4fi Von dem GOttscel. Petro (ani'sio / der S. IEsu Priestern.
Massen daß er oft den gantzen Tag zuBeth ligen müssen/ andere mahl aber/wann er etwas verrichten wolt/ denAthem schwerlich erholen könnte/ warauch alle Mittel / und Artzney umsonst.Derowegen sein Haußfrau/ auß schul-digem Mitleyden/ sich zu des VattersCanisii ( den sie gleich nach seinem Ab-leiben zu ihrem Patronen in dem Him-mel erkiesset) Grab verfüget/ und all-da auf den Änyen / um Fürbitt beyG0tt / um ihres Manns Gesundheitgebetten. Als sie aber gleich von demGebet!/ und Grab widerum zu Haußgangen/ ist ihr der Herr ihr Ehemannmit grossen Freuden begegnet / und ihrangezeigt der Schmertzen seye gestillet/der Athem ringer worden/ und seyenunmehr aller Dingen gesund.
7. Ein ehrliche Matron läge nun-mehr zween Tag in den Kindsnöthenmit äusserster Gefahr der Mutter/unddeß Kinds. Als ihr aber des seel.Canisij Rosenkrantz/ oder Paternostergebracht worden/ und sie denselbigengeküsset/ und an den Hals gehenckt /hat sie gesagt-GOtt seye gelobet/ ichbefinde des Kinds/ so ich zuvor fürabgestorben gehalten/ hat bald hernachein frisches gesundes Kindlein mitfreu-den auf die Welt gebracht. Vonder-
selbiqen Zeit an / pflegten die gebaren»de Frauen/ dises Pater noster offter-mals mit grossem Vertrauen zubegeh-ren/ die dann augenscheinliche Hilffbefunden.
8. Ein junge Frau hat sich eins-mahls/ nach Ableiben ihres Manns /gantz/ und gar der Andacht ergeben /und mit Erlaubnuß des Canisij ihre-Beichrvatters/ em Gelübd der ewigenKeuschheit gethan. Nach Ableibungihres geistlichen Vatters / und Lehr-meisters aber/ ist ihr von underschidli-chen Orlhen nachgestellt / und zu derEhe begehrt worden. Welche Ver-suchung sie einmahl/ zwey/ oder öfter/durch Erinnerung des Gelübds dapfferüberwunden. Endlich aber nach man-cherley Anhaltungen hat sie angefan-gen Wanckelmüthig zu werden / undüber die Massen schwere Gedancken zu-bekommen/ biß ihr (als sie kein Ruhefinden können ) in den Sinn kommen/daß sie zu ihrem alten Beichtvatter ihrZuflucht nehmen solte. So bald sieaber zu seinem Grab kommen/ undzu-betten angefangen/ ist sie in ihrem al-
ten Vornehmen / und Gelübd wun-derbarlicher Weiß bestätiget / und alleUnruhe der verführischen Gedancken ge-stillet worden. Eben dise ist auchan einer Kranckheit darvon ihr kein Ar-tzet helffen könnte/ und von Todts-Gefahr/ als ihr einsmals ein Bein-lein under dem Essen / da sie allein ge-wesen / dermassen im Hals besteckenbllben/ daß sie vermeinte sie müßteversticken/ wunderbarlich durch Anruf-ung des seel. Canisij genäsen.
y. Im Jahr Christi 1612. als ei-ner Edlen Frauen Beremannin Dienst-magd sich mir der Pestilentz behafft be-funden/ hat sie ihr Nebenmagd gebet-ten/ daß sie ihr ein Beichtvatter holenwolte/ weil aber dieselbige besorgte /wann es lautbar wurde / möchte mandas Haus als vergifft sperren / hat siees nicht thun wollen. Der Krancken/als sie lang vergebentlich gewartet/hvch-ste Noth wäre/ sie möchte ohn Berchtsterben. AlS sie nun in solchen Ge-dancken läge/ käme chr in den Sinn /wie daß bey St. Niclaus ein frommerVatter begraben läge (dessen Nahmensie sich nicht könnte errnnern ) welchendie Bürger/ so sie in Nöthen/ undGefahren seynd/ anzurüsten pflegen.Thäte derowegen ein Gelübd / wann sieso lang Lebte/ biß sie zubeichten kommköMe/wölle sie zu desselbigk Grab gehen/und allda ihr Gebett aufopffern/ da-rauf ist von Stund an das Kopff/undBrustwehegcstilt worden/ unddiegiff-tige Beulen verschwunden/ bald da-rauf stunde sie von dem Beth auf/kä-me zu ihren Mitgespilen/ und warteteneben ihnen ihrer Arbeit ab. Sievergösse aber bald ihres Gelübds / jasie sienge auch an zuzweiflcn/ ob ihrdurch die Verdienst des seel. Canisiiseye geholffen worden. Derhalbendie Straff Gottes auch nicht lang auß-gebliben/ sonder die Beulen in einemAugenblick widerum entstanden / darabsie erschrocken/ von der Arbeit zu desS. Canisij Grab gelösten/ und ihnemit grossem flehen / und bitten umHilff angeruffen. Und ist also Got-tes Barmhertzigkeit gegen seinem ge-.treuen Diener/ und der jenigen die ihnum Hilft angerüfft/ so groß gewesen /daß ihr die Beulen zum andernmahlalsbald verschwunden. Also eh-ret GOtt die jenigen so ihngeehrt haben.
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