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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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fcap. 4<

Münster«thal wird ^mit Araiil' lunk> Molv ^vcrhttget- ,

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S- m>,man straff«»denne«.

Von dem H. Germano / Abt/ und Märtyrer. 79

German erkennete/ daß seine Ermah-nung bey dem Fürsten geringe Fruchtgebracht: weinete er bitterlich / befäh-le allda GOtt dem Höchsten sein / sei-nes Völckleins/ und deß gantzen Thalselenden Zustand innbrünstiglich.

Als dise beede ihr Gebett in dermai,, und Kirchen vollbracht/ stunden sie auf/fcfn Esekl und wahren gesinnet wider zu ihremÖdende« Kloster zugehen; da eyleten ihnen etli-^ che vom dem leydigen Feind besesseneSoldaten nach / zogen ihnen ihre Klei-der mit Gewalt auß/ und nahmen al-les was sie bey sich getragen. Denenspräche der fromme Priester/ Und AbtGerman zu / von solcher Boßheit/ undargem Leben abzustehen : darüber sienoch grimmiger wurden; da nun derH. German merckte daß er da seinLeben beschlüssen müßte/ wendet er sichzu seinem Mitbruder/ ermähnet densel-ben/ sich starck/ und standhafftigin deeMarter-Cron zuerzeigen; danute da-rauf GOtt der grossen Genad/ daß erwürdig geacht/ um seiner GöttlichenEhr / und Glauben willen/ das Blutund zeitlich Leben darzugeben. Aufdiß horte er ein Stimm von Himmel /die da sagte : Komme du getreuer Die-ner / und Verwalter / dann dir seynddie Himmel aufgethan / und deiner An-Gf fc* kunftt erfreuen sich die Heiligen Engel.

2n dem S. German also innbrünstigtefffittrt gebetten/ und auf sein End sich berej-Mrner» rete/ gienae ein frecher Kriegsmanttgantz ungestümm zu ihme/ und schlügeihm sein Haubt ab/ den 21 . Februa-rii nicht weit von Rennenddrff: Ran-doaldus aber würd von einem andernKrieger mit einem Spieß durchstochen;ist also seines getreuen Abts in derMarter ein aufrichtiger Nachfolgerworden. Nach verrichrem Mord gwn-gen die Thäter von dünnen liessen bee-der Heiligen Cörper im Feld ligen /g.. welches die Grande valler bald ihnenworden: Als sie zu Mitternach in derstfuÄ' Metten gewesen/ auf Cathedra;, S.?>»drgr^ Petri Antioehiste, bedauretensie beede** unschuldige Marter/ und Tod/ such-ten ihren H. Vatter bey drey Stun-den/ fanden ihn nicht fern von Rensuendorff/ führten mit grossem Leydbeeder Leichnam in das GottshaußGrande vall/ und begruben sie in S.Peters Münster. Bey S. GermansGrab hüt GOtt der Allmächtig durch^ssen Fürbitt/ vil grosse Genad/ und^armhertzigkeit bewisem

Ein Mensch im Münsterthal mit c *p &schwärem/ und gefährlichem Fieber an- A""w,'rdgefochten/ wurde durch die seinige gen [Ja Mt *Grande vall zu dem Grab deß Heil.

Germans geführt / sahe dessen Leibgür-tel in der Kirchen hangen, weichenderUngesunde Mensch begehrte an zu rüh-ren/ gäntzlicher Zuversicht/ sein Ge-sundheit dardurch mit Göttlicher Hilffzu erlangen; darauf ein Ordens-Per-söhn diß Orts so ein Diacon wäre /den Gürtel abgelöset / m einen KelchWein oder Wasser gössen/ Visen Gür-tel darin» eingenetzt / und dem Kran-zutrincken geben; auf Visen TrUnck wur-de der Kranck deß Fiebers ledig, undbekam seine vorige Gesundheit wider.

Im ersten Jahr nach vem S. Ger-Man die Marter - Cron erlanget hatte/sahe männiglich mit grossem Wunder an schwerder H. Weyhnachten ein übernatürli- Elan-,chen Schein / und Glantz auß - und ü-ber seinem Grab leuchten ; von disemJahr an mehreren sich die Wallfahrten/und Wunderwerck an Krummen, Lah-men, und Blinden/ an denen welcheübel/oder gar nicht höreeen/ an Stum-men/ und Besessenen/ welche GOTTdurch Verdienst dises H. Märtyrersgewürckt: Weilen aber diß alles we-gen Krieg / Empörungen / Brunst / undVerstörung diß Gottshauß / und um-ligenden Gezirck/verlohren worden/mußich auch vil stillschweigend übergehen.

Doch gäbe GOtt allezeit wider Genad/und erweckere eyfferige Menschen/ sodem Kloster zusteur kommen / und mil-le Händ zu dessen wider Auferbauungerzeigt haben. Nach dem es aber vonS. Benedicti -Orden zu einer Weltli-chen Probstey/ und Chorherren Stifftverwendet wurde / vermehreten sichzwar die Wallfahrten / und der PilgerAndacht: Doch setzten es letstlich vilin Zweiffel/ ob S. German noch inder steinenen Sarch / nach so vil vber-zehlten Zuständen/ hinder dem Altarvorhanden were. Derowegen nach777- Jahren von S. Germans Mar-ter/ nehmlich Anno i477> Am Mit-wdch nach S. Margareten Tag / hatProbst Heinrich von Amprrngen nebenfemen Stisttherren / den Sarch an ge-meltem Orkh mit grosser Andacht/ undherrlichem Gesang eröffnet/ und mitsondern Freuden deß Heiligen Gebeinallda beysamen gefunden/ darauß zu-schliessen/ daß dise Begräbnuß vonniemandö zuvor sey eröffnet wor-den. Benedictus DEus.