208
Von dem H. Eberhard/ Abt/ undEmsidel.
ein Anfang zumachen / da hörte manz.mahl ein himlische Stimm diß lauts :Cest'a, cesla frater ; Divinitus Capellaconsecrata est. Höre auff/ höre auffBruder / dann die Capell ist von Him-mel herab gewyhen. Darüber entsetz-ten sich alle / und nahmen war / daß dasso St. Lonrad bericht/ mit derWar-heit einstimme. Darauff giengen siemit der Procession in die Münster K ir-chen/ welche auff benannten Tag/ zuEhren Gottes/ und der HH. Märty-rer Mauritij/ und aller seiner Gesell-schafft ist gewyhen worden. Nach ver-richtet K'irchweyhung begäbe sich jedeswrder zu Hauß/ und wurde was sichversoffen hin / und wider/ wie auch derJnnwohner seeligs Leben / und Wan-k » mit Ruhm außgebreitet. Bevor^>ano "" aber/ wie Christus der Herr nach ge-schehener Ktrchweyhung / sein H. ge-rechte Hand in den harten Stein beyder Capcllthüren natürlich tieff einge-truckt / als wäre der Stein lauterWachs gewesen / werden auch diseMahlzeichen noch heutiges Tags gese-hen/ und m Ehren gehalten.
■foftfa l'N
rin«m©{«in
Cap.
©■ Eber,
birduS
stirbt.
Uber dise H. Engelweyhung lebteSt. Eberhard noch 10. Jahr/ vollen-dete die übrige Älostergebäu / nähmemehr Persohnen in den H. Orden/undleuchtet manniglich mit Exempel / undWercken vor / biß zu seinem Abschid.Endlich starbe er im Jahr 958. den14. oder 22. Augstmonat / nachdemer 25. Jahr sein Leben Nützlich zuEinsidlen zugebracht / würd neben S.Benno dessen Befreunde er gewesen /
begraben. Diser Mann wäre einesso fürtreffllichen Lebens / baß sei»Nahm / und guter Beruff weit / undbreit erschollen ; dessen Raths vil Für-sten/ und Herren gepflegt haben / son-derlich war er St. Ulrichs Bischoff zuAugspurg / ein angenehmer Freund /den er Jährlich neben feinenBrüdern/imbrauch hätte zubesuchen/und in der H.Capell sein Andacht zuverrichren : Be-gabete auch S. Eberhard mit S. Mau-ritij Arm / und andern Heylthum vondessen Kriegsherr Als auf ein an-vermahl St. Ulrich.widerum seiner Ge-wohnheit nach / zu S. Meinradö Cellseinen Freund zubesuchen ankommen /und nach verrichten: Gebett / Und ver-trautem Gespräch / Heimwerts Zureisenbedacht war / gienge ihm für /er möchteVisen Diener GOttcs am letsten ge-sehen haben / umfieng Sti Ulrich ihnzum öfftern. Da sagt St. Eberhardzu ihme / von diser Stund an werdenwir Uns auf diser Erden einandern le-bendig nicht mehr sehen / biß wir nachUnserm Todt für Gottes Angesichtkommem Darüber St. Ulrich 1Vatter ist es gewiß daß mein Zeit zu-sterben verbanden ist ? Antwort St.Eberhard/ deines Lebens End ist zwarNoch nicht vorhanden; daß aber meinRed Wahr seye/ daß wird der Aus-gang bescheinen. Scheideten alsovon einandern. Eher aber St. Ul-rich wider diß Orths angelangte / watS. Eberhard von disem Zeitlichen Le-ben zu den ewigen Freudenabgefordert.
O»
V