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dass sämtliche Fäden auf vier Stäbe verteilt sind. Endlich befestigt man die an-gehängten Gewichte in der Ordnung dass nur Fäden von einem Stabe an ein unddieselbe Kugel gebunden werden. Nachdem dieses geschehen, entfernt man die beidenRispenschnüre, (b., b.) und die Arbeit des Webens kann beginnen.
«Die eben beschriebene Verteilung des Zettels an verschiedene Stäbe macht esmöglich, nach Belieben je 3, 2 oder 1 Faden zu ziehen, die übrigen liegen zulassen und durch diesen Wechsel der Züge die verschiedensten Arten von Musterndarzustellen.» Taf. XXIX Fig. 2 zeigt das einfache Gewebe mit Rand.
Konservator Ulrich schreibt hierzu: «Die vorliegende Nummer qualifiziert sichals ein Fragment eines glatten Gewebes mit Seitenborden (Lisiere), wie solche jetzt nochauf unseren gewöhnlichen Leinwandstühlen angefertigt werden. Das Gewebe bestehtaus ungefähr gleich groben Zettel- und Eintragfäden. Beide bestehen aus Leinengarn.Die Fäden sind nicht dicht aneinander geschlossen, so wenig beim Zettel als beimEintrag, wie dies in der Regel bei modernen Geweben der Fall ist. Das Ganze siehtsiebartig aus. Einzig die Seitenborde, die aus fünf bis sechs dicht aneinander liegendenZettelfäden besteht, ist vollständig kompakt. Zur Erzeugung solcher Gewebe bedarfes nicht unbedingt eines Stuhles, dieselben können, wenn auch mühsamer, auch aufeinem Rahmen erzeugt worden sein. Die Rispung ist unentbehrlich, aber vermittelstzweier Stäbe leicht herstellbar, indem man je die Hälfte der Zettelfäden mit einemdieser Stäbe verbindet und so nach Belieben diese oder jene Hälfte heraufziehen undden Schuss in das offene Fach einschliessen kann. Mittels Vermehrung der Rispen-stäbe lassen sich auch geköperte Gewebe auf gleiche Weise hersteilen. Eine Ladeoder ein Blatt zum Anschlägen der Schussfäden war nicht vorhanden, da sonst derSchuss dicht aneinander liegen würde, ebensowenig Webbäume, auf denen der Zettelund das Tuch aufgewickelt werden konnten. Das Tuch hatte nur beschränkte Länge.
Für die Annahme, dass obige Gewebe nicht auf einem Stuhl erzeugt wordensind, spricht ein Muster, namentlich deshalb, weil dasselbe sowohl eine Anfangsbordeals eine Seitenborde besitzt. Das Gewebe ist glatt und ganz gleich, wie das vor-hergehende, bezüglich Zettel und Eintragsmaterial. Der Gewebeanfang besteht ausfünf bis sechs starken Fäden, welche an einer Seite des Rahmens aufgespannt undmit demselben stellenweise verbunden sind. Um diese Anfangsfäden sind danndie Zettelfäden je paarweise geschlungen. Die ersten Eintragsfäden schliessen sichdicht an diese Anfangsfäden an und bilden so eine solide Borde. Aus diesem An-fänge lässt sich der Schluss ziehen, dass die Weber doch imstande waren, die Schuss-fäden dicht aneinander einzuschliessen, wenn auch im allgemeinen diese Gewebe einmehr siebartiges Aussehen haben und deshalb wohl nicht in unserem Sinne gewoben,sondern vielmehr «gewiefelt» worden sein müssen.»
Taf. XXIX Fig. 1. Eigentümlich geköperter Stoff. Neun Fäden werden infolgender Ordnung auf vier Stäbe befestigt: