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Kälte“. Am anschaulichsten wird uns deren Zweck und Gebrauch in denKrankengeschichten der verwundeten Zürcher Soldaten von anno 1798geschildert. Wicken und II e i s s e 1 werden ebenfalls aus Carpie ge-macht und hauptsächlich für „gestochene und geschossene Wunden undtiefe Geschwüre“ gebraucht, Quellen meissei aus Enzian oderCalm us wurzel oder Schwamm dienen zur Dilatation der Wunden;Pflaster zum Hefften und Heilen derselben, zum Festhalten der Car -pey, zum Heilen von Knochenbrüchen n. s. w.
Hören wir noch kurz, was unser enorm erfahrener Kriegschi-rurg Bilger in seiner „Anweisung zur ausübenden Wundarznei-kunst in Feldlazaretten“ (1763) 1 ) von Verbandstoffen für notwendigfindet:
Er widmet daselbst den 6. sehr ausführlichen Abschnitt dem V e r-bandmateria.1. „Von Plumaceaux, Bourdonnets etc., Pflastern etc.,Compressen und Binden“ 2 ). Die Wunde mag auf die eine oder andereArt beschaffen und zu behandeln sein, „so ist die C a r p e y für alle Zeitals ein allgemeines Wundmittel zu betrachten, welches in oder auf dieWunde gebracht werden muss“. In wenigen Fällen kann sie ersetztwerden durch „Goldschläger blase oder sog. englischen T a f-fent“. Die Carpey wird festgehalten durch Compressen, Binden u. s. w.
Das feldärztliche Instrumentarium.
Komplicierter wird in diesem Zeitraum schon das feldärztlicheInstrumentarium. Wir kennen genau dessen Zusammensetzung inden Feldkisten der Züricher Armee nach Mur alt’sVorschlag (1687). Ausser verschiedenen schneidenden Instrumenten(„Schermesser, Bistorti, Lanzetten“) Scheren, Sondennadeln, finden sichhier Instrumente zur Geschossextraktion, Amputationund Trepanation. In der Kiste des Fabricius ist der ope-rative Apparat noch bedeutend reichhaltiger, wie der Autor selbstja in der Instrumententechnik sehr erfinderisch war.
1) Glogau und Leipzig 1763. „Dem Durchlauchtigsten Fürsten und HerrnFriedrich Heinrich Ludwig, königlichem Prinzen zu Preussen gewidmet vonseinen unterthänigst treugehorsamen Knecht. “ So lautet die Widmung. Derehemalige freie R b ä t i e r und Republikaner brauchte sich dabei keinenZwang anzuthun; in der Heimat tönte es ganz ähnlich; die Wirbelsäulenwaren dazumal überall sehr biegsam.— „Ich ersterbe in tiefster Devotion. Ew.königl. Majestaet allerunterthänigster Knecht.“ Mit diesen Worten legt zueben derselben Zeit (1755) ein Fürst im Reiche des Geistes, Ima-manuel Kant sein unsterbliches Werklein „Allgemeine Naturgeschichteund Theorie des Himmels“ Friedrich dem Grossen zu Füssen .
2) S. 257 ff.