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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Bischofs/ und Beichtiger. 217

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theyl an dem Schiff/ unden zugrund /und war ein wunder Zusehen/ daß dasSchiff wie es voller Lemh/ und anderren fachen geladen geweßt/ ob demWasser dannoch geschwummen ist; sobald aber der H. Mann mit den seinenmnauß kommen/ sich nicht langer oddöWasser können erhalten / sonder müßteZugrund hinab stucken. Darben zuverstehen geweßt / daß es der Allmäch-tig in feint r Hand erhalten / so langder Mann GOttes samt den Seinigendarum'bliben rff.

In denselben Tagen hat der aus-serwöhlre Freund GOttes / aus An-dachr der Religion / angefangen indeßH. Märtyrers Stephan! Stifd>en aus-serhalb der Statkmauren zu Augspurggelegen / andächtige Klosterfrauen zu-samlen. Darinnen sie indem heiligenÄiosterleben desto freyer dem HErrendienen mochten/ weil sie von derWelt Mühseligkeiten abgesondert wa-ren. Es ist aber neben andern Mat-ronen zum gerstltchcn Leben in dlstsKloster eine kommen/ und wie sie da-rinn angenommen worden / ist sie intGottesdienst andächtig verharret / Undob sie gleich in det Lehr/ und Schufstwenig erfahren / so ist sie doch in äus-serlichcn Sachen wohl zugebrauchcn ge-wesen / de-halben die Schwestern ihrdas Kelleramt befehlen wollen / aber«ie wolte nit darein bewilligen. Sol;ches kommt dem Bischoff für / der ihrbefohlen / stc sollen gehorsamen /. abersie weigert sich abermahi/ Und verhar-ret also halsstarrig darob. In dernächstfolgenden Nacht wird sie mit sol-chen Worten gestrasst : Weil du deßVrschoffen Bestich nicht gehorsamerhast / so solt du so lang Lahm seyn / Undnicht gehen mögen/ biß er dich widerabsolviert / und durch seinen SeegenZesund machet. Sie erwachet / undbefindet sich Schwach / und Lahm / undNie dir Bischofs wider zu der Statt;Mmt / laßt sie sich in dem Beth fürchn tragen. Der sie zugleich ihresUngehorsams halben gestrafft / undgesund machete/ und wie sie sich gesundbefunden / laufft sie dem Bischoffvor/Ehe dann er in die Kirchen kommen /!)bet/ und benedeyetGOtt. AufernA.EU als diser Diener GOttes zu dem'woneilio der B'.schoffen gen Jngelhcim/

^ndxn Königlichen Höfgezogen /^^gnet jh^e ein Armer mit Nahmenaus dem DorfsApffeltranck/Emgcwcrd / daß ihm zu demop "Arans hiena/ in der Schoß tru-.2 L er denselben gesehen / etbar-§ff , er . ^ ^wer / schaffet ihme einen»ehener Zugeben / und sprach: In Nah-

men deß HErren nrmme / und gehe indem Friden. ^ Er nimt alsbald dasAllmosen/ gehet hin / und sahet an sofast besser mrt ihme zuwerdeu / daß ernach der Zeit gar gesund worden ist.Derftlb «st darnach / wie der H. Mann .schon von diser Welt verschiden / mitandern Kranckheirrn beschwert gewe-sen / zu deß Heiligen Grab kommen /und gesund worden. Als er auf ei» .andere Zeit rcisete / käme einer zu ih-me der fürgewiß sagte : der H. Con-radus Bischoff zu Costantz were gestor-ben. Ab diser Mähre waren seineDiener erschrocken / und vermeinten derH. Ulrich wurde gleich für die Seel bet-ten / aber er tröste sein Hofgesind /sprechend : fet t wohl getroster / mor-gens werden wir bessere Boktschaßr be-kommen. Also kain einer deß andernTags / der da sagte/ wieder H. Con-radus frisch / und gesund wohllebte /daß S. Ulrich wohl wüßte.

Im Jahr deß HErren 971- als fcap.der H. Bischoff Ulrich ein und acbl-igJahr alr / wäre / nähme er ihme für /noch einmahl gen Rom zuziehm i unddie Kirchen der Heiligen Apostlen Pe-tri / und .Pauli heimzusuchen. ZuRom würd der Heil. Mann von demPapst Johanne XUI. ehrlich empfan-gen / und gehalten / von danncn kämeer gen Ravenna / und als er selbigerStarr hmznnahete / erführe er / wieder hochtöbliche Käyser Otto / samtAdelheida der Kayserin / daftlbsten %Hofhielte / und zugegen wäre. Aisnun der Käyset verständiget würd /daß der H. Bischoff so nahe war / eyl-ke er ihn zu empfangen / und führte ihnin sein Kammer / dahin auch dre Käy-serin beruften würd / und hielten einfreundliches Gespräch mit. einander.

Nach solchem fiengc der H. Mann anmit Hilft / und Beystand der Käyje-rin den Kayser zubitten/er wolte dieVerwalrungsernrsKijchthums/und das ,WelilicheRegimeutüberftinHofgesind/und alle zeitliche Geschäfft seiner Schwo-fter Sohn Adelberoni übergeben / undtreulich befehlen / damit er auch von sei-ner Käyserlichen Hochheit Vertröstungmöchte haben / daß er nach seinem Ab-sterben vollmächtiger Vischoffsolke seyn/er aber mehr Zeit / und Weil mochtehaben / dem Gebett / und GeistlichenRegiment abzuwarten. - Dessen Bittder hochlöbliche / und milte Käyser er-hört / alle Weltliche Geschäfft Adelbe-roni befohlen/ auch dcrordnet/ daß ernach deß Bischosss Ableibcn / wann esGOtt also gefällig / deß BlschöfflichenSkulls Würdigkeit solle haben. Überdaß alles hat er noch darzu dem Bi-schoff

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