte und, sich zu einem ausnehmenden Prunkstückentfaltend, zugleich beträchtlich in die Breite wuchs {Fig. 378 a; vergl.Fig. 360a}. Während der siebenziger Jahre indessen kehrte man ziem-lich allgemein wiederum zu dem Hüftgurt zurück (s. unten).

Von den Stangenwehren wurde die zum Spies oder zur Pikeumgewandelte (Reiter-) Lanze eine Hauptwaffe. Sie währte als solche,unter Verminderung ihrer Länge, bis gegen 1680, zu welcher Zeit siemehrentheils dem Degen und dem inzwischen erfundenen, langspitzigen»Bajonet wich. Ihre Länge von sechszehn bis achtzehn Fuss wardetwa seit 1630 durch Gustav II. Adolf bei den Schweden durchschnitt-lich auf elf, in den übrigen Heeren aber, bis gegen 1640, auf fünfzehnfuss ermässigt. Der Schaft, fortdauernd vorzugsweise von Eschenholz,erhielt zur Verstärkung gegen Hiebe, insbesondere oberhalb, einen Be-schlag von Eisenblech, meist spiralförmig angeordnet, und bisweilen amMüssende einen eisernenSchuh nebst Erdstachel. Die Klinge bliebim Ganzen unverändert, spitzblattförmig zweischneidig, oder langspitzigv ierkantig, mit verhältnissmässig langer, ringförmig profilirter Tülle; letz-tere folgends häufiger ziemlich dicht unter der Klinge mit einem kurzen,geraden oder m förmig 'gebogenen Querbügel versehen. Die ander-weitigen Stangenwehren (S. 764), sofern sie nicht gerade wie die Glai -Ve n, Voulgen u. A. alsbald verschwanden, geriethen als Kriegswaffenm Verfall, wobei sie dann theils zu blossen soldatischen Abzeichen unter-geordneterer Rangstellungen, theils zu ausnahmefälligen Paradestückenherabsanken. Einer solchen Verkümmerung unterlagen sowohl die»Hellebarden undPartizanen als auch, und zwar insbesondere, die»Ronsarden und das Spetum oderSponton. Sie sämmtlich, höch-s tens ausgenommen die doppelklingige Hellebarde, welche wenigstens inEngland noch in einiger Achtung fortbestand, wurden nun, eben fürjene Zwecke, bis auf acht und sechs Fuss verkürzt, und die Prunkstückedarunter allerdings stets schmuckvoll, nicht selten selbst sehr reich behandelt.Eei den bloss soldatischen Abzeichen beschränkte sich eine solche Be-handlung gemeiniglich auf eine nur einfache Ausstattung der., meist zuden Seiten breit ausladenden Klinge mit dem (eingravirten oder geätzten)