B. Geräth. Handwerk; Elfenbein-, u. Bernsteinarb. (1700-1815 ff.). 1349
zierungsmässig durchbrochenen Würfeln, Plättchen u, dergl., anderntheilsin Pokalen, Kannen, Bechern, Schüsseln, Schalen u. s. f., so wie auchin Tischen, Stühlen und Schränkchen, wozu jedoch fortan noch mehrfachhinzukamen Schreibzeuge, Blumengefässe, Untersätze in Form von Stand-säulen oder Pyramiden, Uhrgehäuse und v. A. Als mehr selbständigeKunstarbeiten aber wurden nun besonders beliebt durchweg rund behan-delte Figuren von sehr verschiedener Grösse, einzeln oder in Gruppen,bei denen gewisse Theile, so namentlich die Gewandung, aus Holz, ge-meiniglich „Calambae“ (Al,oe) geschnitzt waren, und, nächst den fort-dauernd begehrten Darstellungen aus der heiligen Geschichte, den Cru-cifixen u. dergl., umfassendere Arbeiten zu kirchlichem Schmuck. InWerken dieser Art bethätigten sich vorzüglich die Bildschnitzer Lückezu Dresden und Simon Troger von Haidhausen bei München (bis 1769).Von ihnen fertigte der erstere im Jahre 1736 ein hohes Crucifix, hinter-wärts mit erhobenen Bildern aus der Leidensgeschichte Christi ; letztererin Gestalt einer Gruppe von mehr denn zwei Ellen Höhe, mit theil-weiser Verwendung von Holz, das Opfer Isaaks; beides, nächst anderenArbeiten derselben, im „Grünen Gewölbe “ zu Dresden befindlich. Nochsonst aber zeichneten sich aus: Friedrich Kleinert , geboren inPreussen,zu Nürnberg (bis 1714); Martin Teuber zu Regensburg (um 1720)Balthasar Permoser aus Bayern (gest. 1732), Magnus Berg zu Kopen hagen (gest. 1739); H. Scheemacker zu Paris (um 1740); Louis Crounetzu Paris (um 1746); Ignatius und A. L. Eulhofer zu Düsseldorf , A.C. Luck, Caspar Schneck aus Tyrol, Chr. Jorhan von Griesbach (um1750); Leonhard Riedlinger zu Augsburg (gest. 1768); Graf Lodron(um 1780); Michael Rainer zu Nürnberg (bis 1789), und zu Ende desJahrhunderts, bis zu welcher Zeit der Betrieb sich beträchtlich ab-schwächte, Peter Melchior von Lindorf und Lebrecht Schulz zu Mei ningen . —
Demähnlich verhielt es sich mit der Bernsteinarbeit. Auch dieseward in der üblichen Weise fortbetrieben, ohne sich etwa wesentlich aufweitere Gegenstände zu erstrecken (S. 1117). Den Vorrang darin be-hauptete Preussen, wo noch immer gelegentlich, besonders zu fürstlichenGeschenken bestimmt, auch umfangreichere Werke der Art mit demgrössten Geschicke gefertigt wurden. So unter anderem schenkte Fried rich Wilhelm I. im Jahre 1728 an August I. von Sachsen einen Schrankvon höchst künstlicher Behandlung. Derselbe, aufgestellt in der sehrreichen Bernsteinsammlung des „Grünen Gewölbes “ zu Dresden , ist, beiviertehalb Ellen Höhe und einer Elle neunzehn Zoll Breite, nebst einemähnlichen kleineren Anfsatz aussen und innen mit allerlei Arten vonBernstein regelmässig belegt, ausserdem, gleich den früheren Kunst-schränken (S. 1119), angefüllt mit den mannigfachsten Kleinarbeiten,