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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von vier Heiligen/ des Gottshauß Engelberg,

von einander gelegen waren. Alsnun der S. Cönradindem m 8 Jahrum einen bequemlichen/ und füglichenOrth / oder Platz umschauere / ^dannw M seiner Herrschafft Scldenbüren /und darum kein kömmlichc Stellungsinden möchte ) käme er endlich in Un-verwalden nid dem Kernwald/ zögeMit den seinigen durch das Thal Aa /oder Saa/ für Wolffenschitssen / undGraffcnort/ wie mans jetzt nennet/bißdrin die höhe des wilden/ und rauhenGebürgö / und Henncnbergs kommen;Welches ihme sonderlich gefallen / undchme sestiglich fürname, ein Mannsklo-ster St. Benedicti - Ordens / in der-Mutter GOttcs Maria / und der H.Ettglcn Ehr zubauen / dieweil in diserWüdnuß mehrmahlen Cngelische / undübliche Gesang gehört worden. Da-berodemBerg der Nahme veränderet/und für Hennenberg / Engelberg ge-nannt worden. Folgens indem 1119-"Zahr war der Platz geraumbt/der Waldweis herum ausgercuret/ das Kloster/Nnd die Kirchen angefangen / der hoheAltar an das Orth gesetzt / da ein'wil-de Barengrub gewesen. Die erstenMönch mit samt ihrem GottseeligenAbt Adelhelmo sollen von dem Stistrernus dem Gotlshauß Einsidlen / oderdst mehr / wie andere wollen/ ausHir-m)au berustcn worden seyn. Die Kir-nen ist hernach im Jahr 1120. oder"21. von dem Blschoff Udalrico demMen zu Costantz/ den ersten TagApril! gcweyhet / die Stisstung samtNgendcn / und fahrenden Gütern seynddem Abt übergeben / dic Privilegia /Und Protcctwn / so wohl von demPapst Calixro H. als Kaysern Hcnri-dv IV. sonsten in der Zahl der V. erlangetWorden. Wie alles weitlaufstger zule-gn in unserm Ursatro ^Lclellattico Hd-sciorum , Tltulv Engelberg.

Es suchte aber der GottseeligeMyherr Conradus nichts anders inmner Strfftung / als die Göttliche Ehr/Vd seines nächsten Seelen Heyl/ undSeligkeit/ und käme in solcher Voll-^mmenheit auch so weit / daß er ihme'/'der einbildete / daß er wenig gethandabe / wann er nicht selbsten sich GOtt/"nd seiner geliebten Mutter Maria m

seinem Gottshauß aufopfferte/ und ih-me sich zueygen ergebe. Also sagteConradus der Welt / und ihrem Prachtab/ nähme durch Ermahnung/ undheiliges Exempel des S. Abts Adel-helmi/ St. Benedicti- Ordens-Kleidan/ und war ein demüthiger Leyen-bruder/ rmd keusche Jungfrau/ weiler die Reinigkeit von Jugend auf be-halten. In dem Leben / und Wan-del / Andacht / und Gehorsame war erso vollkommen / daß er allen Brudernals ein Spiegel/ und Ebenbild einesrechten geistlichen Ordens-Mann / vor-leuchtete. Nach wenig Jahren be-gäbe es sich / daß ein Weltmann etli-che Güter anspräche/ so der Stifflerzu dem Kloster vergäbet hatte. Danun gemelrer Weltmann crncn Gewaldbrauchen wolle/ war der Abt Adelhcl-Mus gezwungen/ den frommen Sttff-ter Conradum in die Welt hinauf zudem Weltmann abzufertigen / damit erdie Sach gütlich / oder rechtlich vcrn ri-ge. Nun kamen sie beyde altem zu-kamen/ »überredeten sich des Gespanshalben/ und in dem sich Conradus andem wenigsten versähe/ ergr«ste der reuff-lische Weidmann einen Dolchen/ undgäbe dem Gottseeligen Bruder zweentödtliche Stich/ daß er zu Boden fiel/Und in seinem Blut ligend sein H. SeelGOtt dem Herren befähle / und zusan-te/ als ein Glorwüldiger Märtyrer /reine Jungfrau / und vollkonnnner Or-dens-Mann/ im Jahr 112*. der Tagseines Todts ist unbewußt. W«r ha-ben ihn an St. Conradi Bifchosss den26. Novemb. gcsetzet / darauf würdseyn Leichnam gen Engelbcrg geführet/und mitten in dem Chor der Haubt-Kirchcn mit grösssm Hertzleyd begra-ben. Wie angenehm aber seine Ver-dienst bey GOtt gewesen seyen/ bezeu-gen die Wunderzcicheu so sich bey seinemGrab zugetragen haben/ und lassenwir sie die jenige Persohnen reden /welchen solche Gnaden durch seine H.Verdienst mitgetheilt worden. Disen

abscheulichen Mord wolte der gerechteGOtt nicht Ungestrafft lassen/ und ge-schahe daß diser Tvrann durch dasSchwerd auch bald um das Lebenkommen/ lmdvon einem er-stochen worden.

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