I. TEIL.
Die genähte Spitze.
TAFEL I.
Zughöhl, Einfacher Durchbruch undDoppeldurchbruch, Italien , 16. Jh.
Die Entstehung der genähten Spitze lässt sich auf dieLeinenstickerei zurückführen. In deren Arbeiten finden sichbis zum 16. Jahrhundert die verschiedensten Zier- undSchlingstiche. Diese sind zuweilen schwebend auf der Lein-wand gearbeitet.
a) Zughöhl. Um das Muster mehr hervorzuheben, wirdder Grund durch starkes Anziehen des Stickfadenszusammengezogen, wodurch sich kleine Hohlquadrate— Zughöhl — bilden. Die leicht umrandete Zeichnunghebt sich auf diesem Grunde deutlich ab.
b) Durchbrucharbeit. Um die Hohlwirkung weiter zuverstärken, musste ein Teil der Fäden ausgezogenwerden. Sie sind nur in der Schussrichtung entferntworden, die gebliebenen Kettenfäden sind umnäht —einfacher Durchbruch — der mittlere Einsatz ist ge-klöppelt.
c) Doppeldurchbruch. Werden aus beiden RichtungenFäden ausgezogen und die beibehaltenen Fäden um-näht, so nennt man die Arbeit Doppeldurchbruch.
i