Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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L-r Von dem Gottseeligen Amando/

mir worden ? soll ich nun hinfüroein Ritter sein / wäre doch die Ruhemeiner Cellen angenehmer / und zumeinem Lob nützlicher / dieweil ich ineinem Streit nit ein Ritter bin worden.Der Jüngling lachte/ und sprach biß ohnsorg/ du wirst noch streitS genug bekome /wer die Geistliche Ritterfchafft will un-verzagt / und starckmüthig führen/derhat täglich zustreiten / so da bey denWeltlichen Rittern nicht geschicht / dannihre Feind nicht täglich seynd/ wie beyden Geistlichen / welche die Welt / denTcuffel / und das eygene Fleisch zube-strerten haben / rc. Du bildest nundir selbsten ein / daß dir GOtt habedaS schwere Joch deiner Leibs-Castey-ungen abgelegt / und dich von deinengrausamen Banden erlediget / und kön-nest jetzt deiner Ruhe sicherlich pflegen/dusolt aberwissen/ daß es nicht alsovergehen w GOtt will dir deineBand Nicht ablegen/ sonder nur ver-ändern/ und schwerer machen/ als siezuvor waren. Ab Visen Worten er-schracke der Diener der ewigen Weiß-heit übel/ und sagte : O GOtt waswilt du aus mir machen/ ich hatte einHoffnung mein Leyden habe ein End/so wird es erst anfangen. Ach Herrbin ich dann allein ein Sünder/ unddie gantze Welt gerecht / daß du deineverborgne Urtheil also an mir übest.Muß es dann gelitten seyn/ so zeigemir O HErr meine Leyden/ die ichaußstehcn muß. Der HErr antwor-tete ihm/ und sprach: sihe überstch anden Himmel/ und zehle die Sternenso du kanst/ so wirst du deine Leydenauch zehlen mögen/ und gleich wie dieSternen klein scheinen in den Augender Menschen/ aber in dem Firma-ment groß seynd / also werden deineLeyden von den Menschen klein geach-tet werden / die doch dich hart werdenpeynigen. Also begehrte der Dienerder ewigen Weißheit seine Leyden zu-wissen / die ihme doch GOtt abschlügezu offenbahren / außgenommen drey /damit er nicht verzagte. Das ersteLeyden war / daß du dich bißhero selbstgeschlagen/ und gepeyniget/. und hastaufgehört wann du hast wöllen/ undtrügest auch ein Erbarmnuß über dich/jetzt aber will ich dich dir selber nehmen/und will dich ohn alle Wehr den Fremb-den übergeben/ daß sie dich schlagen /und umziehen werden nach ihrem Wil-len. Das ander ist/ wie wohl du dichoft also ermartert Haff/ daß sie dir dasLeben auch hätten mögen nehmen / a-ber du bist mit Göttlicher Hilff alsoumgeben gewesen/ das solches Leydendir an dem Leben nichts geschadet hat /jetzt aber wird es geschehen/ daß/wo du

Trost/ und Hilff wirst suchen/ du d'ögröste Verfolgung / und Untreu spüh-ren must/ und welche Menschen dichbeschirmen wölken/ werden mit dir gros-se / und gleiche Noth leyden / und inVerfolgung gerathen. Das dritteLeyden ist/ du bist aufdise Zeit gleicheinem jungen Kind / so in ferner Mut-ter Schooß liget/ und ihre Brüstensauget/ nehmlich die Göttliche Süßig-keit/ himmlische Tröstungen/ und Of-fenbarungen/ dise Brüste will ich dirjetzt nehmen/ und dich selber lassen sor-gen/ du wirst von GOtt / und allenMenschen verlassen werden/ und vonFreunden/ und Feinden grausam ver-folget/ und verachtet werden/ undwas du anfangen wirst/ soll du nichtglücklich verrichten können. Als nunder andächtige Vatter Suso dise dreytraurige Zeitung von GOtt vernähme/erschracke er sehr/ und fiele Creutzweißauf die Erden / rujste mit weynendenAugen zu GOtt/ und batte ihndemü-thiglich / daß er disen Kelch der Trüb-salen wolle von ihme nehmen/ und ihndurch sein Göttliche Barmhertzigkeit /von disem grossen Jammer erledigen ;möchte es aber nicht sein so geschehe /nach Anordnung der ewigen Weißheit/der Wille Gottes.

Als der H. Vatter Suso an ei-nem Morgen nach der H. Meß trau-rig fasse/ und den vorgeschribnen Of-fenbarungen nachtrachtere/ hörte er einStimm inwendig zu ihm sprechen - Thuder Lelien-Fensterauf/ sihe / undlehr-ne. Da sahe der S. Suso einenHund / der mitten durch den Creutz-gang ein verschlissnes Fußtuch in den»Mund herum schleiffte/ darmit spillete/hin/ und her warffe/ und Löcher da-rein bisse. Als er nun dis gesehenhätte/ hübe er seine Augen mit seuffßen/gen Himmel/ und hörte inwendig zuihm. sprechen : also wirst du in deinerBruder Mund herumgezogen werden.Darauf gedachte er/ mag es durch dieGöttliche Anordnung nicht änderst sein/ergibe ich mich gedultiglich in denWillen Gottes/ und stunde aus/undgienge in den Creutzgang/ nähme/ undbehielte das Fußtuch fleißig auf/ alsein köstliches Kleinod/ und so ihme et-wann ein Widerwärtigkeit zustünde /so nähme er dasselbige Fußtuch / oderLumpen Herfür / damit er sich zu derGedultermahnete/ und sich des Gött-lichen Willens erinnerte. In l>eterste so ihme ein Creutz/ oder Trüb-sal zugestanden wäre/ gedachte er alsorO mein GOtt / hätte das Leyden einEnd/ damit ich ledig darvonwäre .'baldhernach an unser lieben Frauen Liecht-* meß