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z i o Von dem Gottseeligen Amando /
Sie sprach wollet ihr es nit lassen tod-ten / so laßt es auffs wenigest in dieKirchen tragen / daß ihme geschehe alsandern Finde! - Kindern / öder ihr müßtgrossen Kosten / und Ungelegenheitenmit ihme erleyden. Darauf sagte derS. Vatter - ich traue GOtt der michhat bischero erhalten / der werde mich/und dises Kind auch erhalten.
cap. zi. Als nun der S. Vatter Suso ver-nommen/ daß das Kind solle gebohrsseyn / begehrt er es von obgesagtemWeib / daß er es heimlich sehen möchte.Da er das Kindlein ansähe / und aufsein Schooß gesetzt hätte / lacheie es den
i ' S. Vatter lieblich an/ darab er vonGrund seines Hertzens seufftzete / undspräche: sötte ich ein so liebliches/ undschönes Kindlein todten ? das sey weitvon mir / dann ich bereit bin / wasGottes Barmhertzigkeit über mich ver-hängen/und mein H. Orden mir gebie-ten wird / daß ich es williglich wolle ley-den/ und außstehen. Ach du elendeszartes Kindlein / wie bist du sogar einarmes Weißlein/ dann dein rechterVatter hat sich deiner verläügnet / unddein schalckhafte Mutter wolt dich hin-werffen/ als ein schändliches Hündlein.Nun hat GOtt dich Mir geben / dichwill ich haben von GOttes wegen / undwill dein Vatter seyn ; ach mein Kinddu sitzest mich an auf meiner Schooßligend / und kanst nit reden / ich abermit verwundtem Hertzen/ und weynen-den Augen begiesse dein Angesichtlein /und bald darauf fienge das Kind auchan zuweynen. Als er sahe das Kind-lein meynen / spräche er : schweig meinKind schweig/ darunl daß du MeinKind nit bist / will ich dir Nichts thun /wann ich schon vil von deinetwegen mußleyden / du must mein / Und GOttesKind seyn. Aus disem Liebkosen desS. Vatters Susönis gegen den ar-men Weißlein / war das Weib auch zuweynen/ und Büß bewegt / die sie eszuvor todten wollen/macht ein so gros-ses Geschrey / daß sie der fromme Vat-ter stillen müßte / damit es nit Kündbarwurde ; nach disem gäbe er ihr dasKind widerum/ segnete/ und befählees GOtt/ und seinem H. Schütz-En-gel / und ließe es auch in feinem Kostkerziehen. Bey disem verblibe es nochnit / dann das schalckhafftige Weib ver-schreyte / und verläumbde unsern un-schuldigen Amand wo sie könnte/ undmochte / also daß einer aus seinen näch-sten Bluts -Verwandten/ das falscheWeib auf der Rhein-Brucken wolteins Wasser stürtzen/ wann ihme dergütige Vatter Sufo nit so ernstlich ab-gewehret/ undihnezur Gedulr ermäh-
net hätte. Deß S. Vatters bestöOrdens-Gesellen schmächetenihn / undwollen kein Freundschafft mehr mitihme pflegen. Sein eintziger Trostwar / ( damit wirs nicht rulang mach? )daß die Oberkeit seines Ordens nochnichts um disen Handel wüßten; baldaber hernach kamen die Provincia! /und Vicarij in die Statt / da dises fal-sche Weib wohnete / der fromme Vat-ter aber war nicht allda/ sonder woh-nete anderstwo. Er gedachte bey ihmelber/ lasset nun die Ordens-Vätterms böß/ und schalckhaffte Weib für-sich kommen / und geben ihren falschenWorten / und Reden einen Glauben/so bist du ein gefangner Mann / undlegen dich in einen solchen Nothstallder Büß / daß dir viel weger / undringer wäre zusterben. In disen peyn-lichenGedanckenverharrete er Tag/undNacht an einander; letstlich sprach erzu GOtt: O ewiger HErr/und Gott/wo ist jetzt dein Barmhertzigkeit ? wielang muß ich derselben erwarten? ichbin als ein verurtheilter Mensch anLeib/ Ehr / und Gut verdorben/ ichver.meinte GOtt wäre Milt / und eingnädiger Herr aller deren die ihr Hoff-nung in ihn setzen / rc. Da er solchöKlagen den halben Tag lang vil tribe/und vor Angst / und Noth nicht wüß-te was er thun sötte / hörte er inwen-dig also zu ihme sprechen : Wo ist deinResignation ? oder wann wirst du dichgäntzlich dem Willen-Gottes ergebenddu hast oft andern Menschen gerathenwie sie sich sollen in den Willen - Got-tes schicken/ und sich in denselben auf-opßern/ nun aber thu daß selbst / wasdu andere gelehrt hast.
Letstlich gäbe sich der S. Vatter tfrzur Ruhe/ und gedachte: Nun wohlan/mag es nit änderst sein / 6ar volunrastua, 6 Deus! In disen Gedancken sa-he er im Geist sein geistliche Tochtervor ihm stehen/(die ihme/ als sie nochlebte m dkfer Welt/ oft vorgesagt/daßer vü leyden werde / aber GOtt werdechn Nlt verlassen / und aus allen Nöthkhelffen)dise geistlich Tochter/als sie demS. Vatter mit tröstlichen Worten zu-spräche : hat ers mit Ungedult aufge-nommen/ und sie der Lugen gestrajst.
Sie aber lachlete darüber/ gieNge na-her zu ihme / und botte ihm ihr Heil.Hand / sprechend : Ich verstriche dirO. Vatter / an statt GOtt des All-mächtigen/ daß er dich nit wird verlas-sen/sonder dir bist / und alle andereTrubsaalen helffen überwinden. Ekantwortet ihr: O mein Tochter.'meinNoth ,st st groß / daß ich dir nicht kanglauben. Sie sprach hingegen: es
wird