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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Sanctissimum Sacramentum Altaris In Etifvyil.'

Michael Bieg ein Knecht vonEschach/ ein Stund weegS von Ra-venfpurg gelegen / litte so grossenSchmertzen an seiner einen Hand-Fin-gern/ daß er selbe weder strecken nochregen könnte / verlobte derowegen einWallfahrt mit Andacht zu der Tannen-«vollbringen / und ein eyserne Handdahin zu verehren: thäte seiner Versprä-chung gemäß / geht mit frisch - gesunderHand von der Tannen wider zu Hauß /lind arbeitete.

Die obgenannte Capell zur Tan-nen im Wald Haßlach gelegen/ als siebey ioo. Jahr gestanden/ wurde bau-fällig / Und ist ui Abgang gerathen/oder vil mehr ist wegen einreissender

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Lutherey diser Orthen zerbrochen wor-den / daß jetzo bey unsern Zeiten nurnoch etlich Maurstöck vorhanden. Dochseynd die Gebern des S. JünglingsLudwigen in St. Veits Capellen/ na-he bey dem Schloß Ravenspurg gele-gen/ transferiert/ und gelegt worden :da sie noch zusehen/ und verehret wer-den. So findet/ und zeigt man nochauf demRahthaußzu Ravenspurg des-sen Hut/ Röcklein/ und Gürtel/ soer an seinem Leib getragen/ neben ei-nem wachsenen Schreibtäffelein / wel-ches er auch bey sich gehabt. Mattgäbe auch den Pilgern zu der TannenPilgerzeichen/ wie man noch von Em-sidlen/ Und andern Orthenpflegt heimzutragen.

ie das hochMWe / und aller-

Sacramcm des Altars aus der

kni

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Iahe 1447. den 2). Maij.

Dise Hl'stori ist geschribcn aus einem alten Authentischen Instru-ment des gemelten Dorffs Etißwyl/ und in dise Ordnung gestellt.

/^^H^Vna Vögtin aus der Stadt ihrem Kind hinweg/ biß sie endlich imw AnJ Bifchoftzell/ in der Land- Flecken Etißwyl/ ohnserw von Willi-A\t wf graffschafft Thurgöu gele- saü/ der löblichen Stadt Lucern ange-ViV'V gen/ gebürtig/ käme bey .hörigegelegne Graffschafft/käme. In^ ihren Mitbürgern in Ver- disem Etißwyl hielte sich Anna aller un-dacht / als wäre sie ein bekannt in der Stille auf/ suchte dochHex / oder Unholdin / welches ihre allezeit aus teüfflischem Antnb Gele-Freund ihr zu Gemüth geführt/ mit legenheit ihr Voßheit zu vollbringen.Rath sich behutsam zuhalten/ Und auf Im Jahr 1447. auf den 2z. Maij/ ansich zuschauen/ dieweil aber ihr eigen einem Mittwoch/ vor unsers HerrenGewissen sie selbst anklagte/ entwiche JEsu Christi Fromleichnams - Tag /Anna samt ihrem Töchterlein heimlich gienge Anna mit Judas Gemüth mör-von Bifchoffzell / als sie von andern gens zu der H. Meß in die Kirchen:Unholden/ und in Hexerey Mitconsor- stellte sich ruhinderstin ein Stuhl/demten Zehrung empfangen / und Anlei- Gottsdicnst aus ein End zuwarten/tung bekommen/ das hochwürdige Sa- der Priester läse Meß / und consecrier-crament des Altars lästerlich zustehleN tt 2. Hostien eine in der Meß zuem-(dann sie es zu Bifchoffzell schon 2. pfangen/die ander für das innständi-mahl auch hätte entfuhrt/ und schänd- ge Fest / des Fromleichnams-Tag /lich mifbraucht) besorgte also Anüa nach alten Rvmisch-Cathvlischen lobli-wann dife That sie allda mehr verüb- chem Brauch mit grosser Andacht inte/ möchte sie ertapt werden/ beson- der Proceßion im Dorfs Etißwyl inei-ber weil sie schon bey den Jnnwohnern ner Monstrantz umzutragen. Alöm Verdacht gerathen / zöge also mit die Meß vollendet war / thateder Prie-f\ Muret) Die H. Schwcitz. Tx 2 ster