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Von dem H. Wolffgang / Bischoff / und Beichtiger. 237
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er glücklich gethan / deßwegen er beysemen Schulgesellen grossen Ruhm / undr-vb darvon getragen / bey dem Lehr-meister aber Feindschaffr / und Haß /also daß er ihm die Schul verbotte.Aber wie er selbst bezeugt / hat er vonderselben Zeit an / die Geheimnuß derH. Schrifft von keines Menschen Lehr/sonder befunde / daß GOtt selbst ihnmit so scharpffen Verstand versehen /und begnadet hät. Und da Wolffrgang nicht von obgemeltem liebenFreund wäre aufgehalten worden/hät-te er die Welt schon längest verlassen isintemal)! er dem geistlichem Leben /ohn underlaß nachtrachten thät.
Nicht lang darnach wurde genann-ter Heinricus/ Wolffgangen Freund /von Käyser Ottone I. Magno / zumTrierischen Ertzbischoff erwählet / aufwelches ersuchen / und grosses Bitt /zöge Wolffgang mit ihm gen Trier /da hätte der Ertzbischoff ihn gern zugrösser» Ehren / und Würden befür-deret/ den Stifftcrn/ und Probsteyenvorgesetzt / aber Wolffgang wolle durchaus nicht darzu bewilligen/und mit gros-ser Srandhafftigkeit schlüge er solcheAZürden / und Ehr aus. Doch so vil"esse er sich ein / daß er junge KnabenUnder sein Zucht annähme / welches erohne Vergeltung/ umsonst thun wol-le. Undcrwise dieselbigen in den frey-en Künsten / Gottsforcht / guten Sit-ten/ und Gebärden / und that sich nachjedes Beschaffenheit / und Verstandrichten / Gelehrt - und Ungelchrten /nach dem sie es fähig waren/ den Ar-men und Trostlosen aber/ thäte er mitRath/ und That von seinem eygnenGut Fürsehung / daß sie erhalten wur-den/ und ihre Nahrung bekamen. Di-se Liebe zu der Jugend / und. seyn auf-srbaullch Leben/ machte ihn männig-"ch Lieb / und angenehm. Dann erausser daß vil bettete/ fastete / undwachere / sich des Fleisch essens enthal-tn/ köstlichen Kleidern nichts nachge-jagt/ das Zeitliche / und Weltlichejlcher gestalt versehen / daß er dem-Men mehr eusserlich / als mit demA^rtzen zugethan wäre. Weil Ertz-Mschoff Henricus dises alles wohl wuß-ermähnet er denselben wlderum /wue hohe Geistliche Digniteten / und^tempter nicht ausschlagen / und in de-bewilligen diser Ursach halber^ damit die Geistliche Zucht /^^'^plkn in der Kirchen GQttes/^.Em Bischthum geäuffnet / und^ gebracht werde / wel-
sf. ^antz verfallen / wie es derAugenschein selbst erörterte. Damit
k. F. Murer, Die H. Schweig.
er aber nicht ungehorsam / und epgen-sinnig sich erzeigte / wolre er die Vischöffliche Aukhoritet / und ihres gut-heissen nicht verwerffen / wurde Dechandüber'etliche Priester gestelt/ welchesAmpt er dermassen versähe/ daß er denGottlosen ein scheuen/unv schröcken/ denFrommen / und Gonsföchtigen aberein angenehmer Vatter wäre. Ererhielte so vil bey denen jetzt mit Ve-rrohung/dann mit Vätterlichem Rath/und Fürsorg / daß sie sich gemeines Ti-sches / und Domitorij / oder Schlaff-hauß gebrauchten / dem studieren / undlesen oblagen / welches zuvor nicht bräu-chig gewesen. Sprache denen auchgantz Brüderlich zu / dem beschaulichenGebett / und Geistlichen Übungen Miternst obzuligen / sinremahl sie nur leib-licher Nolhturffk wohl / und genug ver-sehen waren. In disem allem gäbeer ihnen selber ein gutts Exempel.Hierzwlschen stürbe Heuncus der Ertz-bischoff rm Jahr deß HErren 964- zuRom/ (dahin er mir Käyfr Ottone/neben andern Fürsten gezogen / PapstLeonem vm. wider elnzufetzen) dkserTobt betrübte anfänglich nicht wenigWolffgangum / es ergetzte, und tröste-te lhne aber widerum / daß er jetzo seinfürnehmen der Welt abzudancken /könnte in das Werck richten. AberBrunn» Ertzbischoff zu Cölln beruffteihn / nachdem er sein Decanat zu Cöllnvon sich abgelegt / und übergeben /willens selben bey sich zubehalten / er-zeigte ihm alle Freundschafft / und an-erbotte rhme auch die Bischöfstiche Wür-de. Wolffgang aber / so jetzt etwaswichtigers im Hertzen hätte fürgenoh-mcn / wolt es ihme nicht zusagen/ver-blibe dannoch cin kurye Zeit bey ihme/von welchem er offt hernach pflegte zu-sagen / er habe selten einen gesehen /welcher disem Bischoff Brunnoni in al-len Tugenden / und Frommkeit gleichwäre. Derhalben nachdem der from-me Ertzbischoff vermerckt / daß derMann GOttes mit hertzlrcher Begierdnach strengerm Leben bedacht seye /hat er ihn mit sreuden lassen ziehen wo-hin fein Hertz gesinnct war.
Hierauf zöge Wolffgang nach fei-nen geliebten Vatterland / wurde vonseinen nunmehr eraltV Eltern/und an-dern Freunden mit sreuden empfangen/welche sich glückselig erachteten ern sol-chen Sohn/ und Erben nach ihnen zu-verlassen. Als aber die besaqte El-tern vernahmen / daß ihr Soyn'vorha-bens die Welt um ihrem Pracht/undPomp gänhllch zuvrlaffeii / wurde dieFreud/ undA kiu.ffc bald inLcyd ver-kehret : Ließe ,tch auch durch ihre
WirdDe«can damitdir Clerisctzverbcffertwerde.
Der Trit.rische Bi-schoff stirbt/Wolffgangkamt genCöllen.
Cap. j.
S. Weiss,gang komlwider heimj» seinenElkerrn.
Sein Zn,stand / undkämpf in "Verl^ffungder Welt.
G g 2
Thran/