Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
232
JPEG-Download
 

2zr Von den Heiligen/

nete in diser Einöde GQtt so treulich / den / und waren durch ihres H. Vat-deme er sich auch gantz ergeben/ und in ters Exempel/ und hcylsame Ermah-

seinen Willen befohlen / daß er zu etli- nungen bewegt / daß sie den Emßdler

chen Zeiten von den H. Englen wurde Stand auch an sich nahmen/ und also

getrost/ underricht / und gespejset / er heiliglich darinnen lebten / daß sie auch

ist in diser Höhlein vil Jahr lang also vil Wunderwerck würckten. Es wäre

verborgen gelegen / daß von seiner Ger auch St. Gerold mit seinen Mitgesellen/

genwärtigkeitdie Benachbaurten/ und die mit lhme in diser Emöde GOtt die-

Alpleuth kein Wissenschafft hätten. neten/ von den Leuthen ostt heimge-sucht/ denen er das Wort Gottes ver-Es läge an einem erhöchten / und kündigte/ und außlegre. Der H Ge-

S Gcrold schönen Bühel ohn ferrn von Feldkirch rold hatte ein Näpfflttn/ daß noch ge-

ifnhtlvnfff kin Schloß oder Burgstall darauf faste zeigt wird/ auß weichem wann die - so

,!n,cmcr ein Graf Otto genannt / von Iagberg/ Mit mancherley Fiebern / und Kranck-

' SßiiDmig. oder Werdenberg / oder Monrfort / heilen beladen seynd / Trmck'N / ge-

der hatte einen Jager an fernem Hos / fund werden. Auch sagt man daß der

diser Jäger jagte auf ern Zeit mir sei- seelig Mann die Best stncn von dein-

nen Gesellen einen grauen / und schäm sen Gerst erletct / den Taubcn / und

metcnBären durchdise Wilde/da aber Gehörigen das Gehör / d^n Srum-

der Bär vermerckre/daß er dem Jäger/ men die Zungen / und Sprach / d tt

und den Hunden nicht entgehen möch- Blinden daß Gesicht habe wlbeitnngc-

te/ schlüge sich der Bär zu der hohen den.

Eych / in welcher S. Geroldus fasse /

und bettete / gleich als ob bey ihme die Zu den letsten Zeiten ab'r/ als der H.

beste Zuflucht deß Fridens zufindcn- Geroldus vermerckte s rn lecstes Stündere. Der H. Geroldus aber empsien- leinherzu zunähen/nähme der H. Mannge den Bären als ein mildes Schäff» etliche Wasen-Boschcn sines ge.chcncklein/ tribe die Hund hindersich mitsei- ten Lands/ in sein Täschen/ und zögenem Stab/ und gebotte ihnen still zu- mit seinen zweyen Söhnen Cunoae /schweigen / und nicht mehr zubellen. und Uldanco in das löbliche cr-ons-Die Jäger seynd nicht wenig von der hauß Einsidlcn / welches von seinenGegenwart deß heiligen Geroldi er- Vorfahren/ sonderlich Ääysern Hlto-schrocken / und m,t gebognen Knyen ne dem ersten gestiftm worden. WieGnad begehrt. Wie nun die Jäger nun S. Geroldus m die H. Eapell uii-dem Grafen den Verlaust angezeigt / ftr lieben FrauenMariä/ so G^ttiel-was sich auf dem Gejägr zugetragen ber gewyhen/ kommen ;op,serre er aufhärte / war der Graf mit seiner Ge- den Altar die Wajen - Boichen/ undmählein Benedicta / und zween Söh- Erden/ und damn seyn Klösterlein /nen bewegt/ eylends sich in das Thal! seine zween Söhn/ und sich selbst/ undzubegeben / und von bannen in die was ihme zugehörte an Land / Wald/Wrldnußzu deß H. Manns Wohnung/ und Thall mn bester Abrcd/ dem< 5 - Gerold den sie bertent fanden. Und nach ver- Gottshauß unser licht n Frauen zu Elll-Achtem freundlichen Gespräch / und Er- sidlcn zuschcncken/ und zu eygen ewig-1 forschung seines Lebens / und Vorha- lich zu underwerffen. Und dis ist diebens / begabete der Graf den H. Ein- Ursach / warum wir ihne under diesidler um der Liebe GOttes willen / mit Schweitzerische Heiligen mit den Ein^einem guten Theil deß Thalls/ Walds/ sidlischeu Scribenten btlllch sollen zeh-und umligenden Lands ; darauf baue- len. Darnach gienge er bald wide-re der H. Geroldus ein Klösterlein so rum zu seiner Ccll / und nicht lang her-

man noch zu diser Zeit sihet. Der nach starbe er Glückseeliglich im Jahr

Bär aber blrbe stättlgs bey dem Heil. Christi 978 den 16. oder 19 Tag April/

Mann / und dienere ihm mit Holtz / und ist von seinen zween Söhnen m der

Stein / und Wasser zutragen. Mitte seiner Kirchen zu Friese löblich

_ begraben worden,

cap. 4 . Es hatte der H. Geroldus neben

andern K indern zu Hauß bey der Mut- Nach dem feeligen Ableiben deß H.S ff wld, ter gelassen zween Söhn Cunonem / Geroldi/ zogen aus Bcfelch ihres VattSöh»kr>m> undUldaricum (denandere Henerrcum ters/ Cuno/ und Uldaricus von dem«w nennen ) dye zween Söhn Theils aus Klösterlein Friese in das Gottshauß

maller. Liebe deß Vatters / Theils auch aus Emsidlen/ nahmen deß H. Ordens?

Göttlrchen Antrib / und grosser An- Kleidung an / und lebten also andäch/dacht verliessen ihr Vatrerland / und rig/ und auferbaulich in dem Kloster/zogen zu ihrem geliebten Vatter in daß Cuno Decanus / Uldaricus aberdie Wildnuß / den sie in diser gemel- Eustoswordcn/haben gleichwohl längsten Emöde mit grossen freuden gefun- Zeit allda gelebt/ vor ihren Todt aber

seynd