Dis trinck'geschinmacht berH Fribo,Iit; irii'trgaiitz-
to Von dem heiligen Fridolin /
setzt/ und freundlich tractiert worden.Nun begäbe es sich daß der König sei-nen geliebten Gasten ein besondere Ehrwolte beweisen / befähle man solte baldein köstliches Trinckgeschier: voll Weinsherfür bringen ; welches Trinckgeschirrvon Christall/ mit Gold/ Edelgestei-nen / und köstlichen Geschmeidwerckherrlich / und künstlich gemacht / und auchdem König sonderlich lieb wäre. AIsnun der König solchen Kopffoder Ge-schirr von dem Schencken empfangenhätte / tranch er- erstlich darauß / unddarnach reichet er denselben Fridolin /daß er als der allerliebste Gast/ auchsolte darauß trinchen/ wiewohl er wohlwüßte / daß diser H. Mann kein Weinkostete. Da schicket GOtt wunder-barlich/ daß discs Trmckgeschirr / wieschön / und köstlich es immer wäre / demKönig auß den Händen / auff die Taf-fel / und weiter auffdie Banck nidersiele/ja auch in vier stuck unversehner Sachsich zertheilte / und zerbräche: Wie sol-ches der Schenck sahe/ laufst er ge-schwind zu/ griffe / undsamblete drezer-brochne stuck/ setzet sie als vil möglichwar/ an einander»/ und überreichtsie also seinem Herren/ Und König/der wahre betrübt/ nicht allein umden Schaden / und Verlurst deßverbrochenen Trinckgeschierrs / son-der auch wegen der gegenwärtigen Gä-sten / Fürsten / und Herren / so bey derLaffel jäffen; sprach darnach zu dem H.Fridolin : Herr das Trinckgeschirr istum deiner Liebe Willen zu Stucken Zer-fällen / hätte ich dir solches nicht ange-hörten / so wäre es mir nicht auß denHänden entwichen. Ich glaub aber /daß GOtt solches habe geschehen lassi/daß er zu seiner Ehr/ und Lob etwashie wolle durch dich würcken / und etli-che die gegenwärtig an der Taffelsitzen/und den Christlichen Glauben ver-schmähen / erleuchten. Was geschahe?der H. Fridolin / wiewol er sich unwür-dig / und untauglich schätzete ein Wun-dcrwerck zuthun; setzte er doch sein Hoff-nung in die Barmhertzigkeit deß Aller-höchsten/welchem nichts unmöglich ist/er werde ihn zu grösserer Ehr / und Lobseines allcrheiligsten Namens/und derSeelen Heyl erhören. Name also zuihm die obgemelte zerbrochne Stuck deßTrinckgeschirrs / fügte sie zusammen sovil möglich / umsienge sie mit beydenHänden/ neigte sein Angesicht gegender Erden/ legte seine Arm auff die Taf-fel/ und bettet ein Weil zu GOtt heim-lich / bis die vier zerbrochne Stuck wi-derum aneinander gehefft wurde. Dar-auff nimt er das Trinckgeschirr / undreichet es dem König / welches derge-stalt widerum ergäntzet war/ daß nie-
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mand einiges Zeichen eines Bruchsdaran könnte weder sehen / noch spüren.Über dieses grosse Wunderzeichcn habensich der König / rrnd alle andere / die dagegenwärtig gewesen / sehr entsetzt/ undbewegt. Etliche meinen der König seyedamahls noch nicht getaufft/ sonder nurciu Catechumenus gewesen/ und habenach dem H. Tauffgetrachtet; Daß istdoch gewiß / daß er habe in dem fünff-zehenden Jahr seiner Regierung dasChristenthum öffentlich angenommen /Und seye getaufft worden. Nach solchemgeschehnem Wunderwerckist der Königvon der Taste! auffgestanden / und mitgrossen Freuden GOtt dem Allmäch-tigen Danck gesagt / der sein Machtdurch einen solchen Diener so herrlichgeoffenbahrtet hatte. Und das mehrist / da versamleten sich die AbgöttischeHeiden/ bekehrten sich Zu dem wahrenChristlichen Glauben/ verliessen dieFinsternuß der Abgötterey / und wur-den durch den obgemelten BischoffChristlich getaufft. Es bare auch Fn-dolin den König / er wolte ihme/ unddem Bischoff gnädige Audientz geben /damit er seine Sachen Ihr KöniglicheWürde nach derNothturfftfürbringen/und anzeigen möchte.^
AIs nun der Kvnig willig/ undbreit war ihne gütiglich anzuhören/ daentdeckt ihm der Abt sein Meynung /Begierd/ und Anschlag / was ihmeGOTT befohlen hette; zu dem wieer von dem Bischoff genöthiget werrworden/ das Stistt S. Hilarij anzu-nehmen/ und zuverwalten/ darinnener seiner Königlichen Gnad/ undHilffwohl bedörffte sonderlich daß dem All-mächtigen GOtt zu Lob der Kirchenbaugebesseret/und S.Hilarsi ihres würdigenPatrons Heiligthum erhaben / und anein füglichers Orth gelegt wurde. Da-rauf der König gar wohl/zufriden war/und gefiehle ihm die Red / und Mey,nung S. Fridolins wohl / verhiesse ih-me alle Königliche Gnad / VätterlicheTreu / und daß er mit dem fürgenohm-nen Bau im Göttshauß solte fortfah-ren/ Und deß Unkostens halben keinSorg tragen; er wolte ihm mit Raht/Steur/ Gelt/ und Gut/ und aller-ley Kirchengezierd beyspringen / undwas er zu solchem Werck vonnöthen /reichlich dargeben/und mittheilen. Danun S. Frldolin solche willfährige Ant-wort empfangen / bestellte er Steinme-tzen/ und Zimmerleuth brache das al-te Kloster ab / legt den Grund zu ei-nem neuen Grifft/ und sparrte darankeinen Unkosten / biß daß der Bau seingewünschte Zier/ und Vollendung be-käme. Nachdem nun die Kirch auß-sebauen war/ hat sie der Bischoff mit
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