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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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246 Von dem Heiligen Gebhard/

praedicto Monasterio concessa sunt,&a jure, & ditione ipsius Monasterij au-ferre voluerit, nili reiipifcat, excom-municatusä Corpore, & Sanguine Do-mini nostri JESU Christi consistat, &anathemizatus a Sanctis Patribus omni-bus, &a nobis; nec in exitu vitte com-municet, sed etiam mortuo , nomenejus inter Missarum solennia nullo mo-do recitetur. Qui vero pio intuitucustos, & procurator hujus nostri prae-cepti extiterit, benedictionis gratiam,vitamque ab ipso Domino DEO, ASalvatore JESU Christo mereatur insecula seculorum, Arnen. Scriptumper manus Joannis Notarij, &Rcgio-narij , & Scriniarij S. Lateranensis Pa-latij in Mense Aprili, & indictione se-cunda. Datum vero VII. CalendasMajas per manus Gregorij EpiscopiSacrae Portuensis Ecclesiae, & Biblio-thecarij Sedis Apostolicae. AnnoPontificatus Domini nostri Joannissanctilfimi Papae IV.

ca P . 6 . Nicht allein erlangte St. Gebhard<5 Teb. von Päbstlicher Heiligkeit obbeschrib-mSVäm,' ncö Privilegium/ und Päbstliche Bul-C.öircgo. len/ sonder aus grosser Liebe/ soPabstrij Magni Joannes gegen BischoffGebhard trurHaupk. gc/ erlaubte er ihm ein Griff mit sei-ner Hand in den Sarch/ in welchemdie H. Gebein St. Gregorij Magnilagen/ zuthun: mit solcher Verheis-sung/ wasereinsmahls ergreiffe/ underhalte/ solle ihm zukommen in dasneue erbauete Kloster zu einer Vereh-rung. Darauf ergriffe er des H. Gre-

gorij Haupt / darab er grosse Freudhärte/ und damit er es von den Rö-mern sicherlich erhalten könnte/ zögeDic. er unverzüglich von Rom. Die Rö-mer sitzen mer aber wurden des bald^gewahr/ wol-chm nach. ren so grossen Patronen nicht aus Romlassen / eyleten dem Bischoff nach/ darhero St. Gebhard sich nacher Placentzbegeben / und in dem er ihnen biß anden Fluß Padum entwichen/ wüßte a-ber nicht über das Wasser zukommen /theils daß es sehr angeloffen / theils daßdas Schiff jenseits des Wassers gestan-den/ haterGOttangeruffen/ woftrrnes seyn Göttlicher Will wäre / daßdisHaupt samt andern Heylthum / an er-wünschtes -Ort kommen solte/ daß erihm genädigst Mittel darzu verleyhenPadusdcr wolle. Darauf sich der Fluß von-Fl'ch i.er. einander getheilet/ und gleich wie dert»ciit sich. Jordan zurück geblibcn/ stillgestanden/und ein Straß gemacht / daß also St.Gebhard/. und die so er bey sich gehabt /mit grossen Freuden durch kommen.Ei-ner zwar aus fernen Dienern/ als ersich etwas gesäumt hätte/ frech/ undallein wäre/ aber ihnen auch wolte fol-

gen/ istim Fluß bliben/ und zu gründgangen. Da sagte der H. Gebhard:

Es sey vonnöthen gewesen / daß siedis Orts den Zoll liessen/ darum ha-be GQtt solches verhengt/ dem habensie um erzeigte Gnad danck gesagt/ undihre Reiß fortgesetzt. Nach dem dieRömer selbst geschehen / was sich zuge-tragen/ erkenneren sie den Willen/undMacht Gottes / und zogen ohn weitereNachsetzung zurück. St. Gebhardkäme follends glücklich gen Costantz /legte seinen Schatz / und Verehrung inseyn Kloster Petershaufen/ allda ge-nanntes Heylthum noch aufbehaltenwird. Gleichwol ist dis H. Haupt/aus länge der Zeit/ und Einfalt/oderUnfleiß der Menschen / in dem Sarchneben andern Heylthummern verfallen/verbrosmet/ daß es nicht mehr so na-türlich kan fürgewisen/ und gesehenwerden.

Über daß alles verordnet / und ver- ^schafft er den Thumherren deß Lostan-tzer Stiffts zuVerbesserung ihrerPfrün-den / von seinen eygnen Gut/ und Vät- xh-A,terlichen Erb/ die nachfolgende Dorf- tgjifer: Oberndorff / Hetzelnbach / Phi- *lofingen / und Lutgersdorff/ mit Leuth/und Gut / mit aller Zugehörd / Wu-nen/ Weid/Wasser / und Waldung.Behielte ihm doch vor/dieselbigen seynLebtag zugemessen/ und für sich zube-halten / also daß sie dem Stifft / nachseinem Abscheid erst sollen zufallen.Entgegen aber müßte das Thum-Ca- gj»pitel sich verpflichten / alle Jahr zu z.underschidlichen mahlen/ auß dem Thum ^in gemeltes Gottshauß Petcrshausen/ ^ein Proceßion Zuhalten / und allda Gottzu ehren / seiner Seelen aber zu tröst/dem Gottsdienst außwarten. Die er-ste auf Gregorij Magui Fest/ den 12.Martij. Die ander den t.May / Phi-lippi/ und Jacobi. Die z. auf dieÄirchweyhung zu Petershauftn den28. Augusti/ nach St. Gebhards G.e-burts Tag. Darzu er ihnen auch einanschenliche Präsentz gestifftet / nebenNutzung / und Rechten angedeutet Fle-cken / und Dörflern. Dem GottsLhauß St. Verenä zu Zurzach thäte erauch vil / deßwegen ihn vrl für ein Stifftter gehalten. Das Gottshauß ist aberälter/ wie an seinem Orth angedeutetwird.

Endlich nach dem difer Gottfeeli§e $<jfiBischoff vil grosse Wunderzeichen «n^feinem Leben gewürckt / erkranckte er ,1^zu Costantz m seinem Hoff/ und als er t*'vermerckte/ seyn SterbstündlcinHanden zu seyn/ befähle er so wol sey»

See! / und Abscheid / als seyn Kirche»

GOtt