Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Heiligen Ulrich /

<£ Ulrichs(Eltern.

Prophcceyvon S-Ulrich

Kybmg/ undTurgöu/ sonder auch dieGraffschafftcn Diiingen / undWitrßlin-cjen in Schwaben bey Augspurg inn-haten / und behrrrscketen. Im JahrChristi 880. vor / und nach / lebte GrassHupaldus von Äyburg/ DilligenundWitlißlingcn/ demegabeHertzog Bur-chardus von Schwaben/ und Alleman-nie»/ GraffzuNellenburg/ sein Toch-ter Dietpurgam zu der Ehe. Eswäre der GrassHupaldus ein frommer/und andächtiger Herr/ der zum össtern-mahl Pilgerweiß gen Rom wahlfahr-rete / und erzöge bey seiner Gemahleinvier M inder / drey Sohn / und ein Toch-ter / Hietpoldum/ Mangoldum / St.Udalricum / und die Tochter Leutgar-dam. Alsbald GOTT gemelte from-me Clteren St. Ulrichs/ Anno 890.mit solcher gewünschter Leibs-Fruchtbeseeligre/ haben sie den Sohn einertreuen Saugammen zu erziehen über-geben/ und befohlen : und ob gleich-wohl das Kind mit gutem flciß erzogenworden / so ist doch seyn Angesicht gantzmager und ableibig gewesen. Als a-ber die Eltern deßwegen fast trauriggewesen / und in adelichem Hertzen Kümmernus hatten / wird mitlerweil ein frembder Gast/ der geistlichenStands wäre / ( wie dann ihr Haußsiderzett den Frembden offen gestanden)von ihnen zu der Herberg aufgenohmen.Einsmahls fasse diser Gast über Tisch( dann er ein Zeitlang frcundlick daselbstgehalten worden ) höret das Kinv-lein/ so noch nicht gar 12. Wochenalt war/ schreyen/ auf welches schrey-en er/ als der zukünfftigen Dingen einWissenschafftgehabt/ also geweissaget:Wo das Kind nicht bald von den Brü-sten abqenohmen wird/ so wird es nichtleben können. Als aber die Elternzum ersten / und andern mahl dessen er-mähnet wurden/ und dannoch aufssol-ches Weissagers Wort nicht folgeren /da hat er an dem dritten Tag darnachseyn Ohr an des Kindleins Mund ge-halten / und als er befunden daß es nochschwacher worden/ da hat er vormän-niglichen mit disem Worten geweissaget:Ihr solr für gewiß halten/ wo ferr ihrdas Kindlein nit jetzt von der Milchabziehet/ so wird esdiseNacht sterben.Wann es aber wie ich gesagt / dem Todtentzogen wird/ so wird es künfftiger Zeitgroß vor dem Herrn werden. Zuletstwie es von der Milch abgezogen / hates mit aller Menschen Verwunderungan dem Leib / und Gemüth zugenom-men. Aber es solte diser zukünsstigeAußspender der Gcheimnussen Gottes/schon in seiner^ugend mit starckerSpeißgcsterckt werden / daß erkünfftigandemTisch deß Altars Christi/ebxn als bey

dem hrmlischen Wolleben stehend / dasrechte Weitzenmaß/zu rechter Zeit sci-neu Knechten außspenden möchte.

Gleich in seinen Kindlichen Jahren/ JJjihat er angefangen bey seines gleichen A $Knaben züchtig zuleben / Gottsforchk j«.zuhaben/ den Eltern Ehr erzeigen /Geilheit zumeyden / und so vil solcher *Kindheit möglich / mit seines Leibs ge-bärden/ mit gehen/ und stehen eusser-lich zuerzeigen geben / was für ein Hertz/und Willen inwendig gedicht / und for-miert worden sey zu hvhern Sachen. Ifj( jWeil dann die Eltern gesehen / daß sich J»die Gnaden Gottes so reichlich an ihme fJV*erzeigten / so haben sie ihne den geistli- zytlichen Brüdern in St. Gallen-Kloster ##in dem Schweitzerland befohlen/durchderen Underweisung er so wohl in welt-licher Lehr/ und Schrisst/ als in him-melischer Zucht angehalten wurde; da- >selbst er under den fürtrefstichen Mei-stern der Klosterzucht/ der Beschatt-ungen / unmuthige Früchten täglich ge-brochen/ und die Wort/ welche er inder H. Schrisst gelesen/ alsbald indasMerck gerichl hat. Es war dersel-ben Zeit bey disem Kloster ein Diene-rin Wyborada genannt/ die umChri- g.sti- Willen eingeschlossen/ Tag/undNacht mit Fasten/ Betten/ und Wa-chen dem Herren in ihrem innerlichenHertzen ein reinen/ und keuschen Tem-pel vorbereitet. Diser hat der H.Jüngling Ulrich seines begehrens / undgemüths Geheimnuß eröffnet; aber siehat es für rathsam geachtet/ Gottes-Willen darinn zu ersuchen / begehrtderhalben einen Verzug in der Sa-chen biß auf drey Tag. Nachdem dann dise drey Tag verlof-fen/ hat sie auß Ermahnung GotteSdise Antwort außgeben: Es ist Got-tes Wille nicht / O geistlicher/und an-dächtiger Mann / daß du an disem Ortsollest auffgehalten werden: sonder ge-gen Sonnen Auffgang ist ein Orth daein Wasserfluß ( der Lech )zwo Land-schafften ( Schwaben/ und Bäyern )von einander scheidet/ an welchem dttauff Gottes Befelch Bischöffliche wür-den annehmen werdest. Und ob dugleich von den Ungläubigen vil leidenmuß/ so wol als auch von bösen Chri-sten / so wirft du doch alles überwin-den. Wie er dises gehört / hat ers *etlichen / die ihme mit Freundschafftverwandt waren / in Geheim vertrauet/und sie ermähnet / es ist in Geheim ver-schwigen zuhalten. Darauf hat ermit allem fleiß angefangen sich in detH. Schrisst zu üben/ nach dem er aberalsi) darinnen aufs beste erfahren / ister mit aller Brüder nachsehen/ un».

freund-