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Moralischer Uhrzeiger der nur I. zeiget, oder Einfältige Predig von dem gebenedeyten Eins der Helvetisch-Benedictinischen Congregation : auff Ihr angestelltes Jubel-Jahrs-Fest Anno 1702 den 14. Sonntag nach Pfingsten / fürgestellt einer zahlreichen Volcks-Versamblung, in dem Hochfürstl. Gottshauss St. Gallen durch Ihre Hochfürstl. Gnaden Herrn Herrn Maurum Abbten dess Hochfürstl. Gottshauss Einsidlen, der Zeit Visitatorem der Schweitzerisch-Benedctinischen Congregation
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Philo Itb. de 54-cnf. Abel, & Cumin sin.

Joan. c.8. v.41.

neti/ so in dem Menschlichen Haupt/ oder Himmlischen kleiner Welk-Kugel / je höcherm bet natüvliden Situation, je hochcr in der angebohrncn Praeeminens/ vor allen ande,ren Sinnen und Gliederen deß Menschen/ den Vorzug hat. Fürwar erzeiget sich in disemcvhebccn Bimmel das Hirn wie ein wahre Sonn/ Gestalten es sich mit unzählbaren Ner.ven als Licchl-Strahlen durch den gantzen Leib austheilen / und ausbreiten thuet. Krafftto chr»' Auslherlung werden die sonst erstairere Glieder mir Empfindlichkeit beseelet / undalelchsamb vom Todt zum Leben erwecket. Über das / seynd wir nicht allein theilhafftigder Empfindlichkeit gleich anderen Thieren / sondern wrr empfangen das edle Würckmmn dem Verstand / gleich den allerrdlisten Vernunft «reichen Creamren zustehet.- Hier.mit verlrittct das Hirne gegen der Vernunfft als undifputierlicbm Königin deß Hertzens,die Stell deß Primier Staats-ddinistri, welcher seiner Fürstin das Bluet raffiniert insubtilistt Geister / welcher präget die Phantast in unterschiedliche schön - gebildete Münzen/welcher jegliche Amhassade zur Audiens führet in absonderlichen Liberepen ; Welcher miteinem Wort / wo man Ihn anficht beym heiteren Liechc der innerlichen Erkandtnuß / er-Griffet sich in dem Menschlichen Haupt / das Haupt deß Menschens. Auff solche Weißverfechten das Hrrne r und behaupten Ihr Gutachten d,e Herren Medici. Welche Pak-

vermeint Ihr LL. AA. hat aus disen zweyen Recht ? Antwort: Das ZWEY ge,winnet heut nichts; wie schon der oberst Göttliche Schied-Richter vor längsten ausge-sprochen. Sintemalen / als in dem alten Gesatz unterschiedliche Schlacht -Opffcr undTheil derselbigen / umb seine Ober. Herrlichkeit rn schuldigste Achtbarkeit zu setzen / von^hme selbsten sind vorgeschrieben / und specificiert worden/ hat Er niemahlen das Hirn/memahlen das Hertz mit eingeschlossen / solle aber dem einten, oder anderem das Prae zu.stehen / hätte das Beste dem Besten sollen zugeeignet werden. Warumb werden dann soEdle Theil deß Opffers, das Hirn / und Hertz verworffen ? als weil das unglückseclige^WEN von einem GOtt und HErrn verworffen ist ? also ists. Hirn/ und Hertzstond ZWEV/ nicht nur materialiter i1 umerali ter, sonder moraliter formaliter zuvcr«stehen Das Hirn ist der Brunnen von deme unser Erkandtlichkeit hei fliestet; Jnglcichemist das Hertz der Brunn / von welchem unsere Anmuthung herquellet. Wie vielfältig nundie Erkandllichkeil; wie vielfacht die Anmuthung, bald gut, bald böß ; bald recht/baldschlecht: bald grad / bald krumb; bald herrlich, bald kncchtlich; bald heilig/bald sünd.lich So vielfältig/ so mannigfältig/wird das Menschliche Hirne und Hertz / das vielenHerren / und vielen Dienrrm abwarttn will. Ach! das gefällt dem einigen HErren undGOtt nicht/ der sagt: Nemo porest duobus Dominis servire. Dannenhero das Hertzund Hirne so nicht in einem verharret / wird von der Würdigkeit eines wohlgefälligenOpffers ausgeschlossen. Höret Philonis wohlfügmden Sententz : Video in Sacrificiorumordine praecipi, ut offerantur prae caeteris victimae partibus adeps , renes, fibrae Jeco-ris, nusquam Cerebrum, nusquam Cor, quae ante alia cenfecrari oportebat. Si Le-gislator in horum altero Principatum agnosceret. .... Quia principalis illa vis sin-gulis temporis momentis, vel ad melius, vel ad deterius mutabilis non manet eodemloco, quamobrem rerum adeo inter se pugnantium capacem honestatis, & turpitudi-nis neutram excludentem Legislator ab Altari DEI amovit. Lasset UNS dann Unser

Hertz nur EIN Hertz/ und unser Hirn nur EIN Hirn oder Seel seyn / welches nir.arnst anderstwo gefunden wird/ als in der Lenedictinischen Congregat, on, da alle Seelen,und alle Hertzen EINS : Lor unum, & Anima una ; Und dtjes EINS will einGOtt/ ein HErr haben, sonstenktins.

Eben deßwegen hat der einige Erschaffet sein Geschöpffmit EINEM Hertzen,undEINER Seelen versehen. Dessentwegen ist nur EIN Empirischer Himmel / derunser erwärm; nur EIN Welt, die uns auffenchalm; nur EIN Mutter/ die uns er,zeuget; nur EIN Leib, der uns bekleidet; nur EIN Glaub, der uns erleuchtet: nurEIN Hoffnung, die uns stärcket; nur EIN Tauff/ der uns waschet; nur EINGesatz / das uns bindet; nur EIN Meister, der uns lehret; nur EIN H'tt/dcr unswandtt : nur EIN Schaaffstall , der uns versicheret; nur EIN Kirchen / die unsversamblet; nur EIN HErr, der unsregirek: nur EIN GOtt/ der uns erhaltet;nur EIN Vatter / der unser Vatter ist : Unum Patrem habemus Deum r WelchesEIN derqestalken unser einige Vatter liebet/daß Er niemand hat zugeben wollen / Ihnesonderlich anzurüsten: Parer meus : Mein Vatter / sonderen ein jegliches Kind muß bet.!en Pater noster : Valler unser; damit erhellen thäte / wir seyen nicht enrzweyer/ sondervereimget, und das gantze Volck seye EINS, EIN Bcnedictimföe Congregatio» :

Non