Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem seeligen Bruder Clausen /

Göttlicher Ernst/ undAuffenthaltseyegewesen/ sein Färb was braun/ dasHaar schwartz ein wenig mit grauemvermischt: Er hat ein Bart nicht garlang von wenig Haar in zwey Theil ge-spalten/ schwache klare Augen / daraussein lieblich Gesicht den Anschauendenschier emSchröcken erweckt: Die Äde-ren des Hals / und der Kühlen / so erredet / wurden geachtet nicht mit Blut/sonder mit Lufft erfüllet: Er gebrauchtsich eines einigen Kleids/ oder Rockseinfältig bis ausdie Versen/ das Haubt/und die Füß hielt er allezeit blooß; Erhat ein männliche Stimm/ Und lang<samme Red / er war von den Menschevl> heimgesucht / und denen / die zu ihmkamen/ verkündt er die Büß/ und er-mähnet manniglich zur Besserung desLebens : Was er von GOtt redet /oder Disputiret/ thüt er mit solcherBescheidenheit / und also vollkomment-llch/ als Hütte er alle Geheimnus heili-ger Schnfft durchgründet/ so er dochall sein Tag niemahlen kein Buchsta-ben gelehrnet/noch erkannt hat. DieFreud seines Hertzens zeiget an unge-zweifflete Gewüßheit seiner stetsten /und unvergleichlichen Hoffnung / alsodaß sein Ruhm mit Paulo was dieGezeugnuß seines Gwüssens; Danner war nie traurig sonder allzeit fröh-licher Gstait gesehen : Er verkündetdenen Landlemhen zu vil Zeiten kündi-ge Dmg/ den Eydtgnossen gab er man-chen guten Rath/ ermahnete sie zuFrid/ zur Handarbeith / und allein ih-res Vatterlands zuachten/ und sich deszu benügen: Er mahnet sie hoch vorallen außlandischen Kriegen/ und ftemb-der Fürsten / und Königin Vereinigun-gen/ Diensten/ und Jahr - Geld/mitAnzeigung / daß solche Ding Zerrüttungwerden seyn der Eydtgnofsischen Frey-heit/ und Wohlstands/ rc. SeinZell/darin er wohnet/ war bey drittbalbvölligen Schritt lang/ und anderthalbSchritt breith/ und nicht höher/ danndaß er aufrecht stundt mit dem Haubtdie Bühn berühret / dises Gemächlehatte zwey kleine Fensterlein einerSpannen weich / da wäre kern Hauß-rath gesehen / ausgenommen zwey ni-derträchtige Schamele/ oder Stuhle /denen er villelcht sich gebraucht in sei-ner Ruhe/ under das Haupt zustellen/rc. Er ist aus dsser Welt geschiedenohngeführ 1502. und wäre zuSachslenbegraben in seiner Leuth- Kirchen /wel-che er auch allezeit besucht / und sichniemahl darvon abgesöndert hat/ so von dem Leben des steliaen Bru-der Clausen 8rum^6u8, weiset zuletztden Leser zu dem Chorherr» Wölffleinvon Bern.

Herr Heinrich ksnrsleon von Ba-sel ein berühmter Artzt schreibet in sei-nem 1565. ausgegebenen Heldenbuchlobwürdig von unserm seeligen Nicolao-'er nennet ihn einen Mann einer sonder-bahren Unschuld: sagt / daß er ai.Jahr in grosser Heiligkeit gelebt ohnemenschliche Speiß/ und Tranck/ oderdoch nur mit Wurtzlen sich erhalten /wiewohlen man nach allem Fleiß solchesNicht hab können erfahren. Er be-schließt seine Red also : es ist diseSManns Gedächtnuß bey den Eydtge-nossen noch frisch / vorhanden / also /daß die Elteren dises frommen Mann-Warnung ihren Kindern/ und KindS-Kindern billich vorhalten.

Herr Josias Srmlcr von Zürichziehet auch an das Lob unsers S. Ni-colai beschlüßt es mit Visen Worten :Alle diselbe Geschüfft/ die auf sovilerrTagsatzungen gehandlet seynd endlichdurch Hülst Br. Clausen des frommenEinsidlers in Underwalden geschlichtet/und gerichtet worden/ welche so wohlbey allen Eydtgnossen/ als sonsten beyjederman an allen Qrthen ein grossenNahmen der Heiligkeit bekommen hat.Diß Herr Simler 1577.

Herr Theodorus Zwinngger vonBasel in Theatro vitae humanae schrei-bet also 1604. Nicolaus der Einsidler/nachdem er Weib/ und Kinder verlas-sen/ hat sich in die Einöde begeben /ohne Speiß/ und Tranck mehr gleicheinem Engel als Menschen gelebt: Erist einer vortrefflichen Heiligkeit gewe-sen/ hat von den verborgnesten göttli-chen Geheimnussen gewust zu reden/rc.ist allezeit fröhlich gesehen worden/ rc.beschlüßt das Lob also: Eristsanfftig-lich gestorben 1502. ein Mann einesseltzammesten Exempels. Wolle GOtt/daß die Eydtgenoffen seiner Ermahnungthäten nachkommen/ und nach der Hei-ligkeit seines Lebens eyfferen. So vflHerr Zwinngger.

Johannes Herd von Thaun Ber-ner-Gebiets lobet seinen übernatürli-chen Abbruch/ sagt/ daß er gleich denEnglen die menschliche Natur überstt-gen : habe den Eydtgevossen vil vorge-sagt / welches sich hernach begeben habe.

Herr Michael Stetker von Bertischreibet ebenfahls/ daß er ohne mensch-liche Sperß gelebt habe ,9. und einhalb Jahr/ daß man nichts gefundenin ihm/ als Zeichen der Heiligkeit. Seygestorben in dem 70 . Jahr seines Al-ters / sein Todt habe beweinet das ganrtzckSchweitzerland/ alle Cantonen des

Schwel-