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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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4 i 4 Von dem ledigen

de mit ihm besser / also / daß er auf-stunden an zwey Krücken die Wall-fahrt antratte / und wiewohlen dasGrab des Seeligen nur 2. Stund vonseiner Wohnung entfehrnet/ konte erdannoch Visen Weeg schwährlich in 2.Tagen machen/ hat bey solchen ein sol-che Milterung gefunden/ daß er mit ei-ner Krücken den Ruckweeg nehmen ton-te/ in der anderen Fahrt wäre ihmeauch mehr dise nicht vonnöthen/ sondernur ein Stecken / in der dritten war ernoch Kruchen noch Stecken mehr be-dürfftig / ward vollkommen gesund.

Dises seynd die Mirackel / undWunder-Zeichen/ welche fast alle nur

Bruder Clausen/

in Underwalden geschehen / und <mEydt> Statt 159,. abgelegt worden twie vil aber an anderen Persohnen austsert dem Land gewürcket worden / magzutheil an den unzahlbahren aufgehenck-ren Voten/ Opfferen/ und Taffelen/theils auß jenen / was oben gesagt /abgenommen werden.

. Ich finde/ daß Anno 1613. tuwelcheWunderwerck eydtlich abgelegt/weist aber nicht/ wie/ oder wo solcheabgelegt worden / gläublich in einemProceß/ der in Underwalden ob demWaid angestellt/ weilen die ZeugenLandtleuth von ob dem Wald /die Schlifft lauthet also:

Hiernach folgen etliche Wunder-Zeichen /

welche durch die Gnad-GOttes/ und Fürbitt deß seeligen Bruder Clau-sen an nachfolgenden Persohnen gewürckt/ welche alle beyihren Eydten gezeuget/ angefangen auf Freytagden 22. Hornung 1613.

i. ^^^Jcolaus von Mooß von Sax-len hatte einen Knaben /welcher durch einen FahleinListen-Bruch bekommen /andern er sehr grossen Schmertzen gelit-ten / er verspricht den Knaben mit ei-nem Opffer zu dem Grab deß seeligenBruder Clausen/besucht mit dem Kna-ben das Grab/ es thäte sich besseren /und nachdeme er bey solchem etwelchemahl gebettet/ seynd alle Schmertzengewichen / und der Knab völlig genäsen.

2. Elisabeth Fänger von Kernslitte solche Haubtschmertzen / und Zahn-wehe/ daß sie vermeinte unsinnig zuwerden / sie steht in einer Nacht auf /sagt zu ihrem Mann/ er solle mit ihrzu des seeligen Bruder Clausen Grabgehen / sprach weiter / sie wolle vonsolchem nicht weichen/ biß sie gesundwerde / sie besuchten das Grab / dieFrau legt sich mit grosser Andacht / undVertrauen auf solches / der Schmer-tzen wird gestillt/ gehet gesund/ undgetrost nach Hauß / thäte von solchemZahn - Schmertzen die Täg ihres Le-bens befreyt verbleiben.

z. Andreas von Mooß litte gros-se Noth / und Schmertzen in einer Hufft/und Schenckel/ hatte kein Ruhe / thä-te nichts als jammeren/ und schreyen/er tragt ein holtzernen Fuß zu demGrab des Seeligen/ rufft jhne instän-dig an um Hilff/ in selbiger Stundverlaßt ihn der mehreste Wehetag /wird bald frisch/ und gesund.

4. Barbara Schälin hat ein Kind/welches öffter gefallen/ als wann e-den fallenden Siechtag hätte/die Mut-ter vermeint öffters / das Kind werdihr in den Händen sterben/ sie verlobtsolches mit einem -opffer zu des Seeli-gen Grab / verrichtet die Fahrt / rufftden Seeligen mit gantzem Hertzen an tder Knab wird allerdings gesund.

5. Jacob Iörgi Weibe! hat einAckslen ausgefallen/ es waren dreygeschworne Barbierer/ die den gan-tzen Tag mit Ansehung der Sträuben/und auf andere Weis die Ackslen ihmsuchten einzurichten/ sie verloben sichsammentlich/ weilen alle Mühe umson-sten gewesen / zum Grab des Seeligen/auf welches sie ohne Arbeit / und In-strument die Ackslen eingerichtet/ de,Mann ist auch völlig genäsen.

6 . Catharina Fluri hat ein Toch-ter/ deren die Augen aufgeschwollen /und auch mit einem Fähl überzogenworden/ daß sie stockblind worden/siewallet mit der Tochter zu dem Grabdes seeligen Bruder Clausen / die Au-gen entsckwöllen/ die Fähl verlieh«!,sich/ die Tochter wird sehend.

7. Margaretha Cttlin hatte einKind von 14. Wochen alt/ die andereKinder gaben ihm ein Baßler-Rap-pen/ es steckt ihn in den Mund/ konckihm in den Halß/ die Mutter vollerAengsten sahe das Kind in augenschein-licher Gefahr des Lebens / sie verlobtsich zu dem seeligen Bruder Clausen /

der