Des Klosters St. Gallen. 175
Von G. Gallo / S. Magno / oder schössen zu Costantz / S. Notkero / undMagnoalda / und S. Othmaro ist hie- S. Wiborada wird hernach ge-vor gehandlet / von S. Ioanne Bi- redt werden.
II.
B. THEODORUS, Confessor. um das
Von dem seeligm Theodoro / Beichtiger. |F
E^ÄHeodrus war ein geistlicherSohn St. Columbani / undein gehorsamer Mitgesell St.GaUi / der käme mit den ge-sagten H. Vättern / und andern Bru-dern durch vil rauche Strassen/ inTeutschland gen Tücken / Arbon/ undBregentz/ allda S. Gallus von einemhefftigen Fieber angegriffen würd; Co-lumbanus aber machte sich mit den Sei-nigen weegfertig/ in Italiam zureisen.Als aber St. Galt / wegen Leibs-schwachheit nicht folgen mochte/ ver-liesse er ihme 2. Jünger Magnoaldum/Und Theodorum/ mit Befelch/ daßsie ihme in allem gehorsamen/ und aufdas fleißigiste pflegen / und in seinerÄranckheit auswarten sollen. MitSt. Gallo/ und Mango zöge Theodo-rus in die Wüsten/ und auf den Platz/da jetzt S. Galli Kloster stehet. Wienun Sr. Gall im Jahr 624. im 14.Jahr seines Einsidlers Standts seelig-lich gestorben / verharreten dife 2. Gott-feeiige Männer/ Magnus/ undTheo-dorus noch 40. Jahr in diser Einöde/welche sie mitler Zeit säuberten/pflantz-tcn Gärten baueten / Kirchen / undCellen zu ihrer Wohnung / und nah-men auch geistliche Persohnen/ so zuihnen kamen / auf. Denen sie mitHeilig-und Vollkommenheit in grosserArmuth / und Nolhturfft mit Fasten/Betten / Wachen/ und anderen gutenWercken/ weit vorgiengen.
Als nun das Gottshauß S. Gal-li nach 40. Jahren/ theils verstoret /Und theils verwüstet war/ zogen Mag-uns/ und Theodorus aus Göttlichen»Ansprechen den Christlichen Glauben
werter außzubreiten/ und zupredigengen Bregentz/ von bannen kamen siein die öde / und unbewohnte Statt S- Th-'o-Kempten / so von Schlangen / und JÄJjJ*vergifften Würmen eingenohmen war.
Allda befähle der H. Magnus demGottfeeligen Theodoro ein Wohnung/und Kloster zubauen/ den ChristlichenGlauben zupredigen; den Platz/ undStatt vom Unziffer / und giffrigen Thie-ren zureinigen/ und widerum Wohn-hasst zumachen. Der H. Theodorusverrichtete difes alles mit sonderem Fleißeyfferigen Predigen/ stättcm Gebett /und strengem Leben. Der H. Mag-nus aber zöge gen Füssen/ gäbe. dem-selben Kloster feinen Anfang/ und nachetlichen Jahren ( wie seyn Legenda/ all-hie zuvor verzeichnet anzeiget) starbeer secliglich. Nach dem Todt desH. Magni führten die zween Fürsten/
Ütilo/ und Godefrid einen schädlichenKrieg/ daraus vil Übels/ und Un-heyls um Kempten/ undimMgöuent-standen. Darum zöge der alte/ und B. Theo.H. Theodorus widerum in seyn Gotts- dorus komthauß S. Galli / da er mit sondererLieb empfangen / gehalten/ und feinergepflegt ward. Die überige Zeit sei-nes Lebens verzehrte er in Beschall-ung Göttlicher Ding/ nähme ein seeli- Er stirbtges End um das 720. oder724.Jahr/war zu S. Gallen begraben / und vonmanniglich für heilig gehalten/undver-ehret ; gleichwohl er noch nicht ( so vilbewußt) von dem H. Skull zu Romin die Zahl der Heiligen geschriben.
Der seelig Theodorus hat S. MagniLeben beschriben/ wie hievor zulesen / und zu finden.
IN.
B. YSON, Monachus , 5c Confessor.
Vom Seeligm Mn / Mönch / und
Beichtiger.
^^ZSon ist von wohladelichen/ und mächtigen/ von seinen Eltern im Klo-
Eiteren in dem ster S. Galli aufqeopffert worden. AnTeutschland gebohren/undvom Tugenden freyen Künster / Verstand/Gottfeeiigcn Einsidler Eufebio Und Frommkeit ubertraffe er alle seinevorgesagt worden. Er war noch ein un- Mitgesellen. Nach dem nun der Prä-'chuldigesKind/ als er GOtt dem All- lat/ und der Convent zu St. Gallen
sei-
Im Jahr87 den s.Aprili.