Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Wird ia ci,nrranderrnKranckhntvon Elisa«Leih ihrerNasen be,suchs t undM'östct.

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grosse Ehr bewisen worden/ yeben x>vler Verehrung/ so die Stadt und um-ligende vom Adel ihrer KöniglichenPersohn erzeigten. Darvon sie et-was Erquickung ihres Kummers/ sosie an ihrer Srieffmutter Unhöfflichkeitempfangen / erlangete/ und sonderlichin der H. Capellenzu Einsidlen/ dün-nen her sie vrlmahl bekannt/ wäre ihrdrse Gnad nicht widerfahren/ daß siefürgewiß wider in grosse Kranckheitgefallen wäre.

Vier Jahr nach der Profeßion fie-le Elssabetha in ein andere schwereKranckheit / daß die Artzt bekennereneinhelliglich / sie haben von diser Kranck-heit nie gehört noch gesehen. Ver-

zagten also an ihrem Leben/ bevorab/weil die Schwachheit von Tag zu Tagzunähme/ daß die seelige Königinihr selbst nicht helffen könnte/ und gu-ter wahrt vonnöthen hätte. DiseÄranckheit erstreckte sich von der H.Pfingsten biß in Wintermonat auf S.Eilsabethä ihrer Baftn Tag: Hier-zwischen verluhre die Krancke alle ihreÄrafften der Glidern / wie auch denVerstand. Über so lange Zeit erschie-ne ihr auf aller Heiligen Tag/ die H.Königin/ und Wittib Elisabetha ihrBaß nach der Metten / ermähnet siezur Gedult/ und Bestandhafftigkeit/eswerde in 14. Täg besser werden/ dochhätte sie noch grossen Schmertzen/ undWehethum außzustehen: hieraufflegtedie Heilige ihre Händ aufder kranckenVaßenHaupt/sprechend: es solle dir bes-ser werden im Haupt daß solchenGewalthab ich von GOtt dem HErren dir mit-zutheilen/ und anzukünden. Daließdas Hauptwehthum nach/ und kämesie wider zu vorigem Verstand/ aberdie Kranckheit des gantzen Leibs näh-me mehr zu/ daß es die Umstehendeein unmöglich Ding bedunckte zuerdul-den. Da nun der 19. Tag Winter-monat herzukommen/ daß ist der Fest-tag St. Elisabethä der Wittib / diferschwachen Basen/ käme die Krancke inso grosse Wehetag/ daß sie von demBeth sich auf hübe/ und in die Kir-chen für-den Chor-Altar liesse/ da siein ohnmacht gefallen/ auch ein guteZeit darinn läge / baß die Schwestern/st» ihrer pflegten/ in Sorgen / und Ge-fahr ihres Lebens stunden. Als vondem Convent die Vesper wurde gesun-gen/ da wendete die Krancke sich um /thäte die Augen auf/ gleichsam erwach-te sie vom liessen Schlaff / und wärealler Schmertz / und Wehethum hin-weg. Blibe auch keiner Kranckheitewiges Zeichen / als allein ein Blödig-keit. Dlse Besserung/ und Erledi-gung harre ihr gemelte St. Elisabeth

Von der Heil Elisabetha/

die vorige Nacht vor der Metten vo«gesagt. Da sie zum dritten mahl chrin ihrer Kranckheit erschienen / undvertröstet / daß sie an ihrem Festagunder der Vesper durch ihr Fürbitt sol-le erlediget werden. Hierauf be-gehrte die geistliche Königin man solleihrem warm Bad zurichten/ und nachdem Bad in ihr Bethlein tragen/ undvon Taa Zu Tag wurde es besser mitihr/ daß sie über wenig Zeit wider zuChor/ und in das Refenr abkommenmochte/ und den Schwestern mit Lie-be beywohnen/ und dienen. Ob siezwar von ihrer schweren Kranckheit er-lediget worden/ und zum theil zu vori-ger Gesundheit kommen/ litte sie dochnoch täglich etwas darvon biß an chrEnd/ und seeliges Ableiben.

Vier Jahr vor ihrem stetigenTodt/ käme sie das viertägige Fieberan/ daß wehrete lang/ und setzet ihrdermassen zu / daß sie an Leibskräfftenso sehr abnähme/ daß sie nichts verse-hen möchte. Es liesse sich ansehen / alshätte GOtt alle seyn Peyn/ Marter /und Todt mit diser seiner Gesponß ge-theilt/ und eingetruckt / welches danndie seelige Elisabeth vilmahl inniglichvon Christo pflegte zubegehren/ er wöl-ke sie seiner Schmertzen theilhasstig ma-chen/ darneben sein Gnad/ und Ge-dult verleyhen/ selbe zu übertragen.Diser eyfferigen Bitt wurde sie be-wehrt/ und wie gehört/ mit mancher-ley Kranckheit heimgesucht/ welche sieimmerdar so willig aufgenommen / undüberstanden/ daß nie kein Ungedult anihr gespüret / noch Kleinmüthigkeit vonihr gehört worden. Welches son-derlich in den zwey letsten Jahren er-schienen/ dann da bekäme sie so häffti-gcs Grimmen / daß sie auch an allenGlidern erlahmte / und also ihr selbstim geringsten nicht helffen könnte/ jaso gar für sich selbst weder Essen nochTrincke/ sonder wie ein klein Kind müßtegespeißet / und erhalten werden. Di-se Erlahmung mehrte sich auch so sehrin allen Glidern/ daß endlich auch Ge-schwer daraus worden/ und Löcher amgantzem Leib/ oft zehen/ oft mehr /oder weniger. In diser GöttlichesHeimsuchung/ und Schmertzen aber /sagte sie offt aus Jnnbrunst des Her-tzens/ und grosser Begird:Herr ich lo-be dich/ und.dancke dir / daß ich mei-ner Glider/ und gantzen Leibs solle tWmachtrg seyn durch deinen Willen/ alsdu auch am Stammen des H. CreMtzes meinetwegen sein wollest/ und keinGlid rühren könntest. Da die ge-dultige Königin in ihrer Kranckheit i*Jahr also mit vil Angst/ und Schmer-

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