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Die Verwundeten in den Kriegen der alten Eidgenossenschaft : Geschichte des Heeressanitätswesens und der Kriegschirurgie in schweizerischen Landen bis zum Jahre 1798 / von Conrad Brunner
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heidi sch en Wnndkrautes) heist es an anderer Stelle:

fol. 45.Item dz groß heidisch wundcriit. In \vz träckmaß tut deselb träck suffetz (ein öfters vorkommendes Wort, dessen Sinny mir nicht klar ist) 2 ) vnd reinigitz alle vnflat vnd bricht de eitt :

wie vil sin ist.

Das Kraut hat also eine die Wunde reinigende, den Eiter aus-treibende Kraft.

Ueber die Wund tränke in der mittelalterlichen Chirurgie mitbesonderer Berücksichtigung Mondevilles hat Reinbach aufPa-g e 1 s Anregung eine interessante Dissertation geschrieben (Berlin 1899).Es seien derselben folgende Daten entnommen, die zum Verständnis obi-gen Abschnittes beitragen: Die Verabreichung der Wundtränke spieltebei der Behandlung der Wunden eine grosse Rolle. In den chirurgischenLehrbüchern wird ihnen meist ein besonderes Kapitel gewidmet. InBrunos (Bruno von Longoburgo 1252) Werken fehlt allerdingsein solches. Aber schon bei T h e o d o r i c h (12051298) begegnen wirihm. Bei Saliceto und Lanfranchi fehlen besondere Mitteilungendarüber, dagegen wird der allgemeine Gebrauch wieder von Mond e-ville bestätigt. Auch bei Guy de Chauliac findet sich ein Ab-schnitt darüber.Wenn man liest, sagt Reinbach,dass die Pro-gnose bei der Verabreichung des Wundtranks ungünstig ist, wenn er er-brochen ward, dass er an der verletzten Stelle in seiner eigenen Farbewieder erscheint und ähnliches, so kann man sich des Gedankens nichtenvebren, dass diesen Tränken, ähnlich wie den philtra, den Zauber- undLiebestränken eine Art von specifischer Wirkung auf die Wunden zuge-schrieben wurde. Damit hätten wir einen neuen Beweis dafür, dass auchdie Alten schon rein intuitiv und empirisch die Keime der Organo- undSerumtherapie entwickelt haben, ähnlich wie das thatsächlich und un-zweideutig beim Theriak der Fall ist.

Von der W u n d n a li t spricht Trutmann nur an einerStelle und zwar ist hier nicht von seiner eigenen Erfahrung undKunst die Rede, sondern von derjenigen eines Meister Jostvon Underwalden. Dieser nähe keine frischen Wunden, son-dern drücke sie zusammen, und verbinde sie.

fol. 136.Item der selb meist' Jost vnderwaldenh e f t kein frisch wund. Sund' er drickt si numen wol zame vndv'bint si wol vnd nimpt fetzen zum ersten vnd netz in ei gute papoliü.

Was die Wundkomplikationen betrifft, so haben wir* aus der Mitteilung des W undsegens vernommen, dass hier von

1) solidago virgaurea (= auf der Heide gewachsen).

2) Nach Prof. J. Meyer vielleicht wie altdeutsch süfen = sürpfle , auf-saugen, resorbieren.

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