?fL Von dem Gottseeligen Vatter Conrado/
Cis. 4-
Cap. 5.
möchte / deßhalben er mit seinem an-dächtigen Gebett GOtt den Allmäch-eigen amuffte / und seines HertzenSKummer ihme mitvilen Weinen / undEeufftzen klagte.
Endlich name er ihme für gen Romum seines/ und deß Ordens Heplöwil-len zuziehen / und nach dem er sich andem Päpstlichen Hoff From/ Aufrechtund Heilig verhalten / ist er zu IhrPäpstl. Heiligkeit Penitentier erwähletworden / dardurch er in grosse Kund-schafft der Cardinälen käme / so ihnewegen seiner From - und Aufrichtigkeitfast liebten/ und werth hielten.
Es wäre dazumahl zu Rom ein an-dächtiger Cardinal/ der willens warmdas H. Land gen Jerusalem zureisen /und die H Statt zubesuchen / an wel-chen unser Heyland / und Seeligma-cherJEsus Christus unser Erlösungge-würcker hatte; mir disem Cardinalwolte auch Bruder Coorad von Bras-sen aus Andacht reisen. Auf diserReiß hielten dise beyde Freund GOt-tes vil gottscelige Gespräch / sonderlichaber / wie der H. Prediger-Orden wi-derum in sein erste Observantz / undHeiligkeit gebracht möchte werden.Und dieweil es unmöglich erfunden wor-den / daß der gantze Orden auf einZeit könnte / oder möchte reformiert /und verbessert werden / achteten sie daßkein besser Mittel zu solcher Reforma-tion dienstlicher könnten erfunden wer-den/ als wann erstlich ein Kloster/undConvent reformirt / und mit andächti-gen / und eyffrigen Vättern besetzt wur-de/ fo ein sondcrbahren Eyffer/ und Lie-be zu der Observarion / der Regel/ undConstitutionen hätten / und so solchesgeschehen / und wohl eingewürtzt/ sokönnte man mit Nutzbahrkeit weitersschreitten/ und die andern Klöster nach/und nach auch zuhanden nehmen.
Wie angenhm GQtt dem Allmäch-tigen / und dem H. Dominico der Eyf-fer / und Begierd deß frommen Vat-ters Conradi von Brüsten/ den Ordenwiderum in sein erste Vollkommenheitzubringen gewesen seye / erscheinet ausdem klar / welches wir von unsern Vor-fahren / und Eltern vernommen haben/die ihn zum Theil gekennet/ oder ihnensein vollkommenes Leben wohl bewüßtwar / dise Vorfahren erzehleten unsdife Histori: Als der S. Bruder Con-radus auf ein Zeit über Feld reisete /und mit mehrgedachtenGedancken/wieder Orden reformirt möchte werden /umgienge / da begegneten ihme dreyEhrwürdige Vätter Prediger-ordens
in einer schlechten / und einfältiger Be-kleidung / also daß die Scapulier breit/die Cucul klein / die schwartze Kappenkürtzer als der Rock/ under Visen drey-en Vattern aber redete der älteste denBruder Conrad an/wie daß er das Pre-diger-Kloster zu Colmar in der Stattwürdewiderumru seinerwahre» Refor-mation/ und ersten Observantz bringen/und solle auch die Weiß ihrer Kley,düng wohl in acht nehmen/und nach sol-cher Form ihren Habit / und Kleidungtragen. Der Brud er Covradus fragtewer sie waren / und wie sie heisseten 7da sprach einer auß ihnen: daß der er-ste auß ihnen der Stiffter deß H. Pre-diger-Ordens St. Dominicus wäre /der ander der Glorwürdige MärtyrerSt. Petrus von Mayland / und derdritte der Engelische Doctor St. Tho-mas von Aquist. Von diser gnaden-reichesi Erscheinung/ und Gespräch warder Geistliche Vatter Conradus nichtallein höchlich erfreuet / sonder auchmehr in der Liebe GOttes/ Und seinesNächsten enttzündet / die Reformationdesto fleißiger anzufangen/ und dürzUzuhelffen.
Und damit der allmächtige GOtkseinen Seegen desto mehr zu solchem H.Merck geben möchte / nähme er ihmefür um das Jahr Christi iz86. wide-rum ein H. Wallfahrt zuverrichten / indas gelobte Land gen Jerusalem/ undauf den Berg Sinay zu St. CatharinckGrab ( dann er dreymahl bey dem H.Grab / und neunmahl zu Rom gewe-sen) zureisen. Zu seinem Gesellenund Mitgefährten aufdiser Reiß / näh-me er mit ihme einen andächtigen/undgeistlichen Priester Prediger-Ordens/Vatter JoanNem von Wirten/von demhernach mehr soll gesagt werden. Nachdem nun dise 2 . gottseelige Vätter überMeer kommen/ und das H. Land er-reicht hatten/ da unser Heyland / UndSeetigmacher Unser Erlöstmg gewürckthatte / besuchten sie alle H. Oerthetmit einer grossen Andacht / Gebett /und vtlen Zähern / sonderlich aber aufdem Berg Calvariä da unser Heylandan deck Stammen deß H. Creutzesge-henckt war. Allda knyete der VatterConrad nider/ und mit hertzlicher An-dacht neigete er seyn Haupt in das Loch/darum das H. Creutz gestanden war.Da er aber zu dem Fluß Jordan käme/an das End da Christus von Joannegetaufft war/liesse er sich von seinemMtgesellen Vattern Joanne auchTauffen / von bannen zöge er mit gros-ser Gedult/ Und Arbeit durch die Wü-sten auf dem Berg Sinay / zu demGrab der hochgelobten / und Edlen
Jung-