Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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B. UDALR1CUS, Eremita. Sc Confessor.

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Cap. i.

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Gottftkiigen Bruder Ulrichs im Mos-lem/ des hochbegnadcten Bruder Flau-sen von Flüc / Miteinsidlcrs zu Under-walden.

Starbe im Jahr Christi des Herren 1491. den 2. Junis.

Von ihme schreiben M. Heinrich von Gundelfingen/ Chorherr zuMünster im Ergöu. Der Stifftern Iahrzett-Rodel zu Sachslm/undKerns Pfarrkirchen. Bomfecius simoneta, Abt zu Cornu in Italia. H.ttemncv pupulus» oder Wölfflein der Aelter/ Chorherr zu Bern. Jo-hann Salat Gerichtschreiber zu Lucern / beydk in Bruder Clausen Leben.H. Anäreas vrlus genannt Ztbcren/ Pfarrherr zu Sachslen. H. uinct,rvitvviier Pfarrherr / und hernach Abt zu Einsidlen H. soan foacbimEichhorn von Bcllheim/ aus der Pfaltz bey Spcyr/ Caplan bey St. Ni-colauscn in Underwalden / aus dessen Büchlein wir nachfolgende Histori /

UNdLebeN gezogen. R P- Mathams RaderusSoc. JESU» parce 2. ßava->

r»L LanÄL,m Beschreibung Bruder Ulrichs Leben.

)Lrich war von AdelichenHerkommen auß Bayern/und als vilvermeinen/außder Stadt München geboh^ren; Als dffer zu seinenJahren kommen / setzete ersein vatterliche Erbschaft in ein Gerwerb/ dardurch sein Reichthum zumehren/und bekannt zu werden. Son-derlich aber kaujfte er vil Roß/ führ-te selbe in frembde Land zeitliches Ge-wins wegen. In diser Gewerbschafftaber/ und Handel wurde er von GOtterleuchtet / daß er alle Reichthum öi-ser Welt ansähe / und erkennete daßste zergünglich / auch unnütz waren/da-rum liesse ihm sein Hertz kein ruhe/tri-be/ und zöge ihn immer/ er solle al-les verlassen/ und GOttallein dienen.Aufselbe Zeit lebte der stetige BruderClaus zu Underwalden / diser dienereGOtt in einer Wilde/ der Ranfft ge-nannt/ lebte Engelisch / inner Zwan-tzigthalb Jahren / asse/ und trancke ernichts/ als allein das Hochwürdig Sa-trament des wahren Leibs / und BlutsChristi JEsu/ welches er Monatlichunderm Ambt der H. Meß empstenge/und dardurch ohn alle andere natürli-che Speiß/ und Tranck frisch/ und ge-sund erhalten würd/ er erkandte auch/und offenbahrete die heimliche Gedarp

cken der Hertzen / weissagte von zukünff-tigen Dingen/und gabevilen guten Un-derricht / und Lehr. Dises / und der-gleichen vil hörete jetzt gemeldterÄ'auff-herr Ulrich von Br. Clausen gemeldtzu werden. Wurde darauß entzün-det mit liebe / und gantz gesinnet / ru-fen Einstdel zu besuchen/ mit ihme sichbereden / und von ihme Weegweisungzu erkündigen/ sein Leben der Göttli-chen Einsprechuug nach anzustellen /und glücklich Zu einem stetigen End zu*bringen.

Als diser stetige Ulrich glücklich zuUnderwalden angelangt/ auch BruderClausen erkündiget/ käme er in Ranfft/eröffnete dem seeligen Nicolao sein Ge-müth/ und batte ihn um einen vütter-lichen Rath/ befände auch / wie Ra-derus meldet / daß Bruder ClausenRed / und Wandel / auch dessen steti-ges Leben/ also wie er theils m Büy-ern / theils auf seiner Reiß an under-schidlichenOrthen vernommen / besof-fen : ja der menschen Red weit über-traffe. Verwegen diser Kaustmamiauß des seeligen Br. Clausen Gesprächentzündet/ und aufgemundert/ hieltebey ihme an/ daß er um Gottes willensein Vatter werden/ under sein Zucht/Und Disciplin ihne aufnemmen / Und

bey

Cap-