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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Der seli-gen El'>a»dcch-N'girckcfi>i-re(rsrmunv gcbmtimi.

König An-dreas il,tLalter.

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S. EL 1 SABETHA , Virgo, & Reg*n*:

gm Jungftauen Elisabethen / gkbohrneKönigin in Ungern / Klosterfrauen deßGottshauß Thoß bey Winterehur / Pre-diger-Ordens.

Ist gestorben im Jahr 1338. den 6. Mais.

Aus einer alten authentischen gcschribncn Chronick gesagtes GotthaußLhöß / so zu Wyl im Thurgöu bey S. Catharinen zufinden. Ihrer gc-drucket auch in seiner kleinen Prediger-Ordens-Chronick«.. p.onradusZir-taidi, der Heiligen Schrifft Lector / und Provincia! selben Ordens durchLcutschland.

Ehe wir zu dem Leben der Seeligen Jungfrau Elisabetba zuerzeh-len schreittcn / wollen wir etwas wcnigs von ihwn Königlichen Geschlecht/und Vorfahren melden / welchen das Königreich Ungern zuständig ge-wesen.

^Ndreas der II. König zuUngarn / lebte / und re-gierte in dem 1200. Jahr.Miscr erzöge bey seiner er-sten Gemählein Gertrude/so Hertzogs Bercholdi zuMerania Töchter war / die Heiligeweitberühmte Elisabetham Landgräf-fin / und Wittib in Thüringen / undHessen/ derer Fest den 19. Tag Win-termonat Jährlich gehalten wird. Beyseiner andern Gemahel Beattice Aldo-brandini Marchionis Estiensis bey Ve-nedig Tochter / mit Nahmen / bekä-me König Andreas den Sohn Stepha-num / vor dessen Geburt aber stürbeKönig Andreas in Ungern im Jahr1228. derhalben die Wittib mitschwan-germ Leib wider in Italien gezogen /und ist bey ihrem Vatter der Fruchtgenasen. Stephanus nachdem er zu sei-nen Tagen kommen / verheuratheteersich mit einer hochadelichen Tochter vonVenedig / deß Stammens Mauraceno-rum / mit Nahmen Thomaßina. Wel-che von ihrem Vatter chme ein überausgroß Heurath-Gut zubrachte/ und bey-neben ein jungen Fürsten / und Sohngebare. Disen liesse Stephanus wieseinen Vatter Andreas in seinem Tauffnennen. Andreas dsser zweyen Ehe-lemhen ein erntziaer Sohn / wurde mitdem Zunahmen Venetus gencnnt/weilet zn Venedig gebohren / und erzogen/

auch sondere Lieb gegen disent Hrchhatte. Über etliche Jahr käme An-dreas von Venedig in Ungern / aufvi-ler LandSfUrsten / und Herrn tnnstän-diges begehren/ undantrib/ da-Vät-terlich Königreich zubesitzen / welchesseines Vatters Bruders Sohn Ladis-laus beherrschete / und grossen Muth-willen darinnen verübte/ biß er endlichAnno 1290. von den seinigen erschlagenworden. Daraus Andreas der drittediß Nahmens ; in jetzt gemeltem Jahrzu Stulweissenburg zum UngarischenKönig gekrönet / wohl/ und löblich re-gierte/ machte ihm das Volck/ und dieLandherrcn / wegen seiner angebohrneNLieb anhängig / erhielte beyneben man-chen trefflichen Sig an seinen Feinden.

, Dessen Gemahel war ein gebohrtitKönigin von Stcilien / Fenna mit Nah/wen / dieselbe gebühre ihrem Herrenein eintziges Töchterlem/ ( welches dergetreue GOtt ihme selber zu einer Ge-sponß erkohren ) zu Ofen in Ungern /die wurde m dem H. Tauff nach ihrervil seengen Basen/ von der zuvor Mel-dung gckchehen / auch Elisabeth« ge-nennt. Eben zu derselben Zeit um dasJahr Christi JEju 1297. da diß Fräu-lein gebohren war/ waren etliche ehrlicheBürger von Costantz zu Ofen derereiner Verwalter deß Gotthauß TtMwäre / welcher seiner Töchtern Kinder

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