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Freiburger Chronik der Burgungerkriege / Peter von Molsheim ; herausgegeben von Albert Büchi
Entstehung
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334
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Sorgfalt der technischen Mache eine leicht kolorierte Initiale V(Blatt 45, Abb. 7) mit konischen Auszackungen und mit unge-mein feinen Ausstrahlungen. Oder er zeichnet in ein V (Blatt 74>die zartgefiederten Blättchen auf der Spitze der grünen Haar-krone einer Pflanze, die er wie dichtgedrängte Sonnenstrahlenhinausleuchten lässt. Die weitaus wichtigste Rolle bei dendekorativen Aufgaben spielt dann die Blüte, die entweder zuFüllungen des Buchstabenkörpers benutzt wird, oder sich ausihrem Kelche frei erhebt. Eine besonders sorgfältig durch-gearbeitete Initiale ist ein von weichem Holzgeflecht gebildetesD, in dessen Mitte sich ein kräftig schraffierter achtzackigerStern befindet (104). Die erwähnte Art der Buchstabenum-rahmung kehrt übrigens öfters in einem naturalisierendenCharakter wieder, der auf plastische Formenbildung hinarbeitet.

7. Die Bemalung.

Die Arbeit des Illuminators in der Chronik stellt sichals eine sehr umfangreiche, aber nicht durchweg erfreulichedar. Der flotte Federzeichnungsstil, in dem die Chronik aus-geschmückt ist, vertrug vielleicht eine diskrete farbige An-tönung der einzelnen Bilder, keineswegs aber eine Anwendungvon Deckfarben. Und doch ist eine ganze Anzahl von Feder-zeichnungen durch eine dicke Farbschicht ihrer Wirkung fastvöllig beraubt.

Die dekorative Gestaltung der grösseren Initialen wirddurch die Nebeneinanderstellung der drei Farben rot, grün undblau erreicht. Dieser Farbendreiklang beherrscht die ganzeHandschrift. Nur in wenigen Fällen kommt noch Ockergelb hinzu.

Aber die Art der Illuminierung der Initialen ist ungemein,mannigfaltig. Bei einer Gruppe von Initialen ist der Buch-stabenkörper mit Deckfarben behandelt. Es gilt dies von denzumeist künstlerisch wertlosen Initialen. Eine andere Gruppevon Bildinitialen zeigt ebenfalls das Aeussere des Buchstaben-körpers grün und rot in Deckfarben, den Grund aber nur vonwenigen farbigen Strichen belebt und darauf die dann wiederin Deckfarben ausgeführte Figur. Eine ganze Reihe vonmenschlichen Figuren, die sich nur an die Vorzeichnung desBuchstabens anschliessen, erheben sich auf dem weissen Grundedes Papiers in völlig farbiger Bemalung; nur die Fleischfarbeist meist ausgespart. Sehr gerne wird übrigens auch ein far-biger Grund, mit Vorliebe ein grüner, angelegt, von dem sich.