Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Costantztt Vischthums.

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S^hren die Gutthat auch vergelten /undvergabten den neuen Ehelcuthen sämt-lich an einem Stuck einen RheinischenGulden / oder dergleichen Stuck-Gelks/daß sie noch allein in ihrem Seckel hat-ten/ und folgends das heilig Allmo-sen suchen müßten / damit nahmen sieein freundlichen Urlaub / und zogendarvon.

J Äey diser Hochzeit wartn auch et-liche Junge/ und freche Gesellen/wel-che aus teuffelischer Anreitzung / undEinsprechung sich zufamen rotteten/diedrey Engelsachfen zu morden: weil sieohn Zweiflet vil des schönen Gelts beysich heimlich zuhaben verhofften. Da-rauf die Gottlosen Gesellen sich in der-selben Stund aufmachten/ die z. H.Pilger zuergreiffen/ welche sie auch beyeiner halben Stund weegs von demDorffSarmenstorff creylten an einemBerg/ und Felsen/ das Gelt von ih-nen begehrten/ oder darüber sterbenmüßten. Da halst kein Verantwor-tung / Bitt noch Gebett / vie verruch-ten Bubesswolten das schone Gelt ha-ben. Die drey Heil. Bilger knyetennider / und hatten daß man sie wollelassen fortziehen / dann bey ihnen we-der Haller noch Pfennig mehr zusindenJWJ wäre. Aber die Teusfiische BubenÄM'n zuckten geschwind ihre Wehr / und schlu-gen den Heil. dreyen Engelsachfen ihreHäupter ab / und flohen also die Mör-der mit grosser Forcht darvon. Esblibe aber die Göttliche / und Mensch-liche Straff nicht lang aus / und em-pfiengen die verruchten Mörder ihrenwohlverdienten Lohn. Nach verrich-

tem Mord erzeigte der AllmächtigeGOtt an seinen Heil. Engelsachsen eingrosses Wunderwerck; dann dise z. H»Pilger namen ihre Häupter von derErden auf ihre Hand / und giengen zudem holen Felsen/ so nicht weit darvonwar / und setzten sich allda nider mitihren Häuptern / solche in den Handenbehalten-. Bald darnach als dieMenschen fürüber gievgen / und discsgrosse Wunderwerk sahen / erschrockensie höchlich / als ab einem UnerhörtenDing/ und zeigten den gantzen Verlaustzu Sarmenstorff an.

Daraufder Pfarrherr mrtden Bür-gern 1 und Innwohnern / mit Creutz /und Fahnen heraus kamen / und diedrey Heiligen an dem Felsen sitzend mitKlarheit / und Lieblichkeit umgebenfanden / welche sie mit sonderbahrerEhrerbietung i Gebett / und brinnen-den Äertzen in ein Sarch gelegt / undmit gutem Geleut zu der PfarrkirchenSarmenstorff getragen/ und ehrlich be-graben haben. Die Gräber werdennoch gezeigt / von heimischen / undfrembdem Volck besucht biß auf denheutigen Tag. Da der AllmächtigeGOtk durch diser heiligen dreyen En-gelsachsen Fürbitt i und Verdiensten /vilen betrübten krancken/ undpresrhaff-ten Menschen Gnad / Gesundheit / undStärcke verleyhet/ wie die Znnwohnerzu Sarmenstorff beweisen / und bestat-ten. Die vberzehlte geschribne Histo-ria / wird also vdm Pfarrherren / undInnwohnern desselbigenOrthS erzehlek/und bestattiget es die alte mirgezeig-U/ und zugeschickte Gemahl.

IX.

S. ANONYMUS Episcopus, & Confessor in Cham.

Won einem unbekannten Ueiligen Bischoff/

und Beichtiger in Kohm.

8 M das IOOO. Jahr Christi un-sers Heylands / ungefähr voroder nach (dann kein gewisseIahrzahl zusinden oder zusetzen

ist) kam em Gottseeliger Bischofs mit

samt einem Diener oder Priester aus Ni-derland herauf genKohm am Zuger Seegelegen (ist jetzt ein schöner Flecken derStart Zug zugehörig/ vor zeiten aber einSrättlein zu St.Andrcsen genant) wil-lens über das hohe Gebürg nach Romruwalifahrken. Als er aber zu Kohmkranck / und schwach mit der Hecrica/Etticken oder Schwindsucht behastr /auörastere / biß es möchte besser wer-den / verfüqre er sich aus einen Tag indie Pfarrkirchen daselbst Meß zulesen rk. k. Murer, Die H. Schwery»

welche als er mit grosser Andacht ge-halten/ und jetzt dem Volck den Sceqen/und das geweicht Wasser geben wöl-len / versancke er bey dem Altar / undstarb indem Meßgewand. Er warehrlich zur lincken feiten / ausserhalbdeß Chors neben eimm Altar / unddem Glockenthurn/ in der Pfarrkirchenbegraben.

Und ob wohl deß H. Bischoffts Die-ner / Priester oder Gefährt seinenNahmen / Vatterland / Bischchum /Gottseeliges Leben/ und anders zu derSach dienstlich / und nothwendig / vorseinem wegreisen angezeigt / und inSchrifften verfasset / hat doch die ein-S fälti-

Cap. *

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Cap» r.'