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Von dem Heiligen Othmaro /
cken/ undzurecht kommen/ und in sel-biger Stund ward er gantz Gesund.
Einer auß den Schuleren zu St.Gallen / nähme emsmahls ein stücklemWachs von dem Grab deß HeiligenOthmari. Als er hernach solches außdem Bußen Herfür zöge/ fande er esin einen harten Stein verändert/ undweil der Jüngling solches auß Hart-näckigkeit dises Wunderzeichen ver-schweigen wolle/ öffnete solches seinMitgefell / der disen Dingen ein Wis-senschafft hätte.
Hernach über 60. Jahr / als mandas alte Münster S. Galli abbrach /und von neuem wolle bauen/ wardman rähtig S. -Othmari Grab an derMauren bey S. Johannis BaptistäAltar/ stehen zulassen / weil männia-lich darfür gehalten / mehrgesagter H.Abt were in der Erden begraben/ unddaß von Steinen aufgemaurte/ undmit drey oder vier zöhligen Bretternüberzwercks bedeckt/ und verpflaster-tes Grab/ were nur zu einem Scheingemacht: geschahe es daß in dem ab-brechen ein nicht gar grosser Stein vonder Maur auf das Grab fiele/ einBrett zerbräche/ und der Heil. LeibsDeß Abts Othmari gesehen / wurde.Da wäre der H. Leib mit grosser Ehrm S. Petri Kirchen getragen / alldaer etlich Jahr ruhete. Wenig Tüg nachsolcher Erhebung/ als ein Bruder zuNacht vor der Mettenzeit aufstunde /in dife Capell käme / und daselbst an-dächtig bettete / sahe er zu der rechtenfeiten deß Altars / den H. Othmarumin Engelischer Gestalt / mit Priesterli-chen Kleideren angethan / der kehrtesein Angesicht Hegen Aufgang/ und er-zeigte sich gantz eyfferig bettende. Sei-ne Kleyder gaben einen solchen Glantzvon sich/ daß sie Menschliche Augen nichtrecht anschauen könnten. Als solchesem gute weil gewehrtt/ ist der H.Olh-marus widerum verschwunden.
Als auch ru andern Zeiten / etliche-auß den Brudern pflegten nächtlicherweil in diser S. Petri Capellen zubet-ten vor Metten-Zeit/ fanden sie off-termahlen daselbsten die Kertzen / undAmpelen/ von ihnen selbsten angezün-det/-und so heiter leichten / daß derGlantz durch die Fenster trange/ unddie umligende Gebäu/ und Oerter er-leuchtete. Item so empfanden sie aucheinen sehr lieblichen/ doch unbekanntenGeruch : waren auch Engelische Chörgehört/ die gar lieblich da Sangen/und einen solchen Glantz von sich ga-ben/ daß nicht allein die Capell/ son-
der auch alles gantz erleuchtet wurde»Auß solchen/ und anderen mehr Er-scheinungen / und Miraculis / warddas Convent zu St. Gallen bewegt /Bischoffen Salomoni dem I. Zu Co-stantz/ des H.Vatters Othmari Lebenzu übergebö/und zu bitten/ daß sein Fest-tag Jährlich gehalten/ und von S. PetriCapellen in das neugebauene S. Gal-li Münster getragen möchte werden.Also ließ Bischoff Salomon in demJahr Christi 864. Einen gemeinen Sy-nodum der Geistlichen / und Priestersschafft zu Costantz beschreiben / in demer / und die Beywesende ihren Für-trag bewilligten. Es wäre nach vierund dreyßig Jahren gemelter Lew vonS. Petri Capellen / da er geruhet /herrlich in S. Galli neues Münster ge-tragen / und mit einer Proceßion be-gleitet worden; auch S. Othmari Fest-tag zufeyren Jährlich den 16. TagWintermonats / angestellt. In sel-biger Erhebung waren under seinemHaupt / und um die Brust etliche Ob-laten gantz frisch gefunden / als wannman solche erst selbige Wochen hättedahin gelegt/ da doch innerhalb fünssund dreyßig Jahren / daö Grabnicht eröffnet worden. Nachdemnun der H. Leib in gemeltes Münstergelegt ward / hat man um denselbigen/gleich in den ersten Tagen / einen son-derbahren lieblichen Geruch gespüret.Auch am vierdten Tag hernach / hatsich bey dem Grab em Liecht selber an-gezündt/ und einen gantzen Tag / undNacht gebrunnen. Deßgleichcnauch ein andere Nacht/ an seinemFesttag widerum geschehen. Dervorgesagte liebliche Geschmack abererhebte sich als Bischoff Salomon nochgegenwärtig wäre / und dise H. Trans-lation oder Erhebung deß H. Othma-ri in eygner Persohn verrichten halffe /in dem Jahr deß HErren 864. Indic-tione iz.zuKönmsLudovici H. Zeiten/als Grimaldus Königlicher Crtz-Cap,lan dem Gottshauß S. Galli als or-denlicher Abt / und Prcelat / vorstün-de / und dises Werck der Translationbefürderte; und sich jetzt hundert dreyoder vier Jahr verloffen hätten / vondemselbigen/ deß H. Orhmari Ablei-ben / und zeitlichen Todt.
Eben an demselbigen Festtag S.Othmarr / als drey wohlerfahrne K'üf-fer /.aus deß Kellermeisters in demKloster befelch / disen Feyrtag nichthielten/ sonder ein groß Faß aus gros-ser Nvthtrufft binden sollen / haben siebey nach den gantzen Tag gearbeitet /aber gantz nichts ausrichten könnten /wen es ihnen bald an Tugen/ und Bo-den/