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Münster«thal wird ^mit Araiil' lunk> Molv ^vcrhttget- ,
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S- m>,man straff«»denne«.
Von dem H. Germano / Abt/ und Märtyrer. 79
German erkennete/ daß seine Ermah-nung bey dem Fürsten geringe Fruchtgebracht: weinete er bitterlich / befäh-le allda GOtt dem Höchsten sein / sei-nes Völckleins/ und deß gantzen Thalselenden Zustand innbrünstiglich.
Als dise beede ihr Gebett in dermai,, und Kirchen vollbracht/ stunden sie auf/fcfn Esekl und wahren gesinnet wider zu ihremÖdende« Kloster zugehen; da eyleten ihnen etli-^ che vom dem leydigen Feind besesseneSoldaten nach / zogen ihnen ihre Klei-der mit Gewalt auß/ und nahmen al-les was sie bey sich getragen. Denenspräche der fromme Priester/ Und AbtGerman zu / von solcher Boßheit/ undargem Leben abzustehen : darüber sienoch grimmiger wurden; da nun derH. German merckte daß er da seinLeben beschlüssen müßte/ wendet er sichzu seinem Mitbruder/ ermähnet densel-ben/ sich starck/ und standhafftigin deeMarter-Cron zuerzeigen; danute da-rauf GOtt der grossen Genad/ daß erwürdig geacht/ um seiner GöttlichenEhr / und Glauben willen/ das Blutund zeitlich Leben darzugeben. Aufdiß horte er ein Stimm von Himmel /die da sagte : Komme du getreuer Die-ner / und Verwalter / dann dir seynddie Himmel aufgethan / und deiner An-Gf fc* kunftt erfreuen sich die Heiligen Engel.
2n dem S. German also innbrünstigtefffittrt gebetten/ und auf sein End sich berej-Mrner» rete/ gienae ein frecher Kriegsmanttgantz ungestümm zu ihme/ und schlügeihm sein Haubt ab/ den 21 . Februa-rii nicht weit von Rennenddrff: Ran-doaldus aber würd von einem andernKrieger mit einem Spieß durchstochen;ist also seines getreuen Abts in derMarter ein aufrichtiger Nachfolgerworden. Nach verrichrem Mord gwn-gen die Thäter von dünnen liessen bee-der Heiligen Cörper im Feld ligen /g.. welches die Grande valler bald ihnenworden: Als sie zu Mitternach in derstfuÄ' Metten gewesen/ auf Cathedra;, S.?>»drgr^ Petri Antioehiste, bedauretensie beede** unschuldige Marter/ und Tod/ such-ten ihren H. Vatter bey drey Stun-den/ fanden ihn nicht fern von Rensuendorff/ führten mit grossem Leydbeeder Leichnam in das GottshaußGrande vall/ und begruben sie in S.Peters Münster. Bey S. GermansGrab hüt GOtt der Allmächtig durch^ssen Fürbitt/ vil grosse Genad/ und^armhertzigkeit bewisem
Ein Mensch im Münsterthal mit c *p &schwärem/ und gefährlichem Fieber an- A""w,'rdgefochten/ wurde durch die seinige gen [Ja Mt *Grande vall zu dem Grab deß Heil.
Germans geführt / sahe dessen Leibgür-tel in der Kirchen hangen, weichenderUngesunde Mensch begehrte an zu rüh-ren/ gäntzlicher Zuversicht/ sein Ge-sundheit dardurch mit Göttlicher Hilffzu erlangen; darauf ein Ordens-Per-söhn diß Orts so ein Diacon wäre /den Gürtel abgelöset / m einen KelchWein oder Wasser gössen/ Visen Gür-tel darin» eingenetzt / und dem Kran-zutrincken geben; auf Visen TrUnck wur-de der Kranck deß Fiebers ledig, undbekam seine vorige Gesundheit wider.
Im ersten Jahr nach vem S. Ger-Man die Marter - Cron erlanget hatte/sahe männiglich mit grossem Wunder an schwerder H. Weyhnachten ein übernatürli- Elan-,chen Schein / und Glantz auß - und ü-ber seinem Grab leuchten ; von disemJahr an mehreren sich die Wallfahrten/und Wunderwerck an Krummen, Lah-men, und Blinden/ an denen welcheübel/oder gar nicht höreeen/ an Stum-men/ und Besessenen/ welche GOTTdurch Verdienst dises H. Märtyrersgewürckt: Weilen aber diß alles we-gen Krieg / Empörungen / Brunst / undVerstörung diß Gottshauß / und um-ligenden Gezirck/verlohren worden/mußich auch vil stillschweigend übergehen.
Doch gäbe GOtt allezeit wider Genad/und erweckere eyfferige Menschen/ sodem Kloster zusteur kommen / und mil-le Händ zu dessen wider Auferbauungerzeigt haben. Nach dem es aber vonS. Benedicti -Orden zu einer Weltli-chen Probstey/ und Chorherren Stifftverwendet wurde / vermehreten sichzwar die Wallfahrten / und der PilgerAndacht: Doch setzten es letstlich vilin Zweiffel/ ob S. German noch inder steinenen Sarch / nach so vil vber-zehlten Zuständen/ hinder dem Altarvorhanden were. Derowegen nach777- Jahren von S. Germans Mar-ter/ nehmlich Anno i477> Am Mit-wdch nach S. Margareten Tag / hatProbst Heinrich von Amprrngen nebenfemen Stisttherren / den Sarch an ge-meltem Orkh mit grosser Andacht/ undherrlichem Gesang eröffnet/ und mitsondern Freuden deß Heiligen Gebeinallda beysamen gefunden/ darauß zu-schliessen/ daß dise Begräbnuß vonniemandö zuvor sey eröffnet wor-den. Benedictus DEus.