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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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334 Von etlichen seeligen Klosterfrauen/

laß/ »nd daß mit solcher Bescheiden- letstlich die Betrübten/ und Kranckenund Lieblichkeit/ daß niemand einigen zu L östen.

Verdruß darab tragen möchte/ son-derlich wann man zu vil von weltlichen Der allmächtige GOtt suchteSachen wolle reden/ so könnte unser auch Annam in ihrer blühenden Iu-fromme Anna ein geistliches Gespräch gend mit schweren Kranckheiten heim/einmischen/ daß man aller angefang- und so bald sie von einem Bethlägernen Reden/ und Gesprächen vergaffe, auf stunde/ grenze sie fleißig wider zumSie war ein sonderbare Trösterin der Chor. An ihrer Äunckel hatte siebekümmerten Schwestern/dann nie- dise tröstliche Wort geschrrben/welchemand war jemahl zu ihr kommen/ der GOtt zu einer seiner liebhabendenToch-n-r wohl getröst/ und auferbauet von ter gesprochen/ die Schwestern aberihr scheidte. Ihr gantzes Leben stun- haben vermeint / es habe GOtt solchede fürnehmlich in 4. Puncten/ erstlich Wort zu diser Anna geredt/ sie aberim andächtigem/ und eyfferigem Ge- hat es auß Demuth nicht wöllen be-bett/ darnach in Lesung der Heiligen- kannen. Und seynd nachfolgendeGottes - Leben. Drittens von GOtt / Sprüch.und himmlischen Sachen zu reden/und

Je Kranckcr/ und Siecher du bist/ je lieber du mir bist.

Je verschmachttr du der Welt bist/ je naher du mir bist.

Je armer du bist/ je gleicher du mir bist.

Von ihren strengen Leben/ göttli- wie ein schönes / und glantzendeS Lischtchen Gnaden / und Heimsuchungen erschinen seyn. Ihr Gedachtnuß ver-wolte sie dem Convent in ihrem Todt- blibe bey 40. Jahren in dem Convent/Beth nichts offcnbahren / doch nach ih- als wann sie noch Lebte. Wie sie her-rem Absterben solle man etwas von ih- nach wider außgraben worden/ tran-rcr Heimlichkeit mit eygnen Händen cke ein krancke Schwester mit großem beschuhen / welches ich nicht nöthig hie- Glauben/ und Andacht auß ihrerher zu setzen vermeine / funden haben. Hirnschallen/ die würd von stundNach ihrem gottseeligen Todt solle sie an ihrer Kranckheit ent-der Schwester Elisabeth von Elgau lediger.

XI. XII.

B. B. B E L I , & CATHARIN A Blettin.

sv* VondmSS.Bell/ mdLatharina

Blctten.

ctf. t. (AACHwester Beli von Winterthur mel / wie folget' Als vil der Menscheine auß den vil alten Schwe- seines eygnen Willens fahren laßt /alssteren/ hielte den H. Predi- vil nimmt er an vollkommen Leben zu/

. ger - Orden vollkommentlich / und nichts mehr. Da sie wolte ster-führte ein strenges Leben/ mit betten/ ben/ käme ein Schwester ungefähr infasten/ und wachen/ und casteyte ih- ihr Cell/ und sahe sie in Zügen ligen/rcn Leib mit solcher Bescheidenheit/daß und als dieselbige dem Convent russtesie nie darvon Kranck wurde. Nach sprechend : sie scheidet dahin/ fragteder Metten bettete sie gemeiniglich ei- Schwester Beli wer dahin scheidet/danen Psalter/ sie nähme auch mir Reck- antwortet die Schwester: Ihr/ darü-holder-Stauden vil/ und strengeDis- her lachete die S- Beli vor Freuden /ciplin. Wegen ihres H. Lebens / und gäbe ihr seelige Seel aufin dieHändguten Verstands/ und Bescheidenheit der Englen. Solchen lieblichen Todtwar sie 20. Jahr Subpriorin gewesen/ erwarbe ihr der H. König David / denwre sie von solchem Ampt wegen ho- sie Jährlich mit seinem Psalter grüsse/chen Alters entlediget / verhoffte sie/ te/ und solchen mit grosser Andachtdaß sie jetzt GOtt allein in ihrer Ruhe läse/ und bettete,könnte dienen / da käme unversehens

ein andere Gehorsame von ihrer geist- Schwester Catbarina Blettin t Cillichen Oberkeit / welche sie mit Schmer- führte ein so strenges Leben in dem Klo-tzen annähme / und damit sie in diser ster Thöß mit Fasten / Wachen / em-Gehorsame gedultig sein möchte/ schri- sigem Gebett/ strengen Leibscasteyun-be sie auf ein Pappierlein nachfolgen- gen in ihrem hohen Alter/ daß sich al-de Wort/ und hesstete es an ihren Er- le Schwestern darüber verwundert hat-ten.

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