»5L Von dem Seeligen Eberhardo/
fromme Graff in dem zwölfften JahrAnno 1064. das Gebär» hätte vollen-det/ stifftete er allda für zwölff Mön-chen zu ewigen Zeiten zuwohnem (nachder Zahl der H. Llpostlen/ und dendreyzehenden ordnet er ihnen zu einemAbt/ Vatter / und Hirten.) DasMünster/ Kirchen / und Gottshaußwar auf St. Bartholomcei deß Heil.Apostels-Lag von dem Bischofs Ru-molden zu Costantz/ in obgesagtemJahr in der Ehr St. Salvatoris / undAller Heiligen gewyhen/ und von demGrasten Eberhards / stattlich mit Gült/und Renten/ Hoffen/ Gütern / Wai-den/ Wässern/und Flecken begäbet.Er besetzte auch seyn Gottshauß miti2. Mönchen von Hirschau/ und ei-nem Abt mit Nahmen Sigefrido. Aufdaß aber derseelige/ undftommeGrafEberhard nichts underliesse/ was zuder Ehr Gottes/ und seines neuenKlosters Befürderung/ zunemmen/undBefteyung dienen könnte/ oder möch-te. Ritte er mit einem ehrlichenComitat in eygner Persohn gen Rom /um das Jahr 1066. das Gottshaußmit Leuth / und Gut auch allem wasdas Gottshauß jetzt/ oder über langhaben / und bekommen / under denSchirm des Päpstlichen Stuhls/undordentlich regierenden Päpsten / als da-zumahl under dem Schirm Alexandrides II. zugeben / undzubefehlen. Wel-ches dann Papst Alexander mit herrli-cher Freud aufnahm/ und zu beschützen/und zu beschirmen verspräche/ lautübergebner Pabstlicher Bullen. Aufdiser Römischen Fahrt / wolle der All-mächtige GOtt seines treuen DienersFromkeit/ und H. Leben offenbaren /mit nachfolgendem Wunderzeichen. Eswar in dem Welschland ein blinderMann/ dem käme nächtlicher Zeit indem Schlaff oft für/ wie er von einemteutschen Grasten/ so gen Rom reisenwurde/ seyn Gesicht widerum erlangensolle: derowegen der Blind oft/ undalle Tag an der Römer Strassen sase /seines Heyls zu erwarten. Als aberder Graff Eberhard neben dem Blin-den mit seinem Comitat fürüber reife-re/ und der Blind das getöß der Pfer-den hörte/ fragte er was dis wäre:da ward ihme geantwortet/ wie einteutscher mächtiger Graf genRomrei-sete / mit einer ehrlichen Gesellschafftvon Geist-und Weltlichen Herren.Hierauf fienge der blinde Mann an zu-schreycn/ und den Grasten zubitten /daß er sich über ihn erbarmen wolle.Der barmhertzige Graffvermeinte/daßder blinde Mann ein Allmusen wollehaben / befähle bald seinem Allmusen-geber/ ihme eines mit zutheilen/ wel-
ches der Arme zwar empsienge/ abervil mehr seyn Gesicht zu erlangende- ^Zehrte. Nun geschahe es daß d»- Z si-ser Grass seyn Herberg in des blindenManns heimet nam/ welches als esder Blind vernähme / gienge er in desGrasten Herberg/ begehrte von denDienern/ daß sie ihme das Wasser zugeben vergünstigen wollen / mit wel-chem er die Hand gewaschen. DieDiener gaben dem blinden Mann dasbegehrte Wasser/ und als er seine Au-gen damit wüsche/ erlangte er vonstund an widerum seyn verlohrnes Ge-sicht/ und wurden seine Augen hell /und klar. Derohalben danckete diserarme Mann GOtt dem Herren um vi-fe Gnad/ rühmte den S. Grasten we-gen seiner Verdienst / und zeigte sol-che Wolthat jedermann an.
Ein anders Wunderwerck erzeigteder allmächtig GOtt durch seinen ge-treuenDiener Eberhard in dem Teutsch-land. ES hatte Graff Eberhard /einen Sohn mit nahmen Burckhard /den schickte der Vatter vor ihme auseiner Reiß / mit etlichen Reutern einHerberg zu bestellen/ als sie aber alsofortritten/ fiele der junge Graf aufdem Feld ohnversehens in ein tödtlicheKranckheit / die Diener zeigten VisenZustand dem Vatter eylends an / wol-le er seinen lieben Sohn noch lebendigsehen/ solte er sich nicht lang säumen „JLsonder in eyl kommen. Der fromme £ fßGraff käme bald zu seinem Sohn / yßknyete vor ihm nider/ und bettete einweil/ nach welchem nähme er zweyHöltzlein von der Erden / legte diesel-ben Creußweis in ein Geschierr/ gösseWasser darüber/ und gab dem Sohndarvon zutrincken. Als nun derSohn getruncken/ stunde er widerumfrisch/ und gesund auf. Dessen sichmänniglichverwunderte/ und GOT§dem Herren danckete.
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Es hatte der Graff Eberhard ei-nen edlen Ritter am seinem Hoss/ mitNahmen Mangoldus / der verliesse dieWelt/ und war ein Mönch in S. Ge-orgij Kloster zu Stein an dem Rhein/und hernach auch des gesagten Gotts-hauß Abt/ und Vatter. Als abernach etlichen Jahren Mangoldus abdem Kloster-Leben/ und Geistlichen-Stand einen Verdruß schöpffte / kämeer endlich so weit/ daß er dem Klo-ster-Stand samt dem Orden verliesse/und widerum in die Welt gienge. §l-sen ellenden Stand Mangold» betank-te den Grasten Eberhard höchlich/ nndals sie ohn alle gefahr auf ein Zeit erstandern auf der Strassen begegneten /
red-