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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Hestigen Gallo/ Abt/und Beichtiger. si-

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mit Gallo dem andächtigen / samt nocheylff München / im Jahr deß HLrren56s. oder 566. Aus Jrrland in Engel-land / von bannen in Franckreich ge-schiffet; und wie sie zu König Sige-bertv ankommen / begehrte er Königvon Columbano / daß er von bannennicht in andere Länder reisen / sonderin Franckreich sich solle aufhalten/ undda verbleiben / mit zusag / ihme alleswas er begehrte / zugeben : Weiln sieaber alles umGOttes Lieb / und Wil-len wegen verlassen / wolten sie sich nichtweiter zeitlicher Güter annehmen/ undmit sorgen überladen. Diser Endschul-digung begegnet der König mit solcherAntwort: Begehrest / du dein Creutzauf dich zunehmen / und Christo nach-zufolgen / so begibe dich in die stilleWüste / allein daß du unsere Landnicht verlassest; dann mit solchem Rathkanst du dir deine Verdienst mehren /und unser Heyl darneben befördern.Und weil Columbano die Wahl gege-ben / ein einsamen Orth auszusuchen /ist er in die Wildnuß / Vosagus ge-nannt / mit den seinen eingetretten; dafunde er ein Orth / von alrers hero mitMauren umringet / so aber aus hin-läßigkeit verfallen/Luxovium genannt/von warmen Wässern Reich; allda bau-eten sie ein Capelleu zu der Ehr deß hei-ligen Apostels Petri / und ein Häuß-lein in welchem sie wohnen möchten.Allda haben sich so wohl Bnrgunder /als Frantzosen zu ihnen geschlagen/ mitihnen ein Geistliches Leben zuführen /deßwegen etliche all ihr Haab / undGut übergeben / den Orden angenom-men / und in die willige Armuth sichverlobt. ... ^

Wie nun deß herllgen Columbam/Und seiner Brudern Gottseeliges Le-ben in Franckreich / und TeutschenProvintzen ruchhahr worden / also daßder König Tieterich/ Childeriri Sohn/Sigeberti Vetter / welcher selber Zeitin Burgund regierte / offt zu ihm kom-men / und seinem Gebert sich emsigbefohlen; Disen Hasste der Heil. Vat-ter / um daß er sich mit K^bsweiberbefleckte / und nicht einem EhelichenWeib beywohnete: welcher seine Er-mahnung angenommen / mit Zusag /und Versprechung/ hinfüro von solcherUngebühr abzulassey. Als deß KönigsAnfrau Brunechildis diß wahrgenom-men/ wurde ihr Hertz mit wütherrschemSchlangengifft ganß erfüllet r stunde insorgn: wann die Kebsweiber abge-rafft / und er sich mit einer seinesStands verehelichen solte / müßte sieihrer Wurden entsetzt werden/ und we-nig mehr gelten ; darum fieng sie anden H. Columbannm zuhassen/und alsP. F. Mure*, Die H. Schwel«.

sie demevil Schmach / undSchattdMgesiegt/ gäbe sie dem König den Rath/ersolle sie aus dem Königreich abschaffen /schickte dem Columbano bey einem Ge-sanden Brief / und Bestich / daß ersich im Königreich nicht solle lassen fin-den. S. Columbanus wolle diser Je-zabell entweichen/ begibt sich auf denWeeg/ kommet zu dem König Clota-rio ; Als ein Zeitlang bey deme verbli-be/ begehrte er Hilff von dannen zuTheodeberto Königin in Austrasia zu-kommen: nach dem er solche nach feinemWunsch erlangt/ und allda ankommen/ist er von deme mit grosser Ehr / undFreude« empfangen worden / und et-lich Tag verbliben. Von deme be-gehrt er freundlich Urlaub / und Für-schub zu Agilulpho der Lambarder Kö-nig / durch Alemanmam zuziehen. Esbeschwerte aber sich der König so treff-liche Männer von sich zulassen/ versprä-che ihnen in seines Königreichs Vezirckein gefälliges Orrh zuverordnen/ dazuwohnen/ welches zu Underweisungder umlkgenden Völcker in ChristlicherZucht / und Leben/ beguem seyn wer-de. Weil dann dise Christliche Män-ner den Samen deß Göttlichen Wortsin der Völcker Hertzen fortzupfiantzengesinnet / sagte Columbanus dem Kö-nig zu ein zelllang allda zuverbleiben /wann er sein Versprechen auch hielte.Da sie von dem gezogen / und vil Oer-ther besichtiget/ kamen sie in Alemani-am zu dem Fluß Limmat/ an dem siehinauf gezogen/ und an den ZüricherSee kommen / und als sie an dem Ge-stad hinauf giengen/ kamen sie an dasOrth Tucconia genannt/ welches ih-nen allda zuwohnen/ ein gelegnes Orthzuseyn gedunckte. Aber die Jnnwoh-ner diser Gegue waren grausam/ undaottloß/ opfferrenden Götzen/ beflis-sen sich viler Aberglaubigen Dingen /und Wahrsagung/ so dem ChristlichenGlauben zuwider waren. In demdise heilige Männer angefangen beyihnen zuwohnen/ undewisen ste diescl-bige GOtt Vatter/ Sohn / und H.Geist anzubetten/ und in den wahrenGOtt zuglauben/ die Wahrheit auchin Obacht zunehmen. t S. GaU deßheiligen Columbam Jlmger/ zündetder Götzen-Tempel auß innbrünstigcmEyffer an / versenckke ihre Opffer indenSee/ deßwegen wurden die Völckerauffrührisch/verfogten die Heilige Män-ner mit Grimm/ und Zorn/ beschlossenin gemeiner Verstmm'ung S. Gallumgar zu todten / und S. Columbanumaber wollen sie Geißle«/ und auß demLand treiben.' Als aber der Heil.Vatter derer Anschlag gewahr worden/verliesse er mit seinen Gefährden dieL wi-

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