i3o Von etlichen Heiligen /
seines heiligen/und strengen Lebens/ist der Kunst der Mahlerey war er ffitter Piperis granum / Pfefferkörnlein ge- trefflich / welches seine künstliche Stück/nannt worden. JnderArtzneywarerso und / Gemahl (wie Eckerardus fchrei-berühmt/ und hocherfahren / daß ervi- bet )in St- Gallen Münster genüg-ten Menschen ihr zukünsscige K'ranckheü sam bezeugen. Seiner Seelen-Heylten vorsagen/ und die gegenwärtigen nähme er über die mästen wohl obachuglücklich mit ringen Mitten widerunt mit vil andächtigem Betten / Fasten /abhelffen könnte / deßwegen er mehr- und Wachen. Starbe seeliglich denmahlen zu den Ääysern/Fürsten/und 12. Tag Wintermonats / des 975.Herren beruffen worden/in ihren schwe- Jahrs. Ist von gesagtem Eckerar-ren Krattckheiten / die er allezeit mit do / «derzeit under die Heiligen desgrossem Lob beylete / und von ihrer würdigen Gottshauß St. GalrKranckheit glücklich entledigte. In len gezehlet worden.
Um dasJahr,7».den 17 .Drcrmber.
XII.
B. GERALDUS, Monachus.
Vom Seeligen Mönch Gerald.
^^^Er Seelige Geraldus ein jun-CXJ ger/ und gelehrter Mönch zuSt. Gallen/ war / da er nochnicht Priester/ den weitberühm-ten Gallensischen Schulen mit grossemNutz/ so wohl mit Lesen/ als Regie-ren / und seines eygnen Lobs / undNahmens fürgefttzt. Als er aber zueinem Priester geweyhet worden/ ister ein fürnehmer/ und weitberühmterPrediger / und Seelsorger worden.Da er auch auf ein Zeit an St. Jo-hannis Evangelistä Fest/ oder Geburts-tag / dem Volck predigte / sagte er
öffentlich auf der Cantzel/ daß seynletstes sterbstündlein vorhanden wäre /derhalben gienge er ab der Cantzel indie Krancken - Stuben / legte sich inein Cilicium / oder Härincs r Kleid mitAschen besprengt/ befähle sich St. Jo-hannis Evangelistä Verdiensten / undFürbitt/ und gäbe seyn Seel denselbi-gen Tag mit vilen Tugenden/ und gu-ten Wercken geziehret/ seinem Erlöserauf. An einem des H. JohanmsEvangelistä Tag/ solle er auch Ge,bohren worden seyn.
Im Iah»ion. den
»i.Lccrmb.
XIII.
B. HARTKERUS, Solitarius.
Von dem einsamen Leben des seeligen
Hartkeri»
AArtkerus war ein Mönch zu S.Gallen / ein außerwöhltes Ge-schirr des H. Geists/ ein Lieb-haber des geistlichen/nnd sitt-samen Lebens. Nach dem die Gott-geliebte Pertherada Einsidlerin beyS.Georg zu St. Gallen seeliglich im Jahr978. gestorben: begäbe sich Hartkerusin dise Cellen/ solche mit seines AbtsBewilligung zubcwohnen/ darinnen ernützlich/ und andächtig über die zo.Jahr lebte/ und ein strenges Leben mifBetten/ Fasten/Wachen/ und Gött-lichen Betrachtungen führte. Die-weil auch seyn CelleleinKlein/ Eng /und Niderträchng wäre/ so könnte ersich niemahlen gantz aufrichten / sonderallezeit gebogen/ durch die zo. Jahrher darinnen herum gehen. SeinBeth war der liebe Boden/ und seynHaupküsse ein grosser harter rauchet
Stern/ fern Speiß/ und TranckWas-ser / und schwartzes rauches Brod/ unddessen wenig. Als er nun Kranck/ undsein Sterbstündlein herru kommen wä-re/ kamen seine Mitbrüd.r/ undCon-vent zu St. Gallen für sein CefJ sei-nem Leben avßzuwarten/ und die Seeldem Allmächtigen GOtt durch das an-dächtig/ und gewöhnliche Gebett zu-befehlen/ hat er das Convent gebetten/daß keiner einen Fuß in seyn Cellensetzen / sonder voraussen beym Fenster-lein warten/ und ihr Gebett verrichtensollen / biß er verschjden wäre. Da-rauf legte sich Hartkerus Creutzweißanf den Boden/ das Haupt auf denStein/ und richtete seine Augen genH' mtl Allda er sahe die Chörder H. Englen/ und damit gäbe erseinen Geist auf/ an St. Thomä desv« Apostels Tag/ den 21. Chrrstmo-
nat/