L-r Von dem Gottseeligen Amando/
mir worden ? soll ich nun hinfüroein Ritter sein / wäre doch die Ruhemeiner Cellen angenehmer / und zumeinem Lob nützlicher / dieweil ich ineinem Streit nit ein Ritter bin worden.Der Jüngling lachte/ und sprach biß ohnsorg/ du wirst noch streitS genug bekome /wer die Geistliche Ritterfchafft will un-verzagt / und starckmüthig führen/derhat täglich zustreiten / so da bey denWeltlichen Rittern nicht geschicht / dannihre Feind nicht täglich seynd/ wie beyden Geistlichen / welche die Welt / denTcuffel / und das eygene Fleisch zube-strerten haben / rc. Du bildest nundir selbsten ein / daß dir GOtt habedaS schwere Joch deiner Leibs-Castey-ungen abgelegt / und dich von deinengrausamen Banden erlediget / und kön-nest jetzt deiner Ruhe sicherlich pflegen/dusolt aberwissen/ daß es nicht alsovergehen w GOtt will dir deineBand Nicht ablegen/ sonder nur ver-ändern/ und schwerer machen/ als siezuvor waren. Ab Visen Worten er-schracke der Diener der ewigen Weiß-heit übel/ und sagte : O GOtt waswilt du aus mir machen/ ich hatte einHoffnung mein Leyden habe ein End/so wird es erst anfangen. Ach Herrbin ich dann allein ein Sünder/ unddie gantze Welt gerecht / daß du deineverborgne Urtheil also an mir übest.Muß es dann gelitten seyn/ so zeigemir O HErr meine Leyden/ die ichaußstehcn muß. Der HErr antwor-tete ihm/ und sprach: sihe überstch anden Himmel/ und zehle die Sternenso du kanst/ so wirst du deine Leydenauch zehlen mögen/ und gleich wie dieSternen klein scheinen in den Augender Menschen/ aber in dem Firma-ment groß seynd / also werden deineLeyden von den Menschen klein geach-tet werden / die doch dich hart werdenpeynigen. Also begehrte der Dienerder ewigen Weißheit seine Leyden zu-wissen / die ihme doch GOtt abschlügezu offenbahren / außgenommen drey /damit er nicht verzagte. Das ersteLeyden war / daß du dich bißhero selbstgeschlagen/ und gepeyniget/. und hastaufgehört wann du hast wöllen/ undtrügest auch ein Erbarmnuß über dich/jetzt aber will ich dich dir selber nehmen/und will dich ohn alle Wehr den Fremb-den übergeben/ daß sie dich schlagen /und umziehen werden nach ihrem Wil-len. Das ander ist/ wie wohl du dichoft also ermartert Haff/ daß sie dir dasLeben auch hätten mögen nehmen / a-ber du bist mit Göttlicher Hilff alsoumgeben gewesen/ das solches Leydendir an dem Leben nichts geschadet hat /jetzt aber wird es geschehen/ daß/wo du
Trost/ und Hilff wirst suchen/ du d'ögröste Verfolgung / und Untreu spüh-ren must/ und welche Menschen dichbeschirmen wölken/ werden mit dir gros-se / und gleiche Noth leyden / und inVerfolgung gerathen. Das dritteLeyden ist/ du bist aufdise Zeit gleicheinem jungen Kind / so in ferner Mut-ter Schooß liget/ und ihre Brüstensauget/ nehmlich die Göttliche Süßig-keit/ himmlische Tröstungen/ und Of-fenbarungen/ dise Brüste will ich dirjetzt nehmen/ und dich selber lassen sor-gen/ du wirst von GOtt / und allenMenschen verlassen werden/ und vonFreunden/ und Feinden grausam ver-folget/ und verachtet werden/ undwas du anfangen wirst/ soll du nichtglücklich verrichten können. Als nunder andächtige Vatter Suso dise dreytraurige Zeitung von GOtt vernähme/erschracke er sehr/ und fiele Creutzweißauf die Erden / rujste mit weynendenAugen zu GOtt/ und batte ihndemü-thiglich / daß er disen Kelch der Trüb-salen wolle von ihme nehmen/ und ihndurch sein Göttliche Barmhertzigkeit /von disem grossen Jammer erledigen ;möchte es aber nicht sein so geschehe /nach Anordnung der ewigen Weißheit/der Wille Gottes.
Als der H. Vatter Suso an ei-nem Morgen nach der H. Meß trau-rig fasse/ und den vorgeschribnen Of-fenbarungen nachtrachtere/ hörte er einStimm inwendig zu ihm sprechen - Thuder Lelien-Fensterauf/ sihe / undlehr-ne. Da sahe der S. Suso einenHund / der mitten durch den Creutz-gang ein verschlissnes Fußtuch in den»Mund herum schleiffte/ darmit spillete/hin/ und her warffe/ und Löcher da-rein bisse. Als er nun dis gesehenhätte/ hübe er seine Augen mit seuffßen/gen Himmel/ und hörte inwendig zuihm. sprechen : also wirst du in deinerBruder Mund herumgezogen werden.Darauf gedachte er/ mag es durch dieGöttliche Anordnung nicht änderst sein/ergibe ich mich gedultiglich in denWillen Gottes/ und stunde aus/undgienge in den Creutzgang/ nähme/ undbehielte das Fußtuch fleißig auf/ alsein köstliches Kleinod/ und so ihme et-wann ein Widerwärtigkeit zustünde /so nähme er dasselbige Fußtuch / oderLumpen Herfür / damit er sich zu derGedultermahnete/ und sich des Gött-lichen Willens erinnerte. In l>eterste so ihme ein Creutz/ oder Trüb-sal zugestanden wäre/ gedachte er alsorO mein GOtt / hätte das Leyden einEnd/ damit ich ledig darvonwäre .'baldhernach an unser lieben Frauen Liecht-* meß