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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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I

Cap. 5.

Dem B>-fchdff wirdnach dcmLcdcn gr<stellt.

Lnp, 6 .

170 Von etlichen Heiligen/

um legte / und bald erfahren/ wo ersich aufhielte; schickte er / der K'äyser200. Soldaten für die Statt in Ge-heim auf den Vischoff zulaustern / undrhne zufangen. Einsmahlö als St.Bonifacius mit zweyen Dienern alleinfür die Ltatt Lofanna gienge spatzie-ren/ und sich nichts Arges versähe /wüscheten die 200. Mann Herfür / fien-gen dem Bifchoff/ bunden/ und fetz,tcn ihn auf ein Pferd mit sich hinwegzusiehren. In dem truckt einer desBischoffs Diener in den Haussen desKnegsvolckö/wehrte sich allein mitGöttlicher Hilsswider die 200.Mann/daß er sie in die Flucht schlüge / denHeil. Bifchoff erledigte / und Gesundwiderum in die Statt brachte.

Nach solchem / als der Gottseeli-ge Bifchoff Bonifacius von neuem wi-derum anhube/ von dem Wucher/ Hu-rerey/ Neid/ Haß/ und andern La-stern / mit grossen Eyffer zupredigen /und so wohl die Priester als Weltlichezustraffen/ sonderlich aber den vermein-ten Ehestand der Priestern straffte erso hartmit täglichen Worten / daßendlich die Priester/ die sich feiten ge-bessert haben/ znsammen rotteten/undüber den frommen Bifchoff sehr ergrim-meten / und nach seinem Leben ftelle-ten. Emsmahls als er an einem ho-hen Festtag in der Kirchen das Amptder H. Meß verrichtete/ wollen ihndie Priester an dem Altar erstechen /und erschlagen / welches als einFran-ciscaner Mönch vermerckte/ machte ervon dem Bürgeren einen Auflauff /die ihren Bifchoff ritterlich beschützethaben / daß an disem Tag kein unschul-diges Blut vergossen wurde. Hie-rauff entschlösse sich der Bifchoff vonLosanna gen Rom zuziehen/ und seynBischöffiichesAmtJhr PäpstlichenHei-ligkcit Gregorio ix. wider heimzustel-Ien / möchte aber nach vilfaltigem An-halten ein Jahr lang keine Entlassungbekommen. Endlich war er der Bi-schöffllchen Bürden / aber nit des Ti-tuls/ und Blschöffiichen-Nahmens imJahr i2Z4-entlassen / da erdemBischrthum Losanna bey 8 . Jahren in gros-ser Heiligkeit vorgestanden. Und weiler sich noch zu Rom aufhielte/ warenihine von dem Bapst 2. andere Bisch-thum angetragen/ deren er doch keines/wegen hohen Alters / und Leibsschwach-heit annehmen wolte.

Nach dem Zöge der H. Bonifaciusmit Erlaubnuß des Römischen Skulls/von Rom gen Brüssel m seyn Vatter-lanv / hatte GOtt daß er ihme wölleanzeigen/ und einsprechen/ wie er seyn

übriges Leben könnte Gottseeliglich vek-schlicssen. Und da er auf ein Zeit dieKlosterfrauen des Gottshauses Came-ra der feeligen Maria / und seyn Ba-sen heimsuchte; eröffnete ein andächtigeKlosterfrau demH Bonifacio denGött-lichen/ und der Mutter GOttes MarickWillen / daß er in disem K loster seyn Le-ben verschließen/ und Wohnung habenfeite mit Visen Worten. Hoc prascipityobis ß. Virgo Maria, ut maneatis hicnobifeum , quia voluntas ejus est, &Filij ejus, ut reliquum tempus vitae ve-stra hic consumatis. Ab diser Bvtt-schafft erfreuete sich der H. Bonifacius/verliesse bald die Welt / und seyn Vat-terland/ nähme indem gesagten Frau-enkloster Camera der feeligen Mariä /den H. Cistercer Orden an/ (den ervor eilen Jahren anzunehmen Willenswäre gewesen)führte darinn ein so hei-liges/ stilles/ undGottseeligesLeben/daß durch seyn Exempel vil Leuth ver-bessert/ und aufferbauet wurden. Esgäbe auch GOtt der Allmächtig feinemH. Diener ein sonderbahre Gnad man-cherley Kranckheiten zuheyleft/ die bö-se Geister zuvertreiben / künfftige Dingzu erkennen / und zu offenbaren. DieMutter GOttes Maria / mit einer gros-sen Frauen besuchte den H. Bifchoff zumöffteren mahl / mit grossem Trost in sei-nen Kranckheiten/ undBetrübnnssen/und sonderlich in einer Nacht zuWeyh-nachten/da dieMutter GOtteö ihme ihreingebohrnes/ und gebenedeytesKind-leinJEsum/aufseyn Beth mit Windleineingewicklet legte / das Kindlein JE-sus auch ein Aermblein Herfür zöge / undseyn Haublein von dem Haupt wegleg-te/ seyn Göttliches Angesicht zubesich-tigen. Deßwegen der H. Mann offtgesprochen / wann nichts in dem Him-mel/ und Paradeyß wäre/ dann dasgebenedeyte Angesicht GOttes / feitenwir alles gern Leyden/ und dahin mitallem Fleiß zihlen.

Ein gottseelige Klosterfrau desGottshauß unser Frauen-Cammer /sahe/ wann der H. Bifchoff Meß läse/daß zween Engel auf beyden Seithenneben ihm stunden/ und ihme seine schwa-che Arm hielten außgespannen / und mitgrosser Andacht dieneren. Vilmahlenwar er in seinem Gebett/ und Betrach-tungen Verzückt / und hat wunderbar-liche Offenbarungen / von GöttlichenGeheimnussen verstanden. Einmahlwar er durch alle Chör der H. Engeln/der Apostlen/ der Märtyrern / Beich-tiger/ Jungfrauen/ für die MutterGOttes Mariam/ endlich auch für dieHochheilige Dreyfaltigkeit geführt/ undihre Glory / Majestät / Freud / und

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