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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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»5L Von dem Seeligen Eberhardo/

fromme Graff in dem zwölfften JahrAnno 1064. das Gebär» hätte vollen-det/ stifftete er allda für zwölff Mön-chen zu ewigen Zeiten zuwohnem (nachder Zahl der H. Llpostlen/ und dendreyzehenden ordnet er ihnen zu einemAbt/ Vatter / und Hirten.) DasMünster/ Kirchen / und Gottshaußwar auf St. Bartholomcei deß Heil.Apostels-Lag von dem Bischofs Ru-molden zu Costantz/ in obgesagtemJahr in der Ehr St. Salvatoris / undAller Heiligen gewyhen/ und von demGrasten Eberhards / stattlich mit Gült/und Renten/ Hoffen/ Gütern / Wai-den/ Wässern/und Flecken begäbet.Er besetzte auch seyn Gottshauß miti2. Mönchen von Hirschau/ und ei-nem Abt mit Nahmen Sigefrido. Aufdaß aber derseelige/ undftommeGrafEberhard nichts underliesse/ was zuder Ehr Gottes/ und seines neuenKlosters Befürderung/ zunemmen/undBefteyung dienen könnte/ oder möch-te. Ritte er mit einem ehrlichenComitat in eygner Persohn gen Rom /um das Jahr 1066. das Gottshaußmit Leuth / und Gut auch allem wasdas Gottshauß jetzt/ oder über langhaben / und bekommen / under denSchirm des Päpstlichen Stuhls/undordentlich regierenden Päpsten / als da-zumahl under dem Schirm Alexandrides II. zugeben / undzubefehlen. Wel-ches dann Papst Alexander mit herrli-cher Freud aufnahm/ und zu beschützen/und zu beschirmen verspräche/ lautübergebner Pabstlicher Bullen. Aufdiser Römischen Fahrt / wolle der All-mächtige GOtt seines treuen DienersFromkeit/ und H. Leben offenbaren /mit nachfolgendem Wunderzeichen. Eswar in dem Welschland ein blinderMann/ dem käme nächtlicher Zeit indem Schlaff oft für/ wie er von einemteutschen Grasten/ so gen Rom reisenwurde/ seyn Gesicht widerum erlangensolle: derowegen der Blind oft/ undalle Tag an der Römer Strassen sase /seines Heyls zu erwarten. Als aberder Graff Eberhard neben dem Blin-den mit seinem Comitat fürüber reife-re/ und der Blind das getöß der Pfer-den hörte/ fragte er was dis wäre:da ward ihme geantwortet/ wie einteutscher mächtiger Graf genRomrei-sete / mit einer ehrlichen Gesellschafftvon Geist-und Weltlichen Herren.Hierauf fienge der blinde Mann an zu-schreycn/ und den Grasten zubitten /daß er sich über ihn erbarmen wolle.Der barmhertzige Graffvermeinte/daßder blinde Mann ein Allmusen wollehaben / befähle bald seinem Allmusen-geber/ ihme eines mit zutheilen/ wel-

ches der Arme zwar empsienge/ abervil mehr seyn Gesicht zu erlangende- ^Zehrte. Nun geschahe es daß d»- Z si-ser Grass seyn Herberg in des blindenManns heimet nam/ welches als esder Blind vernähme / gienge er in desGrasten Herberg/ begehrte von denDienern/ daß sie ihme das Wasser zugeben vergünstigen wollen / mit wel-chem er die Hand gewaschen. DieDiener gaben dem blinden Mann dasbegehrte Wasser/ und als er seine Au-gen damit wüsche/ erlangte er vonstund an widerum seyn verlohrnes Ge-sicht/ und wurden seine Augen hell /und klar. Derohalben danckete diserarme Mann GOtt dem Herren um vi-fe Gnad/ rühmte den S. Grasten we-gen seiner Verdienst / und zeigte sol-che Wolthat jedermann an.

Ein anders Wunderwerck erzeigteder allmächtig GOtt durch seinen ge-treuenDiener Eberhard in dem Teutsch-land. ES hatte Graff Eberhard /einen Sohn mit nahmen Burckhard /den schickte der Vatter vor ihme auseiner Reiß / mit etlichen Reutern einHerberg zu bestellen/ als sie aber alsofortritten/ fiele der junge Graf aufdem Feld ohnversehens in ein tödtlicheKranckheit / die Diener zeigten VisenZustand dem Vatter eylends an / wol-le er seinen lieben Sohn noch lebendigsehen/ solte er sich nicht lang säumenJLsonder in eyl kommen. Der fromme £Graff käme bald zu seinem Sohn /knyete vor ihm nider/ und bettete einweil/ nach welchem nähme er zweyHöltzlein von der Erden / legte diesel-ben Creußweis in ein Geschierr/ gösseWasser darüber/ und gab dem Sohndarvon zutrincken. Als nun derSohn getruncken/ stunde er widerumfrisch/ und gesund auf. Dessen sichmänniglichverwunderte/ und GOT§dem Herren danckete.

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Es hatte der Graff Eberhard ei-nen edlen Ritter am seinem Hoss/ mitNahmen Mangoldus / der verliesse dieWelt/ und war ein Mönch in S. Ge-orgij Kloster zu Stein an dem Rhein/und hernach auch des gesagten Gotts-hauß Abt/ und Vatter. Als abernach etlichen Jahren Mangoldus abdem Kloster-Leben/ und Geistlichen-Stand einen Verdruß schöpffte / kämeer endlich so weit/ daß er dem Klo-ster-Stand samt dem Orden verliesse/und widerum in die Welt gienge. §l-sen ellenden Stand Mangold» betank-te den Grasten Eberhard höchlich/ nndals sie ohn alle gefahr auf ein Zeit erstandern auf der Strassen begegneten /

red-