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Von dem seeligen Bruder Clausen /
Göttlicher Ernst/ undAuffenthaltseyegewesen/ sein Färb was braun/ dasHaar schwartz ein wenig mit grauemvermischt: Er hat ein Bart nicht garlang von wenig Haar in zwey Theil ge-spalten/ schwache klare Augen / daraussein lieblich Gesicht den Anschauendenschier emSchröcken erweckt: Die Äde-ren des Hals / und der Kühlen / so erredet / wurden geachtet nicht mit Blut/sonder mit Lufft erfüllet: Er gebrauchtsich eines einigen Kleids/ oder Rockseinfältig bis ausdie Versen/ das Haubt/und die Füß hielt er allezeit blooß; Erhat ein männliche Stimm/ Und lang<samme Red / er war von den Menschevl> heimgesucht / und denen / die zu ihmkamen/ verkündt er die Büß/ und er-mähnet manniglich zur Besserung desLebens : Was er von GOtt redet /oder Disputiret/ thüt er mit solcherBescheidenheit / und also vollkomment-llch/ als Hütte er alle Geheimnus heili-ger Schnfft durchgründet/ so er dochall sein Tag niemahlen kein Buchsta-ben gelehrnet/noch erkannt hat. DieFreud seines Hertzens zeiget an unge-zweifflete Gewüßheit seiner stetsten /und unvergleichlichen Hoffnung / alsodaß sein Ruhm mit Paulo was dieGezeugnuß seines Gwüssens; Danner war nie traurig sonder allzeit fröh-licher Gstait gesehen : Er verkündetdenen Landlemhen zu vil Zeiten kündi-ge Dmg/ den Eydtgnossen gab er man-chen guten Rath/ ermahnete sie zuFrid/ zur Handarbeith / und allein ih-res Vatterlands zuachten/ und sich deszu benügen: Er mahnet sie hoch vorallen außlandischen Kriegen/ und ftemb-der Fürsten / und Königin Vereinigun-gen/ Diensten/ und Jahr - Geld/mitAnzeigung / daß solche Ding Zerrüttungwerden seyn der Eydtgnofsischen Frey-heit/ und Wohlstands/ rc. SeinZell/darin er wohnet/ war bey drittbalbvölligen Schritt lang/ und anderthalbSchritt breith/ und nicht höher/ danndaß er aufrecht stundt mit dem Haubtdie Bühn berühret / dises Gemächlehatte zwey kleine Fensterlein einerSpannen weich / da wäre kern Hauß-rath gesehen / ausgenommen zwey ni-derträchtige Schamele/ oder Stuhle /denen er villelcht sich gebraucht in sei-ner Ruhe/ under das Haupt zustellen/rc. Er ist aus dsser Welt geschiedenohngeführ 1502. und wäre zuSachslenbegraben in seiner Leuth- Kirchen /wel-che er auch allezeit besucht / und sichniemahl darvon abgesöndert hat/ sovü von dem Leben des steliaen Bru-der Clausen 8rum^6u8, weiset zuletztden Leser zu dem Chorherr» Wölffleinvon Bern.
Herr Heinrich ksnrsleon von Ba-sel ein berühmter Artzt schreibet in sei-nem 1565. ausgegebenen Heldenbuchlobwürdig von unserm seeligen Nicolao-'er nennet ihn einen Mann einer sonder-bahren Unschuld: sagt / daß er ai.Jahr in grosser Heiligkeit gelebt ohnemenschliche Speiß/ und Tranck/ oderdoch nur mit Wurtzlen sich erhalten /wiewohlen man nach allem Fleiß solchesNicht hab können erfahren. Er be-schließt seine Red also : es ist diseSManns Gedächtnuß bey den Eydtge-nossen noch frisch / vorhanden / also /daß die Elteren dises frommen Mann-Warnung ihren Kindern/ und KindS-Kindern billich vorhalten.
Herr Josias Srmlcr von Zürichziehet auch an das Lob unsers S. Ni-colai beschlüßt es mit Visen Worten :Alle diselbe Geschüfft/ die auf sovilerrTagsatzungen gehandlet seynd endlichdurch Hülst Br. Clausen des frommenEinsidlers in Underwalden geschlichtet/und gerichtet worden/ welche so wohlbey allen Eydtgnossen/ als sonsten beyjederman an allen Qrthen ein grossenNahmen der Heiligkeit bekommen hat.Diß Herr Simler 1577.
Herr Theodorus Zwinngger vonBasel in Theatro vitae humanae schrei-bet also 1604. Nicolaus der Einsidler/nachdem er Weib/ und Kinder verlas-sen/ hat sich in die Einöde begeben /ohne Speiß/ und Tranck mehr gleicheinem Engel als Menschen gelebt: Erist einer vortrefflichen Heiligkeit gewe-sen/ hat von den verborgnesten göttli-chen Geheimnussen gewust zu reden/rc.ist allezeit fröhlich gesehen worden/ rc.beschlüßt das Lob also: Eristsanfftig-lich gestorben 1502. ein Mann einesseltzammesten Exempels. Wolle GOtt/daß die Eydtgenoffen seiner Ermahnungthäten nachkommen/ und nach der Hei-ligkeit seines Lebens eyfferen. So vflHerr Zwinngger.
Johannes Herd von Thaun Ber-ner-Gebiets lobet seinen übernatürli-chen Abbruch/ sagt/ daß er gleich denEnglen die menschliche Natur überstt-gen : habe den Eydtgevossen vil vorge-sagt / welches sich hernach begeben habe.
Herr Michael Stetker von Bertischreibet ebenfahls/ daß er ohne mensch-liche Sperß gelebt habe ,9. und einhalb Jahr/ daß man nichts gefundenin ihm/ als Zeichen der Heiligkeit. Seygestorben in dem 70 . Jahr seines Al-ters / sein Todt habe beweinet das ganrtzckSchweitzerland/ alle Cantonen des
Schwel-