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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Heil. Othmaro/ Abt/ und Beichtiger. 109

Kloster besser zuerbauen/ ordentliche beyden Landpflegern darum citiert ffar*Gottsdienst anzurichten / vil Persoh- (fett Verweist gäbe/ sie aber kehrtennen zum klöstcrltchen Leben auszuneh- sich fast wenig daran / fuhren in ihremwett / und in allem deß Gvttshauß Nutz Geitz/ und Raubgirigkett immer fort.zubefördercn; also/ daß mit frommer Da nun deßwegen der Heil. Abt zum S- öfljamhertziger Leuthen Hilff/ Steur/und König widerum wolle reisen / liessen sie JJjOJ*Begabungen/ solches an Gebäuen / thne underwegen mit gewehrter Hand/

. Grttern } und Gülten in wenig Jahren und Gewalt einziehen/ und in dieGe-^ M- sehr geäuffnet warde. Es wäre der fangnuß legen. Hierzwischen stiff-T H. Othmarus mit einer sonderbaren ten sie einen Mönchen Lamberrum an/

H wmn ' Demüth begäbet/ flöhe fast die eytle daß er den H. Mann eines falschenEhr/ übte sich ohn underlaß in dem Lasters der Unzucht / bezüchligte ; ihneH. Gebett / kasteiet seinen Leib mit damit von der Prcelatur zuverstossen.vilem Abbruch / Wachen / und Fasten/ Gleich darauf ward aus Antrib gemel-pflegte zu fürnehmen Festtägen ojst 2. ter Pflegeren ein gemeiner Synodus/

Gantze Tag sich von menschlicher Speiß oder Versammlung der Clerisey oderzuenthalren. Gegen den Armen Priesterschastt von dem Bischoff Sydo-war er Barmhertztg/ und freygebig ; nio zu Costantz angestelt/ darinn dettrug grosse Sorg über sie/ daß er ih- H. Abt verklagt; Lambertus der fäl-lten allerhand Nöthdmfftigkeit mittheile sche Zeug wider ihne gestelt/ der be-te/ ihnen selbst pflegte/ und so er ei- zeugte/ er kennete ein Weib die vonnen nackenden/ übelbekleiden Menschen Othmaro geschändt worden. DerH.

' sahe / vfft seine eygne Kleider außzoge/ Othmarus gab auf solche falsche An-und dem Dürfftigen dargabe. Liebte klag kein Antwort: da er aber von vi-die Armuth/ und verachtete die zeitli- len genöthiget ward / sein Unschuld dar-che Reichthum. Als er auf ein Zeit zuthun/ sprach er lerstlrch Ich beken-ein ansehenliche Summa Gelts/ vom ne daß ich über die Massen vil gesündi-^ KönigPipino in Franckreich empfan- get hab/ aber wegen dsses Lasters/gen/ hat er den grösten Theil gleich nimme ich GQtt zu einem Zeugen: be-vor dem Königlichen Pallast/ under schlusse also sein Antwort/ und wolttdie Armen außgetheilt/ daß überige weiters kein Wort reden/ blibe gantzbrachte er/ auf begehren der Bruder/ still getröstende sich seiner Unschuld /in sein Kloster / und kauffte ein kleine und ruhendes Gewissens. Wie nutt & oft

Gerechtigkeit am Boden darum. Wann der Synodus bößlich angesehen/ alsoer etwann gezwungen würd zu reißen / ward er noch arger geendet/ dann derbrauchte er an statt eines Rosses/ ein Heil. Othmarus ward hierauf seinerschlechtes Eselein. Neben anderen Abtthey entsetzt ; gen Bodmen aufGebänen/darinn er die Armen em- das Schloß geführt/ in ein grausamepsieng/ bauet er auch firr die Aussätzi- Kercker gelegt- dahin niemand kom-gen ein Behausung/ unser: von dem men/ so gar auch die nothwendige Nah-Kloster/ darinnen er den Siechen per- rungchme memand bringen Dörffte:al-söhnlich mehr mahlen außwartere / und so daß er vor Hunger bald gar gestor-so emsig pflegte / daß er vfft nächtlicher den wäre. Letstlich aber käme Pat-weil zu ihnen hinauß gienge/ihnen das gotzus/ einer seines Convents/undHaupt/und die Fuß wüsche/ihre ey- bekäme Gelegenheit ihme nächtlicherterige Geschwür mit seinen eygnen Hän- weil Speiß / und Tranck heimlich zu-den säuberte/ und nothwendige Nah- reichen/ welches dann gewehret/ bißrung darreichte. Derer Ursachen er daß Othmarus von einem reicht Mann-wohl ein Vatter der Armen genennt mit Nahmen Goöberius / in ein Jy-werden mag. ful deß Rheins/ nahe bey Stein ge-

führt/ und milter versorget worden.

^k> r. In dem aber der H. Mann solchen/ Allda er den geistlichen Übungen sichund andern Tugenden/ mit höchstem desto mehr ergäbe/ je mehr er von denFleiß obläge ; das Gottshauß auch Leuthen / und ihrem Uberlauff / undviertzig Jahr löblich regierte/ möchte Weltlichen Geschäfften entlediget warder böse Feind solches nicht erleyden : re. Als nun der H. Othmarus bistderhalben er ein grosses Ungewittcr Verfolgung/ Schmach / und Entse- indem-»schwärer Verfolgung anrichtete. Dann tzung von der Abtthey / zwey Jahrge- len».als Warinus / und Ruthardus selbiger dulttglich getragen / und aufgenvhmen/

K" Landpfleger in Turgöu / und erkranckte er in der Jnsul Werth/undSchwaben / die Kirchen-Güter/ be- nähme em Gottseeliges Ende/ gleichsonders aber die zu St. Gallen Götts- als ein Märtyrer den r6. Tag Winter-haußgehörten/ unbefugter Weiß / an monüts indem Jahr Christi 761. Dasich zugen / thäte Othmarus solches dem er bey 40. Jahr Abt zu St. Gallen /

König Ptpino klagen/ welcher ihnen Mld darnach zwey Jahr verflossen/»nd

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