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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Dis trinck'geschinmacht berH Fribo,Iit; irii'trgaiitz-

to Von dem heiligen Fridolin /

setzt/ und freundlich tractiert worden.Nun begäbe es sich daß der König sei-nen geliebten Gasten ein besondere Ehrwolte beweisen / befähle man solte baldein köstliches Trinckgeschier: voll Weinsherfür bringen ; welches Trinckgeschirrvon Christall/ mit Gold/ Edelgestei-nen / und köstlichen Geschmeidwerckherrlich / und künstlich gemacht / und auchdem König sonderlich lieb wäre. AIsnun der König solchen Kopffoder Ge-schirr von dem Schencken empfangenhätte / tranch er- erstlich darauß / unddarnach reichet er denselben Fridolin /daß er als der allerliebste Gast/ auchsolte darauß trinchen/ wiewohl er wohlwüßte / daß diser H. Mann kein Weinkostete. Da schicket GOtt wunder-barlich/ daß discs Trmckgeschirr / wieschön / und köstlich es immer wäre / demKönig auß den Händen / auff die Taf-fel / und weiter auffdie Banck nidersiele/ja auch in vier stuck unversehner Sachsich zertheilte / und zerbräche: Wie sol-ches der Schenck sahe/ laufst er ge-schwind zu/ griffe / undsamblete drezer-brochne stuck/ setzet sie als vil möglichwar/ an einander»/ und überreichtsie also seinem Herren/ Und König/der wahre betrübt/ nicht allein umden Schaden / und Verlurst deßverbrochenen Trinckgeschierrs / son-der auch wegen der gegenwärtigen Gä-sten / Fürsten / und Herren / so bey derLaffel jäffen; sprach darnach zu dem H.Fridolin : Herr das Trinckgeschirr istum deiner Liebe Willen zu Stucken Zer-fällen / hätte ich dir solches nicht ange-hörten / so wäre es mir nicht auß denHänden entwichen. Ich glaub aber /daß GOtt solches habe geschehen lassi/daß er zu seiner Ehr/ und Lob etwashie wolle durch dich würcken / und etli-che die gegenwärtig an der Taffelsitzen/und den Christlichen Glauben ver-schmähen / erleuchten. Was geschahe?der H. Fridolin / wiewol er sich unwür-dig / und untauglich schätzete ein Wun-dcrwerck zuthun; setzte er doch sein Hoff-nung in die Barmhertzigkeit deß Aller-höchsten/welchem nichts unmöglich ist/er werde ihn zu grösserer Ehr / und Lobseines allcrheiligsten Namens/und derSeelen Heyl erhören. Name also zuihm die obgemelte zerbrochne Stuck deßTrinckgeschirrs / fügte sie zusammen sovil möglich / umsienge sie mit beydenHänden/ neigte sein Angesicht gegender Erden/ legte seine Arm auff die Taf-fel/ und bettet ein Weil zu GOtt heim-lich / bis die vier zerbrochne Stuck wi-derum aneinander gehefft wurde. Dar-auff nimt er das Trinckgeschirr / undreichet es dem König / welches derge-stalt widerum ergäntzet war/ daß nie-

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mand einiges Zeichen eines Bruchsdaran könnte weder sehen / noch spüren.Über dieses grosse Wunderzeichcn habensich der König / rrnd alle andere / die dagegenwärtig gewesen / sehr entsetzt/ undbewegt. Etliche meinen der König seyedamahls noch nicht getaufft/ sonder nurciu Catechumenus gewesen/ und habenach dem H. Tauffgetrachtet; Daß istdoch gewiß / daß er habe in dem fünff-zehenden Jahr seiner Regierung dasChristenthum öffentlich angenommen /Und seye getaufft worden. Nach solchemgeschehnem Wunderwerckist der Königvon der Taste! auffgestanden / und mitgrossen Freuden GOtt dem Allmäch-tigen Danck gesagt / der sein Machtdurch einen solchen Diener so herrlichgeoffenbahrtet hatte. Und das mehrist / da versamleten sich die AbgöttischeHeiden/ bekehrten sich Zu dem wahrenChristlichen Glauben/ verliessen dieFinsternuß der Abgötterey / und wur-den durch den obgemelten BischoffChristlich getaufft. Es bare auch Fn-dolin den König / er wolte ihme/ unddem Bischoff gnädige Audientz geben /damit er seine Sachen Ihr KöniglicheWürde nach derNothturfftfürbringen/und anzeigen möchte.^

AIs nun der Kvnig willig/ undbreit war ihne gütiglich anzuhören/ daentdeckt ihm der Abt sein Meynung /Begierd/ und Anschlag / was ihmeGOTT befohlen hette; zu dem wieer von dem Bischoff genöthiget werrworden/ das Stistt S. Hilarij anzu-nehmen/ und zuverwalten/ darinnener seiner Königlichen Gnad/ undHilffwohl bedörffte sonderlich daß dem All-mächtigen GOtt zu Lob der Kirchenbaugebesseret/und S.Hilarsi ihres würdigenPatrons Heiligthum erhaben / und anein füglichers Orth gelegt wurde. Da-rauf der König gar wohl/zufriden war/und gefiehle ihm die Red / und Mey,nung S. Fridolins wohl / verhiesse ih-me alle Königliche Gnad / VätterlicheTreu / und daß er mit dem fürgenohm-nen Bau im Göttshauß solte fortfah-ren/ Und deß Unkostens halben keinSorg tragen; er wolte ihm mit Raht/Steur/ Gelt/ und Gut/ und aller-ley Kirchengezierd beyspringen / undwas er zu solchem Werck vonnöthen /reichlich dargeben/und mittheilen. Danun S. Frldolin solche willfährige Ant-wort empfangen / bestellte er Steinme-tzen/ und Zimmerleuth brache das al-te Kloster ab / legt den Grund zu ei-nem neuen Grifft/ und sparrte darankeinen Unkosten / biß daß der Bau seingewünschte Zier/ und Vollendung be-käme. Nachdem nun die Kirch auß-sebauen war/ hat sie der Bischoff mit

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© Hilari-heilig,thimi wirierhebt.

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