Vom Bruder Conrad Schauder/ Cinsidel in Underwalden. 44t
so Ritterlich verfochten / sein Vatter-land von vil Ungelegenheiten / undZwang / neben andern frommen außden Catholischen Orkhen errettet / undwider in Underwalden gen Wolffen-fchiessen zu seinen Weib / und Kindernangelangt/ und nun 50. Jahr allbereitalt wäre / auch hievor etliche Ehren-N'nmt,'n ritul im Krieg erworben/ wurde erSB?*,!!? auch einer des Raths zu Underwaldenunder dem Wald/ Landammann/unvobrist Haubt einhellig erwöhlet/ (bisist der fürnehmste Ehremttul solcherOrthen ) welchem / wie auch andernAembtern mehr/ Conrad SchauderMit grossen Lob / des Lands Nutz/ undFrommen vorgestanden. 2 n dem eraber zu Hertzen geführt diser WelrEykelkeit/ und daß er auf dem weitenErdboden nichts bestandigS findenkön-te, hingegen aber diser allem seelig /und glückhafftia zuhalten/ welcher zuGStt seinem Heyland sich mit Leib /Und Seel kehrete/ auch ihme bestesVermögens dienere/ nähme er gantzlichihm für / aller Ehr sich abzuthun/ Weib/und Kinder zuverlassen / und in semesseeligen Großvattern Bruder ClausenFUßstapffen zutretten/ und sich auch inden Einstdler Stand zubegeben. Indem er nun also Haab/ und Gut/Weib / und Kinder übergeben / undalle Sachen wohl angestellet/ und ver-ordnet/ und von der Welt Urlaub neh-men wolle/ erwöhlete er ihm denRanffr/und seines seeligen Großvakters Cel-leti/ und Capellen.
j. Bruder Conrad nähme seinen AbrLÄrßt schidvon der Welt/ und den Seinigen'Dar. ^ das Jahr Christi ohngefahr 1540.als er jetzt bey oo. Jahr alt / ein Manlanger Statur/ mager / und braunerFärb / in allweg seinen Anherren gleich/außgenommen / daß er ein längern grau-en Bart hätte/ bekleidte sich mit einemgrauen einfältigen Bruder-Rock/ bißunder die Waden/ und also zöge ermit äusserster Armuth in den Ransst infeines Großvakters Cellen / ihme da-rin« bestes vermögens nachzufolgen.Sein Bruder Lonrads übrig Leben indie 18. Jahr / so er noch im Einsidli-schen Stand gelebt/ war ein ewigerFastag/ ewigsWachen/ Betten/undBetrachten/ also streng fienge er seinLeben an/ dann er fastete schier täg-lich/ enthielt sich von allem Fleisch /Eyern/ und Fischen/ in seinem gantzenEinsidler Grand/ käme er so wett mitseinem Geben / und Betrachtung desLeydens/ und Sterbens Christi/ daßer von GOtt öffters inniglich begehr-te Creutz/ und Leyden/um seines Nah-mens willen MMehmen/ gleichsam zu
einem zeichen Göttlicher Liebe/ warauch diser Bitt gewehret/ dann/ alser noch in Bruder Clausen Cellen wohrnete/ käme der Trüffel/schlüge ihn sehrübel/ sonderlich aber empfienge er ei-nen Streich von deme an die Dicke sei-nes Schenckels/ daß er die Zeit seinesLebens hincken/ und einen Sreur-Ste-cken brauchen müßte/ und der Schad/und Schmertzen könnte durch keinenArtzt gemiltert werden. Dis heyl-sames Creutz von der milden Hanv-GOttes herkommend/ nähme er mitGedult/ und Freuden an.
Er hätte zwar starck fürgenomen/sein Emsidlisch Leben im Ranjst/ sei-nes seeligen Anherrens Cellen/ auß-zuführen / und zuschliessen / da aber dertäglich Zulauff groß wurde / und vonTag zu Lag zunähme / theils seinetwe-gen / theils wegen seines GroßvaktersCellen zu besuchen/ wurde er bezwun-gen/ von bannen/ da er z. Jahr zu-gedtacht / sein Wohnung zu ändern.Verwegen liesse er Bruder Conrad ohn-ferrn von dem Flecken Wolffenschiessk/unoer dem Äernwüld in seinem Vatter-land auf einer höhe in einem Wald sei-ner eygrnthumlichek Güter t tm kleinesHäußlem aufzurichten/ und bauen indem er wohnen/ und (gfött dienen möch-te/ könnte aber der Welt nicht unbe-kannt bleiben / dann allda täglich derZulauft' sich äuffnete von Jnn-und Auß-tändern / deren Begehren / und Anli-gen er zwar gern/ und mit Gedult an-gehört/ und übertragen/ auch ohneTrost / und heylsamen Rath niemandabziehen lassen / vil heimliche Gedanscken der Menschen / auch zukünssrtgeDing hat er vorgesagt/ und der Welteröftnee. Die Seelen im Fegfeurließen Br. Conraden nicht ohnersuchk/dann ebenmäßig wie die Menschen beyLag seines Raths/ und Hilffbegehr-ten also müßte er oft bey nächtlicherWeil die Stimmen der armen Seelenhören / welche seines Gebetts begeh-rend ihm zuschryen'.O Bruder Conradkomme uns zu hilff/ die wir hart ge-peynigt werden. Diß thäte er mit an-dächngem Gebe« für sie/ zubrachtemanche Nacht mit Betten/ Und Wa-chen/ underliesse auch nicht alle Feyr-und Sonntag sich nach Wolffenschiesseavon seinem Cellin zu verfügen / alldadie H. Meß/ Und Predig zuhören/auchdie fürnehmste Fest zubeichren / undmit grosser Demuth das HochwürdigeSakrament zugemessen / aufvottendrenGottsdienst / kehrte er alsobald widerin sein Wohnung/ eben wie BruderClaus auch gethan/ welchem er / wiegesagt/ nach vermögen in äusser-und
in-
Cap. 4!
Ziehet i«ti« andereWiidnaß.
Die Ger,lmdeßFea»sturs schrykin »mhilffan.